Final Destination 4
"Ich versuche mich schon den ganzen Tag umzubringen.“
USA 2009 / O: "The Final Destination" / Prod.: New Line Cinema
Regie: David R. Ellis / Musik: Brian Tyler / Kamera: Glen MacPherson / Schnitt: Mark Stevens / Ausf. Prod.: Sheila Hanahan / Prod.: Craig Perry, Warren Zide / Buch: Eric Bress
Darsteller: Bobby Campo (Nick), Shantel VanSanten (Lori), Nick Zano (Hunt Wynorski), Haley Webb (Janet), Mykelti Williamson (George Lanter), Krista Allen (Samatha), Andrew Fiscella (Mechaniker), Justin Welborn (Rassist) sowie Stephanie Honore, Lara Grice, Jackson Walker, Phil Austin u.a.
Das fröhliche Sterben geht in die nächste Runde. Und diesmal ist man dem Tod noch ein Stückchen näher: nach Patrick Lussier's Slasher-Remake MY BLOODY VALENTINE schickt sich FINAL DESTINATION 4 an, der zweite Genre-Beitrag zu sein, der den Zuschauer dreidimensional schockieren will.
Nachdem die Dramaturgie des Todes im dritten Teil merklich zu hinken begann, musste man sich einfach was neues einfallen lassen, um die Leute bei Laune zu halten. Und in 3D lässt es sich doch viel schöner sterben.
Eine Inhaltsangabe kann man sich praktisch sparen, ist sie doch identisch mit den Vorgängern. Nur das Ableben der Charaktere (die als solches nicht wirklich existieren) unterscheidet sich natürlich: die kreative Ader von Drehbuchautor Eric Bress war einzig und allein auf das Aushecken neuer Todesarten ausgerichtet. Will heißen: es gibt noch vielerlei Möglichkeiten, wie man im täglichen Leben so ums Leben kommen kann. Das reicht noch locker für einen fünften Teil. Auch ohne Drehbuch.
Das Salz in der Suppe ist auch hier wieder der möglichst spektakuläre Aufhänger zum Todesreigen: nach Flugzeugabsturz, Autobahncrash und Achterbahnunglück ist es nun ein Autorennen, das vollkommen außer Kontrolle gerät und für die Zuschauer auf der Tribüne zur tödlichen Falle wird. Auf der Rennstrecke ab in den Tod. Nun nicht ganz, zumindest für Nick (Bobby Campo), seine Freunde und einige Auserwählte. In einer Vision sieht er, wie eine Massenkarambolage auf dem Speedway Auslöser für eine handfeste Katastrophe ist, was unzählige Tote zur Folge hat. Natürlich will ihm keiner diese Story glauben, doch irgendwie schafft Nick es doch noch, seine Freunde von der Tribüne wegzubringen, bis denn das Unglück tatsächlich schreckliche Realität wird. Auch sie konnten dem Tod vorerst entrinnen, doch bekanntermaßen lauert er hinter jeder Ecke und holt sich jeden, der eigentlich schon längst hätte tot sein müssen...
Man bleibt dem bewährten Erfolgsrezept treu und folgt der Dramaturgie der vorangegangenen Teile, mit Visionen, Vorahnungen und Deja-vu’s, die durch ein spektakuläres Ableben gekrönt werden. Zum Glück griff man nicht wieder die wirklich bescheuerte Idee des Vorgängers auf, wo man anhand von Fotos auf die Spur des Todes gebracht wurde. Mehr noch als in den Vorgängern wirkt der Todesreigen wie eine bloße Nummernrevue, bei der diverse, mehr oder weniger kreative Todesarten abgehakt werden. Diese kommen wiederum makaber und schwarzhumorig daher, wirken aber auch teilweise ziemlich konstruiert. Wo Gevatter Tod es alleine nicht schafft, da muß sein Freund, der Zufall, eben etwas nachhelfen… und rein zufällig trifft dich der Tod. Es fällt was um, da läuft was aus, es braut sich was zusammen, da kommt was auf uns zu, die Dinge geraten außer Kontrolle und das Unheil nimmt seinen Lauf. Tod und Verderben um jeden Preis - und sei es auf Kosten der Glaubwürdigkeit.
