Brutal
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USA 2007 / O: „Brutal“ / Prod.: Barnholtz Entertainment; Rebel Film; Wiseacare Films; The Lenz Films / Laufzeit: 89 Min. (Cut!) / FSK: ab 16 (Kauffassung) bzw. ab 18 (geschnittene Verleihfassung mit SPIO/JK-Kennzeichnung) Regie + Buch: Ethan Wiley / Musik: Joseph Bauer / Kamera: Rebel Wan / Schnitt: Radu Ion, Bayard Stryker / Prod.: Ethan Wiley, Roel Reiné / Ausf. Prod.: Barry Barnholtz Darsteller: Jeffrey Combs (Sheriff Jimmy Fleck), Michael Berryman (Leroy), Sarah Thompson (Zoe Adams), Eric Lange (Evan), Willian Sanford (Rick), Don O. Knowlton (Doc McCall), Kevin Indio Copeland (Barkley) sowie India Dupré, Crystal Stone, Whitney Anderson, Cyrus Alexander u.a. |
„Dieser Film wird Schmerzen bereiten“, verspricht das DVD-Cover – ausnahmsweise wird dieses Versprechen einmal eingehalten. Dieser Film bereitet tatsächlich Schmerzen. BRUTAL – EIN ERBARMUNGSLOSER SLASHER müsste man besser in BANAL – EIN ERBARMUNGSLOSER SCHEISS umbenennen, denn nichts anderes ist dieser gründlich gescheiterte Versuch eines Psychothrillers, der sich ungeniert an große Vorbilder wie DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER und SIEBEN heranpirscht, aber wie eine debile Schmierenkomödie daherkommt. Denn die konfuse Geschichte eines Serienkillers, der in einem verschlafenem US-Hinterland-Nest reihenweise Frauen abmurkst und immer ein Blümchen am Tatort hinterlässt, schwankt permanent zwischen lächerlich und langweilig, als das sie zumindest ansatzweise spannend unterhält. Doch dank der schnarchigen Umsetzung: Fehlanzeige.
Mit Jeffrey Combs und Michael Berryman hat man zwar zwei renommierte Genre-Profis an Bord, doch vermögen auch sie nichts herauszureißen. Combs spielt den örtlichen Sheriff, der über eine Affäre mit seiner Partnerin Zoe (Sarah Thompson) stolpert und mehr an seiner Karriere als an der Aufklärung des Falls interessiert ist. Passend dazu darf er jede Menge dämliche Entscheidungen treffen, die es unmöglich machen, diesen Sheriff Jimmy Fleck ernst zu nehmen. Rein schauspielerisch ist Combs da einfach aufgeschmissen. Ich sehe ihn wirklich gerne, doch wenn seine schlechte Rollenwahl der letzten Jahre (u.a. SHARKMAN, SATANIC, VOODOO MOON) mit diesem Fehltritt gekrönt wird, bekommt einen schon ein Gefühl des „Fremdschämens“. Dagegen hat Kollege Berryman als verschrobener Autist, der mit seinen Spürhunden auf Leichensuche geht, ein paar durchaus nette und sogar sympathische Szenen abbekommen. So ist es um diesen Film eigentlich damit geschehen, wenn der Nebenrollen-Autist den einzigen Unterhaltungsfaktor darstellen darf: etwa wenn Berryman die Macke hat, 34 Mal eine Tür zu öffnen und zu schließen, bevor er durch diese hindurch gehen darf.

Holprig und schnarchig gestaltet sich die weitere Handlung, die durch die betuliche Affäre zwischen dem Sheriff und seiner Untergebenen (von Sarah Thompson einschläfernd verkörpert) auf dem Niveau einer provinziellen Seifenoper anzusiedeln ist. Zoe Adams übernimmt die weiteren Ermittlungen, alberne Hinweise sollen sie zum Täter, in dessen Visier sie schon längst geraten ist, führen, ein nerviger Klatschspaltenreporter stellt lästige Fragen und bla.
Die Identität des Killers wird (ähnlich wie in DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER) schon sehr früh preisgegeben, was grundsätzlich nicht verkehrt ist, könnte doch der Film, wenn er gut geschrieben und gemacht wäre, sein Potential u.a. damit entfalten, wie, wo und wann der Irre endlich geschnappt wird. Doch nichts davon. Bei Wiley ist der Killer der übliche unscheinbare Rauschebart mit Brille und Axt, ein Charakter ohne Charakterprofil, eine Bedrohung, die so gar nichts Bedrohliches an sich hat. Dass es sich bei dem Killer um einen Lehrer handelt (Hallo Andi!) - auch daraus kann Ethan Wiley (HOUSE II; KINDER DES ZORNS V) kein Kapital schlagen. Wiley ist es gewesen, der Regie und Drehbuch verbockt hat und mit diesem Film sowohl künstlerisch als auch persönlich gescheitert ist.
Die Dramaturgie eines Abrisskalenders, Klischees bis zum abwinken, dazu eine Billig-Optik, die BRUTAL als minderbemittelte Low-Budget-Groteske bloßstellt und an ein altes Penthouse-Video erinnert – und selbst dieses ist allemal noch aufregender als Wiley’s grottenschlechte Krimi-Farce, die durch die kongeniale Synchronisation geadelt wird. Und was hier so brutal sein soll – keine Ahnung. BRUTAL hat so gar nichts brutales an sich, dass einzig Brutale taucht ausschließlich im Titel auf. Alternativ dazu kann man auch wählen zwischen „verhungern“ oder ein „mit Arsen vergiftetes Brot fressen“, das läuft auf dasselbe hinaus. Der einzige Nervenkitzel, der von diesem Film ausgeht, kommt von den eingeschlafenen Beinen her.
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Die Verleihfassung mit SPIO/JK-Kennzeichnung ist im Gegensatz zur R-Rated Fassung der US-DVD um ca. 30 Sekunden geschnitten. Die Kauffassung selbst ist um insgesamt ca. 1.30 Minuten geschnitten und ab FSK 16, dennoch bekam auch diese DVD aufgrund den enthaltenen Trailern den roten FSK: ab 18-Stempel verpasst. Für so eine Praxis gibt es wiederum die rote Karte.
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Wem's trotzdem interessiert: die DVD von KSM (VÖ Verleih: 23.03.09; VÖ Kauffassung: 23.04.09) bietet als Extras einen Audiokommentar ohne Untertitel, ein Making of (21 Min.) mit UT, Biografien, eine Bildergalerie und diverse Trailer
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Aktualisiert (Dienstag, den 28. Juli 2009 um 11:00 Uhr)

















