Home Alle Filme auf einmal A Außer Kontrolle

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USA 1996 / O: "Chain Reaction" / AT: "Die Kettenreaktion" / Prod.: 20th Century Fox / Länge: 102 Min. / FSK: ab 16

  

Regie: Andrew Davis / Musik: Jerry Goldsmith / Kamera: Frank Tidy / Schnitt: Don Brochu, Dov Hoenig, Mark Stevens, Arthur Schmidt / Ausf. Prod.: Richard D. Zanuck, Erwin Stoff / Prod.: Arne L. Schmidt, Andrew Davis / Buch: J. F. Lawton, Michael Bortman / Story: Arne L. Schmidt, Rick Seaman, Josh Friedman 

  

Mit Keanu Reeves (Eddie), Morgan Freeman (Paul Shannon), Fred Ward (Agent Ford), Rachel Weisz (Lily Sinclair), Brian Cox (Lyman Earl Collier), Kevin Dunn (Agent Doyle), Joanna Cassidy (Maggie McDermot), Chelcie Ross (Ed Rafferty), Nicholas Rudall (Dr. Barkley), Tzi Ma (Lu Chen), Krzysztof Pieczynski (Lucasz Screbneski), Julie R. Pearl (Emily Pearl), Gene Barge (James Washington), Nathan Davis (Morris Grodsky), Margaret Travolta (Anita Fermi), Danny Goldring (Clancy Butler) sowie Aaron Williams, Daniel H. Friedman, Godfrey, Johnny Lee Davenport, James Sie, Joan Kohn, Juan Ramírez, Rick Komenich u.a.

 

 

 

Na, hier war aber auch jemand außer Kontrolle, wenn er ausgerechnet den sprechenden Schmalzkringel Keanu Reeves mit der Rolle eines jungen, ehrgeizigen Forschers, der herausgefunden hat, wie man Wasser in Energie umwandeln kann, bedachte. Manch einer kann Wasser in Wein verwandeln, es soll sogar Leute geben, die können Milch in Butter verwandeln. Aber kann Keanu Reeves sich auch in einen Schauspieler verwandeln? Der überzeugend jemanden darstellt, wie er Wasser in Energie verwandeln kann? Nein, kann er nicht. Auch eine Form der darstellenden Künste. Reeves spielt den Computerspezialisten und Maschinenbauer Eddie Kasalivich, ein idealistischer Öko-Dünnbrettbohrer, der eine erfolgreich getestete Anlage zusammen bastelte, welche die Energieversorgung der Erde ewig sichern könnte. Konkurrierende Geheimdieneste und die üblichen finsteren Gestalten bekommen von der Sache bald Wind - fortan befindet sich Eddie zusammen mit der Physikerin Lily (Rachel Weisz, DIE MUMIE, 1999; DER EWIGE GÄRTNER, 2005; THE FOUNTAIN, 2006) auf der Flucht...

 

chain_reaction

 

 

Da sind sie auch schon gefallen, jene drei Worte, die unmissverständlich über CHAIN REACTION schweben wie ein abgestandener Drehbuch-Furz, was kein Wunder ist, zeichnet doch Regisseur Andrew Davis rein zufällig für den spannenden Verfolgungsthriller verantwortlich. AUF DER FLUCHT aus dem Kino, denn Hollywoods Drehbuch-Klempner sind wieder mal AUSSER KONTROLLE. Und zwar mit belangloser, hirnverbrannter Actionkost aus dem Jahre 1996, die in Zeiten von RUNNING SCARED und CRANK vergleichsweise altmodisch wirkt und nach einem bombastischen Beginn, in dem halb Chicago zerstört wird, zu einer unspektakulären Dauerverfolgungsjagd verflacht, die auf die Dauer viel zu lange dauert. So sieht's aus, wenn großes Kino wie aufgeblähtes Fernsehen wirkt. Die verkrampfte Liebesbeziehung zwischen Reeves und Weisz erzeugt nur aufgedunsene Langeweile in diesem wirren Gewusel über unschuldig Gejagte, die auf der Flucht vor Geheimdienstlern, Agenten, Polizisten, Schurken und Filmkritikern mal wieder die wahren Hintergründe eines groß angelegten Komplotts herausfinden müssen. Die Entschlüsselung des mit damaliger AKTE X-Paranoia und diversen Action-Standards (über eine hochklappbare Brücke klettern, mit dem Boot über einen zugefrorenen See donnern) aufgepeppten Rätsels fällt dabei so überraschend aus wie ein Glas stilles Wasser: Hollywoods Fließband-Handwerker speisen uns immer wieder mit demselben Dreck ab. Nun, wenn's einem nicht schmeckt und der schlechte Geschmack im Mund allzu nachhaltig wirkt: nach dem Speisen kommt das Speien. Soll heißen: man kann auch mal zurück kotzen, bevor die einen ankotzen.

 

  • Wer schleicht denn noch so rum: Morgan Freeman (DEEP IMPACT, 1998), der wie schon im Virusthriller OUTBREAK (1995) und der Stephen-King-Verfilmung DREAMCATCHER (2003) irgendwo zwischen Gut und Böse agiert, aber dabei ohne sein Charisma, wie man es etwa aus SIEBEN (1995), MILLION DOLLAR BABY (2004) und BATMAN BEGINS (2005) kennt. Auch mit dabei: Fred Ward (TREMORS, 1990; HEXENJAGD IN L. A., 1991; THE PLAYER, 1992; SHORT CUTS, 1993) als hartnäckiger FBI-Agent und Brian Cox (THE RING, 2002; X-MEN 2, 2003; RED EYE, 2005) als Oberschurke sowie Joanna Cassidy (GHOSTS OF MARS, 2001), Kevin Dunn (NIXON, 1995), Tzi Ma (DANTES PEAK, 1997) und die Schwester von John Travolta. Keanu Reeves und Rachel Weisz waren, schauspielerisch um einiges gereift, 2005 in der brillanten Comicverfilmung CONSTANTINE erneut zu erleben - die Welt ist ein Dorf.  

     

  • Regisseur Andrew Davis landete mit dem platten Schwarzenegger-Terror COLLATERAL DAMAGE (2002) einen richtig bösen Flop, 2006 ging er zusammen mit Kevin Costner und Ashton Kutcher in THE GUARDIAN baden.

  • "(...) ein fast schon rührend dusseliger Ökothriller, der seine Zuschauer für noch dümmer hält als die CIA. Bloß gut, daß ab und an ein Reaktor explodiert. Da kapiert auch der letzte Zweifler, daß die blubbernden Wassertanks mit dem lustigen Laserstrahl waaahnsinnig gefährlich sind." (STUTTGARTER ZEITUNG) 

  • "AUF DER FLUCHT fürs Teenie-Publikum. Beeindruckende Action, geistlose Routine." (TV SPIELFILM)  

     

 

 


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