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THE TRIBE

DIE VERGESSENE BRUT

USA 2009 / O: „The Forgotten Ones“ / Laufzeit: 83 Min. (uncut) / FSK: ab 18 

Regie + Buch: Jörg Ihle / Kamera: Christopher Popp / Prod.: Mohit Ramchandani / Ausf. Prod.: Terry Notary 

Darsteller: Jewel Staite (Liz), Justin Baldoni (Peter), Marc Bacher (Ira), Nikki Griffin (Lauren), Kellan Lutz (Jake), Helena Barrett (Myra), Mohit Ramchandani (Mo), Terry Notary (Alpha Kreatur) u.a.

Vom Verleih großspurig als eine Mischung aus THE DESCENT, PREDATOR und LOST beworben, entpuppt sich THE TRIBE schnell als x-beliebiges Monsterfilmchen, in dem eine fünfköpfige Gruppe schnöseliger Twengestalten mit der Yacht auf eine einsame Antillen-Insel kracht und dort von kannibalistisch veranlagten, zotteligen Affenwesen, ausgestattet mit dem Gemüt durchgeknallter Fußball-Hooligans, dranglasiert werden. Deren Identität und Herkunft bleibt zwar im Verborgenen, allerdings fühlte sich Regiedebütant Jörg Ihle dann doch verpflichtet, den Kreaturen einen Hintergrund zu geben: in Form eines genretypischen Prologs, der jegliches Überraschungspotential zerstört. So bleiben auch hier nur die üblichen Verwicklungen und Klischees: bescheuerte Menschen, die sich bescheuert verhalten, nach dem Streiten folgt das Sterben.

                                       

 

Den Vergleich mit dem deutlich härteren und packenderen THE DESCENT unterliegt THE TRIBE eindeutig, zumal die klaustrophobische Atmosphäre und die gut ausgearbeiteten Charaktere unerreicht bleiben. Hier ist man nicht geneigt mit den Figuren mitzufiebern, obwohl sich Hauptdarstellerin Jewel Staite (bekannt aus FIREFLY, der Kinoadaption SERENITY sowie STARGATE: ATLANTIS) als einzige Überlebende bis zum Schluß wacker schlägt. Ihle inszenierte bestenfalls routiniert, doch wird sein Survival-Monster-Horror im großen Sog ähnlicher Beiträge untergehen wie die Yacht seiner langweiligen Figuren. Vielleicht hat man einfach zu viele Filme dieser Art gesehen, obwohl Greg McLean kürzlich mit dem tollen ROGUE, dort mit einem Riesenkrokodil, bewiesen hat, wie viel man aus einer hinlänglich bekannten Ausgangssituation herausholen kann. Obwohl Ansätze durchaus erkennbar sind, etwa wenn eine Sequenz mehrere Minuten komplett dialogfrei auskommt und Jewel Staite inmitten nachtblinder Kreaturen ganz auf sich allein gestellt ist.

Ansonsten hält sich der Originalitätsgehalt in Grenzen und wer bei so einer Tier-Angriff-Geschichte auf splattrige Effekte hofft, wird enttäuscht sein, denn außer ein paar blutigen Kratzspuren im Oberkörper fällt THE TRIBE recht zahm aus. Da gibt’s ja auf jeder Schlachterschürze mehr Blut zu sehen.


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Aktualisiert (Mittwoch, den 10. Juni 2009 um 23:52 Uhr)

 
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