Unglaublichen Abenteuer des Herkules, die
DIE UNGLAUBLICHEN ABENTEUER DES HERKULES
Ein Hauch von Abenteuer und der Rätselhaftigkeit ferner Länder umgibt den Helden des neuen Constantin-Farbfilms (aus dem Werberatschlag des Constantin-Filmverleihs)
I 1957 / O: Le Fatiche Di Ercole / Prod.: O.S.C.A.R.; Galatea / Laufzeit: 87 Min. / FSK: ab 12 Regie: Pietro Francisci / Musik: Enzo Masetti / Kamera sowie Licht- und Spezialeffekte: Mario Bava / Schnitt: Mario Serandrei / Produzent: Feruccio de Martino / Buch: Ennio De Concini, Pietro Francisi, Gaio Frattini, nach einem Gedicht von Apollonius Rhodios Darsteller: Steve Reeves (Herkules), Sylva Koscina (Iole), Fabrizio Mioni (Jason), Ivo Garrani (König Pelias), Arturo Dominici (Eurysthos), Mimmo Palmara (Iphitos), Gianna Maria Canale (Anteia, Königin der Amazonen), Lydia Alfonsi (die Sybille), Aldo Fiorelli (Argos), Gino Mattera (Orpheus) sowie Afro Poli, Andrea Fantasia (!), Giampaolo Rosmino, Gabriele Antonini u.a. |
Auf dem Weg ins Königreich Iolkos rettet Herkules die liebreizende Königstochter Iole, deren Pferde mit ihr durchgingen, vor den Klippen des Abgrunds. Kaum das er sie in den Armen hält, da schnackelts auch schon zwischen den Beiden. Zusammen machen sie sich auf nach Nossen, wo sie von Ioles Vater, König Pelias, herzlich empfangen werden. Doch am Königshofe herrschen Machtgelüste und Intrigen wie beim Denver Clan, vor allem seit bekannt geworden ist, dass der amtsmüde König Pelias die Regierungsgeschäfte in naher Zukunft abgeben will.
Zunächst soll Herkules seiner eigentlichen Aufgabe, Pelias Sohn, dem eingebildeten Prinzen Iphitos, in Kampftechniken unterrichten, um so aus ihm einen mutigen Krieger und würdigen Thronnachfolger zu machen, nachkommen. Doch dann macht er sich auf, um den gefürchteten Nemeischen Löwen, der schon einige unschuldige Menschen in maulgerechte Portionen zerrissen hat, zu bekämpfen. Iphitos folgt Herkules, gerät in den Kampf mit den Nemeischen Löwen und springt über den Jordan. König Pelias gibt Herkules die Schuld am Tod seines Sohnes; zur Strafe muss er mit dem Stier von Kreta kämpfen. Was ein Herkules ist, wird so einem Stier schon zeigen, wer hier wen auf die Hörner nimmt.
Jason und die Argonauten mischen auch noch mit; zusammen mit Herkules machen sie sich schließlich auf zu einer langen und gefährlichen Reise und die Suche nach dem Goldenen Vlies, das den rechtmäßigen Thronerben auf seinen Platz verhelfen soll. Unterwegs begegnen sie zunächst maulfaulen Insel-Amazonen, die sich als äußerst liebesdurstige und biestige Busch-Zicken entpuppen. Doch bevor das Goldene Vlies gefunden werden kann und Herkules seine Iole in den Arm nehmen darf, muss noch ein fürchterlicher Drache besiegt werden. Zum Schluss darf Herkules seiner Iole damit imponieren, in dem er mit seiner ganzen Muskelkraft den halben Palast zum Einsturz bringt. Und am Ende sind alle glücklich und zufrieden.
Regisseur Pietro Francisci inszenierte mit DIE UNGLAUBLICHEN ABENTEUER DES HERKULES ein knallkunterbuntes Abenteuer, das mit seiner sprunghaften Handlung und vielerlei Zutaten für mächtig viel Laune sorgt. Zusammen mit der Fortsetzung HERKULES UND DIE KÖNIGIN DER AMAZONEN (1959) wurde ab Ende der 50er ein wahrer Boom an Muskelmann-, Schwertkampf- und Sandalenfilm-Epen ausgelöst, der Steve Reeves und Sylva Koscina zu Leinwandstars werden ließ.
Steve Reeves (21.1.1926 1.5.2000), der zwischen 1947 und 1950 für sich die Titel Mr. America, Mr. World und Mr. Universum einheimsen konnte, glänzte bis Mitte der 60er wenn nicht als Herkules, dann zumindest in ähnlich gelagerten Rollen, wo er zeigen konnte, was ein Mann so alles kann. Als da wären DIE SCHLACHT VON MARATHON (1959, eine Regiezusammenarbeit von Jaques Tourneur und Mario Bava), ROMULUS UND REMUS (1961) und SOHN DES SPARTACUS unter der Regie von Sergio Corbucci sowie SANDOKAN (1963) und DIE SCHWARZEN PIRATEN VON MALAYSIA (1964) des späteren Kannibalenfilmers Umberto Lenzi.
Sylva Koscina (22.8.1933 26.12.1994) war bis Ende der 70er eine gefragte italienische Schauspielerin, die u.a. an der Seite von Jean Marais (DIE EISERNE MASKE, 1962), Lino Ventura (SCHIESS, SO LANGE DU KANNST, 1965), Horst Buchholz (UNSER MANN IN ISTANBUL, 1965), Orson Welles (DER KAMPF UM ROM I + II, 1968/69) und Adriano Celentano ASSO (1980) zu sehen war.
Für Kamera und Spezialeffekte war hier (und auch in HERKULES UND DIE KÖNIGIN DER AMAZONEN) kein Geringerer als der große Mario Bava zuständig, der 1960 mit DIE STUNDE, WENN DRACULA KOMMT einen Meilenstein des italienischen Horrorfilms inszenierte.
- Weitere besprochene Filme von Mario Bava:
DIE DREI GESICHTER DER FURCHT (1963)
PLANET DER VAMPIRE (1965)
DIE TOTEN AUGEN DES DR. DRACULA (1966)
- Abenteuerbilderbogen um den historisch belegten Argonautenzug, der als klischeehafter, naiver Traumfabrik-Mythos erscheint. Anspruchslose Unterhaltung zwischen harmlosem Staunen und grotesk-erheiterndem Spaß. (LEXIKON DES INTERNATIONALEN FILMS)
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Aktualisiert (Freitag, den 09. Januar 2009 um 14:52 Uhr)

















