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 FIST OF THE NORTHSTAR

 

USA 1994 / O: „Fist of the North Star“ / Prod.: Overseas / Länge: 88 Min. (cut: 79 Min) / FSK: ab 18 

Regie: Tony Randel / Musik: Christopher L. Stone / Kamera: Jaques Haitkin / Schnitt: Sonny Baskin / Ausf. Prod.: Taka Ichise / Prod.: Zane W. Levitt, Mark Yellen / Buch: Peter Atkins, Tony Randel nach dem Manga von Tetsuo Hara 

Darsteller: Gary Daniels (Kenshirô), Costas Mandylor (Lord Shin), Malcolm McDowell (Ryûken), Melvin Van Peebles (Asher), Clint Howard (Stalin), Christopher Penn (Jackal), Tracey Walter (Paul McCarthy), Isako Washio (Julia), Downtown Julie Brown (Charlie), Rowena Guinness (Jill McCarthy), Dante Basco (Bat), Nalona Herron (Lynn), Johnny Martin [ungenannt] (Slave) sowie Kevin Arbouet, William L. Nagle, Andre Rosey Brown, Paulo Tocha, Michael Charles Friedman u.a.

 

Tony Randel inszenierte mit dem splattrigen Alptraum HELLBOUND – HELLRAISER II (1987), dem Sequel zu Clive Barker’s Meisterwerk von 1986, einer der surrealsten und bizarrsten Reisen in der Geschichte des Horrorfilms, ein Erfolg, an dem er nie wieder anknüpfen konnte. Mit FIST OF THE NORTHSTAR, der Verfilmung eines japanischen Mangas, enttäuscht er auf der ganzen Linie. Hier hat er Probleme mit einem wirren und ziemlich konfusen Drehbuch, das inhaltlich kaum voran kommt, stellenweise sogar stagniert. Fast den gesamten Film über bringen irgend welche Mutanten andere Mutanten um, das einzige, um was es in diesem Machwerk geht.

Nach der globalen Apokalypse ist die Welt weitgehend verwüstet. Natürlich existieren noch zu viele Menschen, um mit einander auszukommen. Kenshirô (Muskel-Bulette Gary Daniels), die Faust vom Nordstern, zieht durch die Gegend, ohne eine Bestimmung, ohne ein Ziel. Sein Vater (ganz kurz dabei: Malcolm McDowell) ist tot und seine Geliebte Julia (Isako Washiro) lebt bei dem verhassten Shin (Costas Mandylor), dem Lord vom Südkreuz, der sein Leben zerstörte und eine Diktatur aufbaute, die von Gewalt und Sklaverei bestimmt ist. Besonders scharf ist Shin auf eine unabhängige Kleinstadt, die sogar eine Wasserquelle besitzt...

Mit dumpfbackigen, grunzenden Hohlschädeln, die sich von einer Martial-Arts-Einlage zur nächsten die Fresse eindreschen, wurden noch keine Klassiker geschaffen – traurig anzusehen, daß sich Randel auf so ein dümmliches Niveau herablässt. Und es sei an dieser Stelle erwähnt: Niveau ist keine Creme! Stattdessen gibt’s mal wieder nur die genreüblichen Brutalitäten, eingelullt in eine billige  Endzeitphantasie á la MAD MAX, die ziemlich leichtsinnig mit faschistischen und stalinistischen Symbolen umgeht. Sträflich auch, wie einige Charakterdarsteller in viel zu kurzen Auftritten verheizt werden, etwa Malcolm McDowell, der sich offenbar einen Jux daraus macht, in derartigen Produktionen mit zu wirken, oder Christopher Penn, der zuvor bereits als Nice Guy Eddie Cabot in RESERVOIR DOGS (1992) und als unglücklicher Ehemann in Robert Altmans meisterhaftem Sittengemälde SHORT CUTS (1993) brillierte. Die alte Videofassung wurde gleich mal um knappe 10 Minuten gekürzt, so das von den wenigen Highlights, nämlich den bizarren Effekten, nicht mehr viel übrig blieb.  

  • Und es sind noch mehr dabei: B-Movie-Legende Clint Howard (THE DENTIST 2, HOUSE OF THE DEAD) als Stalin (!), Tracey Walter, Dauer-Nebendarsteller bei Jonathan Demme (DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER, PHILADELPHIA), und Melvin Van Peebles, der Vater vom Mario. 

  • Gerne noch ein Blick auf die Filmografie von Gary Daniels gefällig? Bitteschön: AMERICAN STREETFIGHTER, BLOODFIST IV: DIE TRYING, DELTA FORCE ONE: THE LOST PATROL, REPTILICANT… 

  • „Einzig einige Masken und Effekte überzeugen in dem von naiver Symbolik überfrachteten Martial-Arts-Getümmel.“ (Harry Lieber, HÖLLE AUF ERDEN) 

  • „Obwohl Tony Randel eine Handvoll beeindruckender Bilder bzw. Momentaufnahmen schuf, kommt man nicht umhin festzustellen, daß viele Endzeitstreifen italienischen Ursprungs, die zumeist als direkte Epigonen zu MAD MAX bzw. MAD MAX II entstanden sind, weitaus unterhaltsamer (weil trashiger!) sind.“ (Frank Trebbin, DIE ANGST SITZT NEBEN DIR) 

  • „Drastische Brutalitäten, Schwulst und Albernheiten wechseln sich übergangslos ab.“ (LEXIKON DES INTERNATIONALEN FILMS)

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