Disaster Zone - Vulkanausbruch in New York
"Erklären Sie New York nicht für Pompeji!"
USA 2006 / O: "Disaster Zone: Volcano in New York" / Prod.: Front Street Prod. / Laufzeit: ca. 90 Min.
Regie + Prod.: Robert Lee / Musik: Michael Richard Plowman / Kamera: Adam Sliwinski / Schnitt: Bethany Handfield / Ausf. Prod.: Harvey Kahn, Fernando Szew / Buch: Sarah Watson
Darsteller: Costas Mandylor (Matt McLaughlin), Michael Ironside (Levering), Alexandra Paul (Dr. Susan Foxley), Kevin McNulty (Neil Kavanagh), Michael Boisvert (Ace), Ron Selmour (Frank), Eric Breker (RJ), Kaj-Erik Eriksen (Joey Walsh) sowie Pascale Hutton, Zak Santiago, Robert Moloney, Matthew Bennett, Andrew Kavadas u.a.
Nachdem die Isländer es unterlassen haben den Rest vom alten Europa mit geothermischen Waffen anzugreifen, tausende gestrandete Mallorca-Urlauber aufgrund des Flugverbots (leider nur vorübergehend) vom Rest der Zivilisation ausgesperrt wurden, die kongeniale BILD-Zeitung mit entsprechenden Wortbomben-Überschriften ("Vulkan-Alarm"; "Das Asche-Monster") Titel-Vorlagen für den RTL-Event-Movie lieferte, kann man dieser Hysterie-Szenerie im Nachhinein mit einem zünftigen "Asche auf unser Haupt" noch etwas Gutes abgewinnen - was im übrigen auch für die Macher dieses billigen Katastrophenbrummers aus dem Jahre 2006 gilt: DISASTER ZONE - VULKANAUSBRUCH IN NEW YORK.

Der Titel könnte auch einer BILD-Schlagzeile entsprungen sein. Das New York fernab von Vulkan-Aktivitäten liegt, schien Regisseur Robert Lee und Autorin Sarah Watson, die ein Jahr zuvor auch den Katastrophen-Rausschmeißer ABSOLUTE ZERO (mit Jeff Fahey und Erika Eleniak) verzapften, nicht zu stören: "Geo" und "Logisch" sind zwei völlig verschiedene Dinge, werden die sich gedacht haben und schickten Vorarbeiter Costas Mandylor von der "New Yorker Tunnelarbeiterunion" in den schauspielerischen Untergrund, wo er bei Bohr- und Sprengarbeiten tief unter Tage durch ein Unglück zwei Arbeiter verliert. Das er in dem verzweigtem Höhlenlabyrinth die Lava blubbern sah, wollen ihm weder Kollegen, noch seine profitorientierten Vorgesetzten glauben, stattdessen wird er abgesetzt und die Arbeiten gehen munter weiter. Doch es brodelt unter New York. Die Erde wackelt, hier und da bricht ein Feuer aus und als die Gullydeckel den Leuten um die Ohren fliegen ist man sich ganz sicher: Das kann nur ein Terroranschlag sein! Ach, die Amerikaner mit ihrer Religion. Schlechte Filme können auch ein Terroranschlag sein. Wenn dem so sein sollte, sind sie die größten Terroristen auf dieser Welt.
Unterdessen tut sich der inzwischen als SAW-Psycho angeheuerte Bauarbeiter-Bulle Costas Mandylor mit der Geophysikerin Alexandra Paul, die auch noch seine Ex ist ("Es ist ein Reiz, wenn bei dir die Emotionen hoch kochen") zusammen, um den Vulkan-Aktivitäten auf den Grund zu gehen. Der Film selbst ist da schon längst auf Grund gelaufen. Und während es zwischen Mandylor und Paul langsam wieder schnackelt und der Vulkan unter New York's Untergrund drauf und dran ist hochzugehen, stoßen sie auf den verrückten, humpelnden und Pillen schluckenden Wissenschaftler Michael Ironside, der im Dienste eines karrieregeilen Bürgermeisterkandidaten (Kevin McNulty) eine neue, in diesem Zusammenhang geothermale Energiequelle schöpfen soll. Irgendwie muss man ja eine Erklärung abliefern, dass es plötzlich unter New York Vulkanaktivitäten gibt.
Doch hier wurde was ganz anderes ausgespuckt: ein unglaublich mieses, unprofessionelles, vorhersehbares und schlecht getimtes Katastrophenkonstrukt, das sein nicht vorhandenes Unterhaltungspotential durch die jämmerlichen Spezialeffekte, die einfach nur belustigend sind, bezieht. Man denke hierbei nur an die holprigen, dilettantisch am Rechner erzeugten Szenen, in denen Rauchschwaden und Ascheregen in fertiges New-York-Dokumaterial "eingescannt" wurden. Und dann seht Euch diese Computer-Lava an, die hier angewabert kommt: Grausam! Für jeden Vulkan eine Beleidigung. Man sollte die Verantwortlichen im Vesuv entsorgen.
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Aktualisiert (Donnerstag, den 20. Mai 2010 um 12:28 Uhr)















