Sharkman - Schwimm um dein Leben
"Schwimm um dein Leben!"
USA 2005 / O: Hammerhead: Shark Frenzy / Prod.: Nu Image, Equity Pictures, Active Entertainment / Laufzeit: 88 Min. / keine Jugendfreigabe
Regie: Michael Oblowitz / Musik: John Dickson / Kamera: Emil Topuzov / Schnitt: Alain Jakubowicz / Ausf. Prod.: Danny Dimbort, Manfred Heid, Gerd Koechlin, Josef Lautenschlager, Avi Lerner, Trevor Short, Andreas Thiesmeyer, John Thompson / Prod.: Boaz Davidson, Ken Badish, David Varod / Buch: Monty Featherstone, Howard Zenski / Story: Boaz Davidson, Ken Badish
Darsteller: Jeffrey Combs (Dr. Preston King), William Forsythe (Tom Reed), Hunter Tylo (Amelia Lockhart), Elise Muller (Jane Harper), Arthur Roberts (Whitney Feder), G. R. Johnson (Bernie Amos), Anton Argirov (Hammerhead), Maria Ignatova (Julie), Velizar Binev (Dr. Krause), Lydie Denier (Katie) u.a.
"Wäre ich Andy Warhol, dann wäre dieser Film sehr lustig." (Michael Oblowitz)
Invasion der Monster - aus dem Ami-TV! Nach der Mücken-Mutation in MOSQUITO MAN, dem x-ten ALIEN-Verschnitt namens CREATURE, dem Killerfisch-FRANKENFISH-Trash, den lächerlichen, computeranimierten Schlangen aus BOA VS. PYTHON und SNAKE KING sowie dem Leberegel-Ekel LARVA wurde 2005 ein Ding auf den kostengünstigen TV- und DVD-Markt geworfen, auf das wirklich alle Tier-Horror-Fans gewartet haben: HAMMERHEAD - SHARK FRENZY. Der Originaltitel ist länger als sein Inhalt. Da wo DEEP BLUE SEA aufhörte, da fängt SHARKMAN erst richtig an. Abtauchen in den Abgrund des modernen Monster-Trashfilms mit Jeffrey Combs als beknacktem Wissenschaftler, der die Zellen eines Menschen mit denen eines Hammerhais kreuzt:
Die überlegene Stärke eines Hammerhais gekoppelt mit der menschlichen Intelligenz. Eine belustigende Ausgangsidee, aber im Endresultat ein schlecht erzählter Treppenhauswitz, den ein frustrierter Kabelträger auf Nu Images Fluren vor sich hinnuschelte, von zwei Zeilenschindern, die sich als Drehbuchautoren verkauften, zu Papier gebracht wurde und von Regie-Dussel Michael Oblowitz als einer der Gurken des Jahres 2005 verwurstet wurde.
Pharmazeut Whitney Feder wittert ein dickes Geschäft: Dr. Preston King (Jeffrey Combs) hat das Stammzellenrätsel gelöst! Mit der Heilung von Krebs würde auch ein ordentlicher Geldbatzen in die Konzernkasse fließen. Feder selbst reist mit einem Untersuchungsteam zu der idyllischen Pazifik-Insel, wo King, abgeschottet von der Außenwelt, über Jahre hinweg seine geheimen Experimente durchführte. Mit dabei ist auch die Biologin Amelia, die beinahe das werte Schwiegertöchterchen von King geworden wäre, denn vor 5 Jahren war sie mit seinem Sohn Paul verlobt, bevor dieser an Krebs starb. Und nun der Clou: Paul lebt noch! Denn dem guten Dr. King ist es gelungen, die Stammzellen seines Sohnes mit denen eines aggressiven Hammerhais zu kreuzen. Als Haifisch-Mutant macht er Land und Wasser unsicher. Die Anwesenden werden erst einmal vorsorglich weggesperrt, doch zum Glück ist ja noch Amelias neuer Schnuckiputz (William Forsythe) dabei, der allen die Flucht ermöglicht. Eine blutige Hetzjagd quer über die ganze Insel nimmt seinen Lauf, bis dem übergeschnappten King die Wahnsinnsidee kommt, Amelia mit Paul, dem Sharkman, paaren zu lassen.
