Cavern, the
THE CAVERN
USA 2005 / O: WlthlN / Prod.: Dead Crow Prod. / Laufzeit: 77 Min. (uncut) / FSK: ab 16 Regie, Schnitt, Story + Buch: Olatunde Osunsanmi / Kamera: Yasi Tanida / Musik: Bryan Galvez / Prod.: Ioana Miller, Terry Robbins, Gerald A. Vitatoe Jr. Darsteller: Sybil Temtchine, Mustafa Shakir, Ogy Durham, Andrew Caple-Shaw, Danny Jacobs, Drew Saenz-Hudson, Johnnie Colter u.a.
Wo im Jahr 2005 das Subgenre Höhlen-Horror mit THE DESCENT und THE CAVE gleich zwei Mal vertreten war, dürfen natürlich auch die schlechten und ganz schlechten Billig-Nachahmer nicht fehlen, die freilich immer da auftauchen, wo es auf einer erfolgreich laufenden Welle etwas Kohle abzustauben gibt. THE CAVERN heißt hier der Schnellschuss aus der Hüfte, bei dem der Untertitel Abstieg ins Grauen ausnahmsweise seine Berechtigung hat: hier gehts ab ins filmische Grauen.
Und so steigen wir hinab mit einer kleinen Gruppe junger, dummer Leute, die in Kasachstan in einem Gebiet, das noch nie kartographiert wurde (zumindest stand das so im Drehbuch), eine Höhle erkunden wollen, die tief unter der Erde liegt. Doch wie das so ist: Das Seil wird gekappt, der einzige Ausgang versperrt, die Lampen versagen den Dienst und der abgetrennte Oberkörper genau jener Person, die den einzigen Kontakt zur Außenwelt darstellt, deutet diskret, aber direkt an, dass da unten jemand mordlüstern sein Unwesen treibt...
So weit, so schlecht. Dabei haben doch die Macher sich was Geniales einfallen lassen, etwas ganz Großes, das die Geschichte des Films genauso revolutionieren wird wie einst die Anwendung des Cinemagic-Verfahrens in WELTRAUMSCHIFF MR-1 ANTWORTET NICHT: einen Kameraeffekt namens Hypershake. Regisseur und Kameramann schüttelten sich einen ab und erzeugten einen sogenannten Jump-Cut-Effect, der das Bild permanent verwackelt erscheinen läßt. Wenn damit so etwas Ähnliches wie Action und Atmosphäre erzielt werden sollten, schüttel ich mich und zwar vor Lachen. Hypershake is Hypershit! Das plan- und pausenlose Dauergewackel hat zusammen mit dem Einsatz von Dunstschleier und Unschärfefilter zur Folge, dass man überhaupt nicht sieht, was gerade passiert (was vielleicht auch besser so ist). Offenbar wurde der Hypershake-Effekt hier nur angewendet, um all die Elemente zu vertuschen, die THE CAVERN eventuell als haarsträubend-schlechte Billig-Produktion entlarven könnte: wie etwa das Mini-Budget, die Pappmasché-Kulissen und die Arschgrimassen von Schauspielern, die bestimmt niemand vermissen würde, wenn man sie in irgend einer finsteren Höhle wegsperrt.
Alle möglichen Klischees und Situationen werden lieblos abgehakt, monotones Tunnelgang-Gekrieche wechselt sich ab mit hysterischem Dauer-Gekreische der zu recht unbekannten Darsteller; immer wieder schnappt sich das Monster einen von denen und zerrt ihn schreiend mit in die Dunkelheit. Schlechte Schauspielerei kann aber auch zum schreien sein. Jedenfalls fällt den Protagonisten nichts besseres ein, als da unten, in den dunklen Höhlengängen, alte Konflikte hochkommen zu lassen, da müssen Schuldgefühle abgearbeitet und Eifersüchteleien ausgetragen werden, während Egos und gekränkte Eitelkeiten aufeinander prallen. Die Kerle polieren sich die Fresse, die Weiber glucksen dumm rum und dann wieder brüllen sie sich alle gegenseitig an. Da sollten wohl mehr oder weniger tiefsinnige Charakterisierungen vorgenommen werden, doch wirkt das pausenlose, kleinkarierte Gezänk inmitten einer Situation, in der es um Tod oder Leber geht, wenig glaubhaft und überzeugend.
So kann es um einen Film, der mit 77 Minuten Laufzeit, so langatmig und nervtötend ausfiel, gar nicht gut bestellt sein. Der Regisseur ist sich nicht mal zu blöd, ein animiertes Lagerfeuer aufflackern zu lassen. Das zündelt genauso auf Sparflamme wie der gesamte Film. Das kommt aber dabei heraus, wenn unqualifizierte Film-Azubis eine Kamera in die Hand bekommen. Sie sollten in Zukunft die Finger davon lassen.

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Aktualisiert ( Donnerstag, den 16. Oktober 2008 um 23:45 Uhr )
















