Biohazard - Monster aus der Galaxis
BIOHAZARD
M O N S T E R A U S D E R G A L A X I S
USA 1984 / O: “Biohazard” / Prod.: 21st Century; Viking Films International / Länge: 74 Minuten / FSK: ab 16
Regie: Fred Olen Ray / Musik: Eric Rasmussen, Drew Neumann / Kamera: Paul Elliott, John McCoy / Schnitt: Mriam L. Preissel, Jack Tucker / Ausf. Prod.: Art Schweitzer, T. L. Lankford / Prod. & Buch: Fred Olen Ray / Make-up-Effekte: Jon McCallum / Bio-Monster kreiert von: Kenneth J. Hall
Darsteller: Aldo Ray (General Randolph), Angelique Pettyjohn (Lisa Martyn), William Fear (Mitchell Carter), Frank McDonald (Mike Hodgson), David Pearson (Reiger), Arthur Payton (Dr. Williams), Christopher Ray (Bio-Monster) sowie Charles Roth, Carroll Borland, Richard Hench, Loren Crabtree, George Randall, Brad Arrington, Robert King, Fred Olen Ray (Mediziner #2) u.a.
Um es gleich vorweg zu nehmen: Der Abspann von BIOHAZRD ist das Beste vom ganzen Film und der setzt bereits schon nach 67 Minuten ein, was auch besser so ist, denn noch länger wärÂ’ dieses saublöde Alien-Gekasper kaum auszuhalten gewesen. Fred Olen RayÂ’s (MIT MOTORSÄGEN SPASST MAN NICHT; BEVERLY HILLS VAMP) lausiges Machwerk bietet nur das typische „Monster jagt dumme Menschen“-Schema: Alles fängt natürlich mit einem streng geheimen Experiment des Militärs an. Der Wissenschaftlerin Lisa (die schon damals recht betagte Angelique Pettyjohn in einer herausragenden Rolle) gelingt das Unmögliche: Mittels enormer Gedankenkraft und einem mit ihren Gehirnströmen gespeisten Computersystem beamt sie ein außerirdisches Wesen ins Labor – das MONSTER AUS DER GALAXIS. Und dies hinterlässt eine grausame, eine blutige Spur...
Hier stimmt absolut gar nichts. Was Freddy-Frettchen mit dieser auf Zelluloid gebannten Grausamkeit verbockt hat, ist an Schmott und Stümperei kaum zu überbieten. Sein stupider Schnellschuss ist schlampig geschnitten, schlecht ausgeleuchtet, na ja ... von Regie und Drehbuch, was beides auf das Konto von Ray geht, gar nicht erst zu sprechen. Er meint es mit dieser Geschichte total ernst, seine „humoristischen Auflockerungen“ dagegen, die suggerieren sollen, daß man das Ganze etwas heiterer nehmen soll, lassen BIOHAZARD um so mehr in unendliche Trash-Gefilde stürzen. Ray hat nämlich eine Auffassung von Humor, da fragt man sich schon, wieviel Kopfsprünge in leere Schwimmbecken er gemacht hat... Denn hier gibt es künstlerische Totalausfälle in jeder Hinsicht: Zum Beispiel der einst renommierte Aldo Ray, der am Anfang als dicklicher Grummel-General hilf- und orientierungslos durch die primitiven Kulissen-Attraktionen latscht und mit dieser knalltüteligen Rolle den Arsch seiner Karriere erreicht hat. Oder eben Maestro Fred Olen Ray höchstpersönlich, der mit seinen verunglückten Kamera-Einstellungen schön die Titten von Angelique Pettyjohn in Szene setzt. Oder etwa die jämmerlichen Spezial- und Make-up-Effekte von Jon McCallum und Kenneth J. Hall, die hier ausschließlich zur Strafe genannt werden. Und die Figuren sind das Stammpersonal aus RayÂ’s Gruselküche: ein beknacktes Ehepaar, besoffene Landstreicher, ein tumber Sheriff, doofe Soldaten und kreischende Blondinen, natürlich mit viiieeel Oberweite. BIOHAZARD ist einfach nur dumm, billig und von vorne bis hinten vermurkst. Neben allerlei unfreiwilliger Komik gibtÂ’s wirklich was zum Lachen: Wenn ein Penner das Film-Plakat von E. T. aus dem Müllcontainer fischt und das MONSTER AUS DER GALAXIS darauf rumtrampelt, blitzt sogar Ironie auf – die Ironie des Schicksals.
- Zehn Jahre später inszenierte Ray-Schützling Steve Latshaw eine ebenbürtige Fortsetzung: BIO CREATURE
- Die einzige Rolle, durch der man sich an Angelique Pettyjohn zumindest entfernt erinnern dürfte, war Shana in der STAR TREK-Folge „Meister der Sklaven“. Captain Kirk verdrehte ihr da gehörig den Kopf, was die Pettyjohn offenbar nicht verkraftete: sie landete in der Pornobranche, wo sie unter Pseudonymen wie Ashley St. John und Angelique arbeitete. 1985 hatte sie noch eine Minirolle in Jim WynorskiÂ’s THE LOST EMPIRE, 1992 starb sie völlig vergessen im Alter von nur 49 Jahren.
- Aldo Ray (1926-1991) spielte einst, lange, lange istÂ’s her, an der Seite von Humphrey Bogart und Peter Ustinov in Michael CurtisÂ’ Komödienklassiker WIR SIND KEINE ENGEL (1955). Und nun das hier!
- Im Monsterkostüm steckt übrigens Sohnemann Christopher Ray.
- „Typisches Produkt des Vielfilmers Fred Olen Ray: schnell, billig, simpel und ohne jeden Anspruch inszeniert.“ (HÖLLE AUF ERDEN)

geschrieben von Gast2, Juli 13, 2007
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Aktualisiert (Mittwoch, den 28. Dezember 2005 um 02:22 Uhr)


















> Ray hat nämlich eine Auffassung von Humor, da fragt man sich
> schon, wieviel Kopfsprünge in leere Schwimmbecken er gemacht
> hat...
:-))) brillant, habe herzlich gelacht, danke...