Ghosts of Mars
GHOSTS OF MARS
USA 2001 / O: „Ghosts of Mars“ / Produktion: Screen Gems; Storm King Productions |
Schon komisch, daß man John Carpenter immer noch Geld gibt, obwohl er seit Jahren einen Flop nach dem anderen fabriziert. Sein größtes Verhängnis aber ist, dass er auch diesmal absolut nichts neues zu bieten hat. Mit einem mühseligen Lechzen nach früheren, längst vergangenen Erfolgen, fabrizierte Carpenter erneut einen weiteren flachen Mix aus gängigen Motiven – bei ihm langts offenbar nur noch zu uninspirierten Selbstzitaten. Vor allem die Einflüsse seines genialen Gewaltausbruchs ASSAULT ON PRECINT 13 (1976), ein Meisterwerk des Thriller-Kinos, sind unverkennbar: Hier wie dort kämpfte man mit vereinten Kräften gegen einen schier unbezwingbaren Gegner. Ferner finden sich Motive aus DIE KLAPPERSCHLANGE und ZOMBIE, von H. P. Lovecraft (...etwas, das seit Jahrhunderten vergraben lag...) über typische Western-Elemente bis hin zum Kannibalenfilm. Was übrig bleibt, ist ein einfallsloses, klischeehaftes Sammelsurium alter Ideen, der dritte Marsfilm-Flop in Folge (nach MISSION TO MARS und RED PLANET), der mit seinem ewigen Gekloppe und Geballer vergleichsweise altmodisch wirkt. Was man Carpenter eigentlich anrechnen sollte, denn von diesem MATRIX-Gekloppe haben wir weiß Gott genug. Ja, ich stehÂ’ auf Old-School-Horror, aber nicht in dieser Form. War Carpenter einst ein Regisseur, der mit seinen Werken manchmal seiner Zeit voraus war, so zeigt er sich hier als ein Filmemacher von Gestern. Die plumpen Dialoge und kaum ausgearbeiteten Figuren (Macho-Rüpel, heiße Bräute und Sprücheklopfer) lassen den Darstellern auch nicht gerade viel Raum zur Entfaltung. Das man zum Beispiel auf die Hilfe eines (angeblich) gemein gefährlichen Verbrechers angewiesen ist, um das Böse zu bekämpfen, hatten wir auch erst kürzlich, nämlich im rasanten SF-Schocker PITCH BLACK, der GHOSTS OF MARS freilich um Längen schlägt. Ice Cube (ANACONDA; THREE KINGS) schlägt sich tapfer mit der üblichen Coolness, bleibt aber genauso uninteressant wie Natasha Henstridge, die als Power-Frau immerhin ganz hübsch anzusehen ist. Am schlimmsten ist Clea Duvall, die ihren Durchbruch als gruftiger Sci-Fi-Freak in Robert RodriguezÂ’ modischem Invasionsfilm THE FACULTY feierte, aber in ihrer nutzlosen Rolle als unerfahrene Polizistin Bashira blass und überflüssig ist und wie das personifizierte Valium wirkt. Somit bleibt der bisher beste Marsfilm weiterhin ungeschlagen und das war natürlich TOTAL RECALL (1990). GHOSTS OF MARS hinterlässt schließlich den Eindruck einer wüsten, harten und primitiven Ballerorgie.
- Gedreht wurde GHOSTS OF MARS fast ausschließlich nachts bei einem Gipsbergwerk im Reservat des Indianerstammes Zia Pueblo in New Mexico.
- Nach GHOSTS OF MARS verschwand Carpenter für ein Weilchen von der Bildfläche, gelegentlich tat er sich noch als Produzent (die Fortsetzung VAMPIRES: LOS MUERTOS, 2002, und das zähe Remake THE FOG, 2005) hervor. Aufmerksamkeit erlangte er durch seinen Beitrag zur MASTERS OF HORROR-Reihe: seine Episode „CigaretteÂ’s Burns“ (2005) erschien hierzulande nur in einer gekürzten Form. Aktuelles Filmprojekt nach 5 Jahren Kinopause: „Psychopath“. Man kann nur gespannt sein.
- Blaxplotation-Legende Pam Grier, die mal FOXY BROWN, mal JACKIE BROWN war, spielt im kompletten MATRIX-Leder-Outfit die lesbische Kommandantin Helena Braddock und darf trotz gezückter Waffe (leider) als erste ins Gras beißen: Ihr hübsches Köpfchen endet abgesäbelt als Jagd-Trophäe. Bereits in CarpenterÂ’s katastrophaler Fortsetzung FLUCHT AUS L. A. (1996) verkörperte sie eine Transe. Schade nur, dass Scheißdreck wie FORTRESS II (1999) GrierÂ’s Comeback, das ihr Quentin Tarantino mit JACKIE BROWN schenkte, wieder versaut hat.
- Als Lokführer-Gespann sind die beiden Carpenter-Darsteller Robert Carradine (BODY BAGS, 1993) und Peter Jason (DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS, 1994) mit dabei. Liam Waite, der hier mit zur Polizeieskorte gehört, war zum Zeitpunkt der Dreharbeiten der Verlobte von Natasha Henstridge. Ihre Rolle war zunächst für Courtney Love vorgesehen.
"Insgesamt ein solider Reißer für Action- und Splatterfans. Wer Carpenter eher an seinen letzten Filmen als an seinen früheren Meisterwerken misst, wird ordentlich bedient.“ (MOVIESTAR)
Verleih: Columbia TriStar Home Entertainment / Bild: 2.40:1 (16:9, Widescreen, anamorph) / Ton: Deutsch & Englisch (D.D 5.1) / Untertitel: Deutsch, Englisch, Hindi, Türkisch; Englisch für Hörgeschädigte / TV-Norm: PAL / Regionalcode: 2 / Erscheinungsart: Keep Case (Amaray) / Laufzeit: 94 Min. (uncut) / FSK: ab 18 Bonusmaterial: Audiokommentar mit John Carpenter und Natasha Henstridge (mit dt. UT), 3 Dokus: „Making of Red Desert Nights“ (ca. 17 Min.), „Entstehung der Spezialeffekte“ (ca. 6 M.) und „Musikauswahl für den Film“ (6 M.), Originaltrailer, Filmografien über John Carpenter, Natasha Henstridge, Ice Cube, Jason Statham, Pam Grier, diverse andere Trailer Animiertes und mit Musik unterlegtes Hauptmenü, Kapitelanzahl: 28 (mit Musik unterlegt) |

geschrieben von Antares, März 31, 2007
geschrieben von Nup, März 21, 2007
Wer hat dir eigentlich in die Hirnschale gefurzt ? Der Film war sehr sehr schlecht. Ich hab keinen Film öfter angefangen zu gucken als den. Bin aber nie wieter als 30-45 Minuten gekommen. Irgendwann hab ichs dann geschafft ihn ab der hälfte ohne einzuschlafen, zu sehen.
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Aktualisiert (Montag, den 26. März 2007 um 03:19 Uhr)


















