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STORM WARNING

Australien 2007 / O: „Storm Warning“ / Prod.: Resolution Independent / Laufzeit: 82 Min. 

Regie + Musik: Jamie Blanks / Kamera: Karl von Muller / Schnitt: Jamie Blanks, Geoff Hitchins / Ausf. Prod.: Mark Pennell / Prod.: Pete Ford, Gary Hamilton / Buch: Everett De Roche

Darsteller: Nadia Farès (Pia), Robert Taylor (Rob), John Brumpton (Poppy), David Lyons (Jimmy), Mathew Wilkinson (Brett), Jonathan Oldham

 

 

Jamie Blanks, der Regisseur von DÜSTERE LEGENDEN, hat sich nach einer Frechheit namens SCHREI, WENN DU KANNST eine längere Regie-Auszeit gegönnt und zieht nun in seinem dritten Film auf der zur Zeit so angesagten Survival-Thriller- und Terrorfilm-Welle, in der mordende und folternde Psychopathen ihr Unwesen treiben, kräftig mit. Wenn dann noch auf dem DVD-Cover der werbeträchtige Slogan „Von den Machern von WOLF CREEK“ (hier allerdings nur in Gestalt von Produzent Gary Hamilton) prangert, kann man sich denken, wohin auch diese (Urlaubs-) Reise gehen wird. Für die französische Künstlerin Pia und ihrem Mann Rob, einem Anwalt, jedenfalls in ein Naherholungsgebiet der speziellen Sorte, bei dem sich der ursprünglich geplante Bootstrip zur australischen Küste zum Überlebenskampf pur entpuppt. Es kommt wie es kommen muss: die beiden Ausflügler verirren sich, ein Sturm zieht auf und das Motorboot versagt den Dienst. Pia und Rob retten sich an Land und finden in einer verwahrlosten, scheinbar verlassenen Hütte Unterschlupf. Doch dann tauchen die drei Hauseigentümer, zwei gewalttätige Rüpel-Brüder mit ihrem nicht weniger sympathischen Daddy (herrlich widerlich: John Brumpton), mit vorgehaltener Waffe auf – und sind zunächst alles andere als begeistert über die ungebetenen Eindringlinge… 

Wenn schon mit dem Titel WOLF CREEK geworben wird, dann muss sich STORM WARNING dem Vergleich auch stellen, doch gerade da unterliegt Jamie Blanks sowohl was Intensität als auch Stimmung und Realismus anbelangt eindeutig. Statt der rauen, grobkörnigen Bildsprache von Greg McLean dominiert bei Blanks wie gewohnt eine allzu gelackte Hochglanz-Atmosphäre. 

Psychologisch am glaubwürdigsten, sofern sich das in solchen Filmen überhaupt sagen lässt, ist die erste Hälfte, in dem das Pärchen Rob und Pia den Spielchen und Demütigungen der drei Rednecks hilflos ausgeliefert ist. Während sie fortwährend deren Vergewaltigungsversuche abwehren muss, liegt er wenig später bewusstlos und mit gebrochenem Bein in der Scheune. Wo Frau auf sich allein gestellt ist, wird es in der zweiten Hälfte ziemlich unglaubwürdig, mitunter lächerlich, was der alte Drehbuch-Hase Everett De Roche, immerhin schon bald 40 Jahre in diesem Geschäft, hier aufbereitet. Wenn die gute Pia, eingesperrt und mit den Nerven völlig am Ende, mit den Worten „Um ein gefährliches Tier zu fangen, musst du denken wie eins – nur noch gefährlicher“ über sich hinaus wächst und aus dem Werkzeug-Arsenal in der ollen Scheune ihr gesamtes Fachwissen von MacGyver bis zur Hobbythek anwendet und auf äußerst kreative Weise tödliche Fallen für ihre Peiniger bastelt, kann man STORM WARNING schon weniger ernst nehmen. Obwohl man ihm zugute halten muss, dass er ohne jedwede humoristische Auflockerungen um Ernsthaftigkeit bemüht ist. Originalität und schauspielerische Spitzenleitungen sollte man hierbei nicht erwarten, doch dank kontinuierlich steigender Spannung und Blanks’ straffer Inszenierung bleibt der immer blutiger werdende Brutalo-Reißer packend bis zum Schluss. In nächtlicher Dauerregen-Gewitterkulisse wird den drei Fieslingen ziemlich übel zugesetzt, dagegen geht unser Pärchen größtenteils ohne größere Blessuren davon. Hardcore-Horrorfans werden im letzten Drittel mit einer Reihe knalliger Gore-Effekte belohnt, speziell zum Thema „Kastrationsangst des Mannes“ ist nach HOSTEL 2 längst noch nicht alles gesagt…  




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Aktualisiert (Montag, den 11. Februar 2008 um 18:15 Uhr)

 
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