Carrie 2 - Die Rache
CARRIE 2 DIE RACHE
USA 1999 / O: The Rage: Carrie 2 / Prod.: United Artists / Laufzeit: 101 Min. / FSK: ab 16 Regie: Katt Shea / Musik: Danny P. Harvey / Kamera: Donald M. Morgan / Schnitt: Richard North / Ausf. Prod.: Patrick Palmer / Prod.: Paul Monash / Buch: Rafael Moreau Darsteller: Emily Bergl (Rachel Lang), Jason London (Jesse Ryan), Amy Irving (Sue Snell), Dylan Bruno (Mark), Zachery Ty Bryan (Eric), Gordon Clapp (Mr. Stark, Erics Vater), Mena Suvari (Lisa), J. Smith-Cameron (Barbara Lang), John Doe (Boyd), Rachel Blanchard (Monica), Justin Urich (Brad Winters), Charlotte Ayanna (Tracy), Elijah Craig (Chuck), Eddie Kaye Thomas (Arnie), Clint Jordan (Sheriff Kelton) sowie Steven Ford, Kate Skinner, Rus Blackwell, Harold Surrat, David Lenthall, Katt Shea (Deputy D.A.) u.a. |
20 Jahre hat es gedauert, da bekam auch CARRIE DES SATANS JÜNGSTE TOCHTER, eine der besten Stephen-King-Verfilmungen, die unvermeidliche Fortsetzung aufgedrückt: Des Satans jüngste Fortsetzung.
Aus Carrie hat das Drehbuch kurzerhand eine Rachel (gut: Emily Bergl) gemacht. Sie lebt bei einer Pflegfamilie, da ihre Mutter in der geschlossenen Anstalt verweilt, und ist mitsamt ihrer gruftigen Ausstrahlung das Mauerblümchen in ihrer Klasse. An ihrer High School dominieren triebgesteuerte Schnösel aus gutem Hause, die sich so durch die Gegend poppen: dafür wird sogar eine Punkteliste geführt. Rachels einzige Freundin Lisa (Mena Suvari, DAY OF THE DEAD) lässt sich erst verführen und dann abservieren; aus lauter Liebeskummer und Verzweiflung stürzt sie sich in den Tod. Rachel ist am Ende, findet aber Trost in einen smarten High-School-Boy (Jason London), was sogar eine echte Romanze nach sich zieht. Nicht jedem scheint es zu gefallen, das so eine wie Rachel eine Beziehung führt, allerdings ist sie inzwischen auch an einem Punkt angelangt, wo SIE sich nichts mehr gefallen lassen muss. Wie einst Carrie, so verfügt auch Rachel über telepathische Kräfte, die sie nicht kontrollieren kann und will. Auf einer ausgelassenen Party kommts schließlich zum Befreiungsschlag...
Keine tiefenpsychologische Metaphern aufs Erwachsenwerden und dem Erwachen der Sexualität, kein hintergründiger Psycho-Thrill und erst recht keine ausgefeilten Charakterportraits. Statt dessen ein paar lose Verweise und Verbindungen zum ersten Teil, die CARRIE 2 rechtfertigen sollen, eingebettet in einer wenig originellen und kaum überraschenden Geschichte, die unbeirrbar auf ihr furioses, blutdurchtränktes Finale zusteuert. Dieses verspätete wie überflüssige Sequel ist keine Fortsetzung, sondern nur eine Wiederverfilmung: Anstelle neuer Ideen hat man das Ganze lediglich modisch aufgepeppt und den Gewaltpegel entsprechend erhöht. So mit verbrennen, aufspießen, erschlagen, abreißen und so. Sch(m)erzhafter Höhepunkt: wenn das beste Stück harpuniert wird aua! Die Inszenierung gibt sich routiniert und entwickelt stellenweise so etwas ähnliches wie einen eigenen Stil, man wird sich auch nicht langweilen, doch letzten Endes fehlen einfach die brillanten Regie-Einfälle eines Brian de Palma und natürlich ein fesselndes, kluges Drehbuch.
· Jason London gibt sich gerne für Fortsetzungen her: DRACULA II: ASCENCION (2003) & DRACULA III: LEGACY (2005), THE PROPHECY: UPRISING & THE PROPHECY: FORSAKEN (beide 2005) sowie GLASS HOUSE: THE GOD MOTHER (2006). Mena Suvari feitere im selben Jahr ihren Durchbruch in zwei typisch amerikanischen Filmen: AMERCIAN PIE und AMERICAN BEAUTY.
· Obwohl es eindeutig so aussah, als ob Amy Irving den ersten Teil nicht überlebte, kehrt sie hier in ihrer Rolle als Lehrerin Sue Snell erneut zurück. Zachery Ty Brown (Tim Allens Seriensohn aus HÖR MAL WER DA HÄMMERT) spielt einen dieser unsympathischen Schnösel, Gordon Clapp (Det. Gregory Medavoy in NYPD BLUE) seinen Vater. Außerdem dabei: Dylan Bruno (aus der Mystery/Crime-Serie NUMB3RS, Rachel Blanchard (SNAKES ON A PLANE) und Justin Ulrich (MONSTER MAN; LAKE PLACID 2)
· Gähn. (HEYNE FILMJAHRBUCH 2001)
· Wo De Palma eindringliche sexuelle und tiefenpsychologische Metaphern präsentierte, gibt sich Shea mit einem hohlen Abklatsch zufrieden, der mit plakativen Beigaben von Tätowierungen, Videokameras und größerer sexueller Freizügigkeit auf einen modernen Standard gebracht wird. (BLICKPUNKT FILM)

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Aktualisiert ( Dienstag, den 14. April 2009 um 17:41 Uhr )
