Die Protagonisten entsprechen den üblichen 0815-Klischeevorgaben und treten letzten Endes nur als beliebige, potentielle Todeskandidaten in Erscheinung - bis zum bitteren Ende. Das die Charaktere so flach sind hat immerhin einen Vorteil: sie nerven nicht ganz so wie die im Vorgänger. Trotzdem nerven sie noch so, dass man sie gerne sterben sieht. Mit dummen Charakteren hat man ja schon irgendwie gerechnet, was weniger schlimm ist als das Potential der einzig interessanten Figur so gnadenlos zu verschenken. Mykelti Willamson, der einzige Schauspieler im gesamten Film, spielt den Sicherheitsmann George Lanter, der seit dem selbst verschuldeten Unfalltod von Frau und Kind Selbstmordgedanken hegt. Dummerweise gingen all seine Suizidversuche bislang schief. Es hat schon etwas boshaft-tragisches an sich: wo die Menschen in den FINAL DESTINATION-Filmen vom Tod regelrecht verfolgt wurden, haben wir hier einen Mann, der ja sterben will, was ihm aber einfach einfach nicht gelingen will. Gescheiterte Selbstmordversuche sind auch eine Art Künstlerpech. Schade nur, dass das Drehbuch diesen gelungenen Einfall nicht weiter verfolgt.
Besser ausgearbeitet war dagegen der Tod im 3D-Kino. Ein makabrer Einfall: du gehst ins Kino und schaust einen 3D-Film, wo Leute ins Kino gehen, einen 3D-Film schauen - und auf grausame Weise sterben müssen. Ob nun beabsichtigt oder nicht, könnte man das auch als kleine Hommage auf den Klassiker BLOB -SCHRECKEN OHNE NAMEN verstehen, wo ja der Blob ebenfalls ahnungslose Kinobesucher böse überrascht.
Regie führte abermals David R. Ellis, der auch den Flugzeug-Schlangen-Trash SNAKES ON A PLANE und den geistlosen Geistergrusel ASYLUM inszenierte und bereits für den 2. Teil mit seiner wirklich spektakulären Autocrash-Sequenz verantwortlich war. Auch er blieb sich treu und setzte wieder auf Autos, die sich ja mitunter verheerend auf die menschliche Gesundheit auswirken können, und einem handfesten Katastrophenszenario, denn so ein lumpiges Einzelschicksal interessiert da schon weniger. Und in 3D macht das wirklich was her: FINAL DESTINATION 4 wird so zu einem tollen Kinoereignis. Es hat was von einem Adrenalinkick, wenn Gegenstände von der Leinwand auf das Publikum im Saal zufliegen. Mal ist es ein Motorblock, von dem man aus luftiger Höhe getroffen wird, dann wieder ein Rennauto in Komplettausstattung, zum Teil als Feuerball, der für angepisste Pistenbesucher zum flammenden Menscheninferno wird. Bewährt hat sich auch die gute, alte Eisenstange, die sich durch menschliche Körper bohrt.
Beeindruckend auch der Vorspann, in dem auf bewegten Röntgenbildern diverse Todesarten veranschaulicht werden: und das mit brechenden Knochen, zertrümmerten Schädeln, ramponierten Gliedmaßen, zerschundenen Körpern. Der anspruchsvolle Gourmet und Cineast schüttelt da nur mit dem Kopf. Recht so.
Was bleibt sind 82 rasante und äußerst effektvolle Kinominuten.
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Aktualisiert ( Samstag, den 12. September 2009 um 02:37 Uhr )

















Nazischlampenschädel meets Autoreifen=Gatsche Gatsche Wirbelsäule. JIPPPIIIIII