Was für ein Unsinn: ein knapp 90minütiger Schenkelklopfer, mitfinanziert übrigens von dubiosen deutschen Geldgebern. Bei dem miserablen Skript und der unterirdischen Regie stehen auch zwei Veteranen wie Jeffrey Combs und William Forsythe auf verlorenem Posten. Vielleicht wusste Combs, worauf er sich einließ und rettete sich darum in hoffnungsloses Over-Acting. Mit seiner altmodischen Sonnenbrille und dem Schnauzbärtchen ist er zwar ganz amüsant anzusehen und macht noch das Beste aus seiner Standardrolle des durchgeknallten Wissenschaftlers (zum wievielten Male eigentlich?), doch insgesamt betrachtet agiert er weit unter seinen Möglichkeiten und muß bisweilen unmögliche Monologe aussprechen. Forsythe hat mir in LARVA (ebenfalls aus dem Hause Nu Image) als grummeliges Landei besser gefallen, hier liefert er als bierbäuchige Bruce-Willis-Parodie seinen schauspielerischen Offenbarungseid ab. Das er es doch noch drauf hat bewies er als rachsüchtiger Sheriff in Rob Zombies's DAS HAUS DER 1000 LEICHEN-Fortsetzung THE DEVILS REJECTS (2005). Die übrigen Knallchargen gehören ein Leben lang in irgend welche Soap Operas weggesperrt. SHARKMAN ist der zusammengekehrte Abfall schlecht gemixter Genre-Zutaten, was kein Wunder ist, wenn ein Regisseur, der nicht einmal Rührei von Scheiße unterscheiden kann, das Sagen hat. Michael Oblowitz - als die Inkompetenz verteilt wurde, hat er gleich drei mal "Hier!" gerufen. Was hat er, der von Forsythe als "wunderbarer, exzentrischer Mann" gelobt wird, zu bieten? Eine dilettantisch umgesetzte Dauerverfolgungsjagd mit Explosionen, Helikoptern und Gewehrsalven, die holprigen Actionszenen mit den Munition abfeuernden Motorbooten sind auch nicht aufregender als die Drachenboot-Landesmeisterschaften. Mittlerweile sehe ich mich in dieser Art von Filmen von Verfolgungsjagden verfolgt, ähnlich muß sich der paranoide LKW-Fahrer gefühlt haben, der sich auf der Autobahn von Wanderbaustellen verfolgt sah.
Sharkman selbst ist freilich wieder nur ganz kurz zu sehen, vielleicht wussten die Macher ja, wie blöde ihr Viech aussieht. Das übliche, glotzende Monsterauge in Großaufnahme muß ausreichen. Firmenboss Whitney Feder muß sich mit seiner Behauptung, das Haifische nicht an Land spazieren gehen, vom Gegenteil überzeugen lassen, spätestens als der durch den Wald tapsende Sharkman-Boy seine bleich-blonde Stöckelschuh-Tussi in Stücke reißt. Dann wieder schlägt er unter Wasser zu, springt aus Tümpeln oder gerne auch mal auf die Motorhaube. Die unmöglichsten Situationen werden konzipiert, damit der Sharkman was zum Fressen zwischen seine Beißerchen bekommt, was wiederum zu einigen blutigen Splatterszenen führt: ein Arm hier, ein Bein dort, zwischendurch auch mal einen Kopf. Apropos Kopf: das Gehirn kann man vorher abgeben, aber ja nicht vergessen, wieder mit zu nehmen. Gähnen und lachen liegen hier dicht beieinander. Die tropische Südseeinsel entpuppt sich als bulgarische Hundetürkei, wo der Murks denn auch runtergeleiert wurde. Für Heiterkeit sorgen außerdem die zahlreichen CGI-Patzer, man denke nur an die finale Schlusszene, als das Labor in die Luft gejagt wird - aber das Gerippe bleibt trotzdem wacker stehen! Zu den weiteren Highlights zählt das exotische Beiwerk auf Dr. Kings Insel der neuen Monster: Mäuse verzehrende Pflanzen und auf dem Grill ein Schwein mit drei Augen. Daneben wurde dem guten Doktor, der von einem neuen Atlantis und Menschen, die unter Wasser leben können, träumt, noch ein fettleibiger Ygor-Verschnitt zur Seite gestellt, der wie Ottfried Fischer nach dem Hodenpiercing durchs Labor wankt und dem gleich zu Beginn vom Titel gebenden SHARKMAN ein paar Fingerchen abgebissen werden. Das hätten die Autoren dieser Trash-Kanone, die nach hinten los ging, auch verdient.
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Die DVD-Veröffentlichung von Kinowelt, seit Ende 2005 preisgünstig im Handel, bietet als Extras wie gehabt den Originaltrailer und ein nettes, 15-Minuten-Making-of
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"Der Film ist nur Leuten zu empfehlen, die eine hirnrissige Handlung und Laiendarsteller ebenso schätzen wie lausige Special-effects." (WIDESCREEN 12/05)
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"...kurioser und amüsanter Horror-Trash..." (CINEMA 01/06)
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Aktualisiert (Freitag, den 23. April 2010 um 00:15 Uhr)
















