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"Wanted: A human being willing to become invisible. No remuneration. Box P19.”
 
 
USA 1940 (s/w) / O: „The Invisible Woman“ / Prod.: Universal Pictures / Länge: 70 Min.
 
R: A. Edward Sutherland / Musik: Charles Previn, ungenannt: Frank Skinner / Kamera: Elwood Bredell  Schnitt: Frank Gross / Buch: Robert Lees, Frederick I. Rinaldo, Gertrude Purcell / Story: Curt Siodmak & Joe May
 
Mit Virginia Bruce (Kitty Carroll), John Barrymore (Prof. Gibbs), John Howard (Richard Russell), Oscar Homolka (“Blackie” Cole), Charles Ruggles (George), Edward Brophy (Bill), Donald MacBride (Foghorn), Margaret Hamilton (Mrs. Jackson) sowie Shemp Howard, Anne Nagel, Kathryn Adams, Maria Montez, Charles Lane u.a.
 
 
Die Emanzipation des Horrorfilms vollzog sich schon in Universal's Monsterfilm-Ära der 30er und 40er Jahre, wenngleich es den Frauen in diesem Genre (eigentlich bis heute) vorbehalten blieb ausschließlich für den Schreifaktor zuständig zu sein. Trotzdem sorgte schon 1935 Regisseur James Whale für Gleichberechtigung als er Frankensteins Monster die passende Braut an die Seite stellte - so geschehen in der Fortsetzung FRANKENSTEINS BRAUT, wo sich Boris Karloff und Elsa Lanchester anschickten das sowieso schon tolle Original von 1931 zu überflügeln. In den folgenden Jahren gab es dann mitunter kuriose Begegnungen mit DRACULA'S TOCHTER (1936), der WERWÖLFIN VON LONDON (1948) - und nicht zu übersehen: DIE UNSICHTBARE FRAU.
 
Die unsichtbare Frau
 
Das naive und total ahnungslose Model Kitty (Virginia Bruce) meldet sich nach einem Inserat bei dem merkwürdigen Wissenschaftler Gibbs (John Barrymore), der Großes mit ihr vor hat. Dabei suchte er nur nach einem Versuchskaninchen für seine Experimente: Er möchte einen Menschen unsichtbar machen.  Jeder hält den Mann für einen Spinner, doch Kitty lässt sich darauf ein – und wird tatsächlich unsichtbar. Kitty nutzt die Gunst der Stunde um z.B. ihren doofen Chef mal so richtig zu ärgern. Würde doch jeder machen. Doch da kommt der Gauner Blackie Cole (Oscar Homolka, DER UNHEIMLICHE MR. SARDONICUS) mitsamt seiner Bande der unsichtbaren Kitty und dem verstreuten Prof. auf die Schliche und das Unheil nimmt seinen Lauf...
 
Prof. Gibbs: „Sie sehen aus wie ein zerlaufenes Omelett.”
Kitty: „Dann löse ich mich also schon auf?“
 
Wo Claude Rains 1933 als DER UNSICHTBARE für ernsthaften Horror sorgte, da blieb für Virginia Bruce nur eine alberne, plapprige Gruselklamotte übrig, die das „Unsichtbar“-Thema für eine überdrehte Screwball-Comedy bemüht. DIE UNSICHTBARE FRAU hat ebenso wie DER UNSICHTBARE AGENT (1942) nichts mit Universal's Trilogie um den unsichtbaren Mann (DER UNSICHTBARE, 1933; DER UNSICHTBARE KEHRT ZURÜCK, 1940; DER UNSICHTBARE NIMMT RACHE, 1944) zu tun und ist auch keine Parodie davon. Viel mehr wollte man die Thematik des Unsichtbarseins auf eine humoristische Weise heran gehen, was aber in Kombination mit den völlig  überzeichneten und überdrehten Figuren ein bissel zu aufdringlich, angestrengt und verkrampft daher kommt. Langweilig ist diese Klamotte aus vergangenen Tagen dennoch nicht, vor allem wenn Oscar Homolka als finsterer Gangsterboss mitmischt. Im Grunde genommen macht die unsichtbare Frau das, was viel Jahre später Kevin Bacon in HOLLOW MAN auch tat: andere Menschen ärgern. Nichts bietet sich mehr an, wenn man unsichtbar ist. Natürlich geht das in diesem 70 Jahre alten Film deutlich harmloser und eben auch alberner vonstatten als es im Verhoeven-Spektakel der Fall war. DIE UNSICHTBARE FRAU stammt halt aus einer gaaanz anderen Zeit und genau daraus bezieht die weitestgehend belanglose Gruselkomödie auch ihr Unterhaltungspotential: dafür sorgt mal wieder der reine Nostalgieeffekt. Apropos Effekte: dafür gab es seinerzeit eine Oscar-Nominierung.
 
 
 
  • John Barrymore (1882-1942), der hier den zerstreuten Professor spielt, gehört einer echten Schauspielerfamilie an: Er ist Bruder von Lionel und Ethel Barrymore, Vater von John Drew Barrymore und Großvater der allseits bekannten Drew Barrymore.
 
  • Wem das Gesicht von Gibbs’ Haushälterin Mrs. Jackson bekannt vorkommt ... Es gehört zu Margaret Hamilton (1902-1985) und sie war die böse Hexe im Klassiker DER ZAUBERER VON OZ (1939).
 
  • „Mischung aus Horror- und Screwball-Komödie, die die Filme um einen „Mad Sciencist“, einen verrückten Wissenschaftler, mit soliden Darstellerleistungen und amüsanten Einfällen parodiert.“ (LEXIKON DES INTERNATIONALEN FILMS)
 
  • „Sutherland, der am besten für seine Komödien mit W. C. Fields bekannt ist, inszeniert hier handwerklich sauber, aber dem Film fehlt es an Tempo, um vollständig zu funktionieren.“ (SCIENCE FICTION FILMENZYKLOPÄDIE)
 
  • „Zu angestrengt wirkt der Versuch, die altbekannte Story mit komischen Elementen aufzufüllen.“ (HÖLLE AUF ERDEN)

 


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Aktualisiert (Dienstag, den 24. August 2010 um 22:12 Uhr)

 
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