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Arachnia

Benutzerbewertung: / 4
SchwachPerfekt 

USA 2003 / O: „Arachnia“ / Prod.: Edgewood Entertainment 

Regie, Drehbuch + Spezialeffekte: Brett Piper / Musik + Co-Prod: David Giancola / Kamera: Cheryl Friberg, Chuck Harding / Ausf. Prod.: Larry Brahms, Scott J. Jones 

Darsteller: Rob Monkiewicz (Sean), Irene Joseph (Chandra), David Bunce (Prof. Mugford), James Aspden (Moses Cobb) sowie Bevin McGraw, Alexxus Young, Dan Merriman, Fred La Torella u.a. 

 

Edgewood Entertainment nennt sich das Studio, dass ARACHNIA produzierte, womit unmissverständlich an den unnachahmlichen Meisterregisseur Ed Wood (PLAN 9 FROM OUTER SPACE) erinnert werden sollte. Ganz in seiner Tradition steht die Szene zu Beginn, die im Inneren eines Flugzeuges spielt… besser gesagt: eine billige Attrappe mit Sitzgelegenheiten, auf denen die Protagonisten platziert wurden. Hier sollen sie nun in die sogenannte Handlung eingeführt werden: 

Ein unsympathischer Paläontologe (David Bunce) unternimmt mit vier Studenten eine Exkursion, doch das kleine Flugzeug, in dem sie eng beieinander sitzen, gerät in einen Meteoritenschauer und kracht auf dem Acker nieder. Dort warten riesige Monsterspinnen, deren unterirdisches Höhlensystem durch die Meteoriteneinschläge geöffnet wurde und nun mit jede Menge Appetit im Gepäck an die Oberfläche krabbeln. Zunächst findet man Unterschlupf in einer verlassenen Hütte, doch auch da werden sie bald von den Ungeheuern aufgelauert. Na welch’ ein Glück, dass sich der Pilot als wahrer Held entpuppt, der sich wagemutig und mit Kettensäge, Schrotflinte und Molotow-Cocktails bewaffnet ins unterirdische Monsterspinnen-Höhlenlabyrinth vorwagt, um den Biestern den Garaus zu machen. 

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ARACHNIA...wo Riesenspinnen wie Riesenzecken aussehen… Was auch egal ist, sind doch die Monster in solchen Filmen beliebig austauschbar. Respekt verlangt jedenfalls die Entscheidung, im Jahre 2003 auf jeglichen Computer-CGI-Kram zu verzichten, um stattdessen auf handgefertigte Stop-Motion-Effekte zu setzen. Das Ergebnis fiel freilich alles andere als überzeugend aus, ist aber dennoch hübsch anzusehen und allemal besser als die schlecht animierten Monster, die heutzutage aus dem Computer geschissen werden.

Natürlich ist die im selben Zeitraum gedrehte Roland-Emmerich-Produktion ARAC ATTACK, die ein paar Dollar mehr gekostet haben dürfte, der bessere Riesenspinnenfilm: im Gegensatz zu ARACHNIA war nicht nur der Humor freiwillig, es überzeugten (ausnahmsweise) auch die CGI-Effekte auf der ganzen Linie. Etwas Vergleichbares hatte Brett Piper, der hier für Regie, Drehbuch und Spezialeffekte verantwortlich war, gar nicht im Sinn (und im Geldbeutel) gehabt.

Was er mit ARACHNIA herunter kurbelte ist ein herrlich naiver und debiler Schund, der dem nahe kommt, was es vierzig, fünfzig Jahre vorher in Sachen „Monsterfilm“ zu bestaunen gab. Natürlich nicht zu vergleichen mit TARANTULA und FORMICULA, diesen Klassikern des Monsterfilms, die einfach viel schöner sind. Aber wer auch an trashigen Filmchen wie DIE RACHE DER SCHWARZEN SPINNE Gefallen fand, sollte ruhig mal einen Blick in dieses Monsterfilm-Revival riskieren. Natürlich muss man einiges in Kauf nehmen: eine manchmal verkrampfte Regie, hilflose, unmotivierte, unbekannte und überforderte Schauspieler, ein Drehbuch, das wohl besser die Bezeichnung Drehheft verdient hätte, gelegentliche Längen und Monster, die weder zum gruseln, noch zum ekeln, sondern einfach nur zum lachen sind. 

Doch auch wenn Piper im nachhinein mit ARACHNIA nichts mehr zu tun haben will, so spürt man einen gewissen Enthusiasmus, mit dem er und seine Mannschaft zu Werke gingen. Allein schon durch die Verwendung von Stop-Motion-Effekten offenbart Piper eine Liebe zu diesem Genre, das er selbst mit Streifen wie A NYMHOID BARBARIAN IN DINOSAUR HELL (1991), PSYCLOPS (2002) und SHOCK-O-RAMA (2005) bereicherte.
„Sehenswertes“ gibt es in ARACHNIA jedenfalls genug, sofern man natürlich ein Faible für charmant-billigen Monster-Trash hat: Ganz groß die Szene, in der vom weiten zu beobachten ist, wie Riesenspinnenzeckenmonster ein Autodach besteigen, den jugendlichen Trottel aus dem Wagen zerren und (das, was deutlich als Puppe zu erkennen ist) in zwei Stücke reißen. Da bekommt der Begriff „Crashtest Dummie“ eine ganz neue Bedeutung. Toll auch der Zweikampf „Mensch vs. Riesenspinne“ auf dem Hüttendach: das große Krabbeln, wahrhaftig. Zudem kommen Pappen und Attrappen zum Einsatz; es ist schon irgendwie rührend, wie die großen Fühler und Köpfe der Ungeheuer tumb und hilflos im Bild hin- und herschwanken. Was für ein Vergnügen!

 

DVD-Anbieter: Anolis Entertainment / Bild: 1,33:1 (4:3)  / Ton: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 2.0 Surround) / Untertitel: Deutsch / TV-Norm: PAL / Regionalcode: 2 / DVD-Format: DVD-9 / Verpackung: Keep Case / Laufzeit: 83 Min. / FSK: ab12 / Extras: Audiokommentar, Featurette, Trailer dt. & engl., Bildergalerie, 8seitiges Booklet mit wissenswerten Hintergrundinfos von Ingo Strecker (Monstrula.de) sowie der französische Kurzfilm "A Lour" (optional mit dt. UT)

 

 

 
 

 

 

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Aktualisiert ( Mittwoch, den 05. August 2009 um 22:17 Uhr )

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