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ROBOT JOX

USA 1989/90 / O: „Robot Jox“ / Prod.: Empire Pictures / Laufzeit: 82 Min. / FSK: ab 12

Regie+Story: Stuart Gordon / Musik: Frederic Talgorn / Kamera: Mac Ahlberg / Schnitt: Lori Ball, Ted Nicolaou / Prod.: Albert Band / Ausf. Prod.: Charles Band / Buch: Joe Haldeman / SFX: David Allen

Darsteller: Gary Graham (Achilles), Anne-Marie Johnson (Athena), Paul Koslo (Alexander), Robert Sampson (Commissioner Jameson), Danny Kamekona (Dr. Matsumoto), Hilary Mason (Prof. Laplace), Michael Aldredge (Tex Conway), Jeffrey Combs (1#Prole), Michael Saad (2#Prole), Ian Patrick Williams (Phillip),Carolyn Purdy-Gordon (Kate), James Marsden (Tommy) sowie Thyme Lewis, Gary Houston, Russel Case, Jacob Wheeler, Del Russel, Larry Dolgin, David Cameron, Bruce McGuire u.a. 

 

Im 21. Jahrhundert: Erbitterte Kämpfe um die letzten Rohstoffreserven der Erde entbrennen zwischenden immer noch recht aktiven Supermächten. In gigantischen Arenen treten hochhaushohe, von Piloten gesteuerte Roboter-Kolosse gegeneinander an; so löst man halt die Konflikte in der Zukunft.Auf der einen Seite der strahlende Held Achilles (Gary Graham), auf der anderen der finstere Russe Alexander (Paul Koslo). Letzterer arbeitet mit unfairen Tricks, was zur Folge hat, daß Achilles mit seinem Geschoss in die Zuschauertribüne stürzt und hunderte Menschen (darunter Jeffrey Combs)unter sich begräbt. Außer Gefecht gesetzt zieht Achilles’ im Reagenzglas gezüchtetes Pusselchen Athena (Anne-Marie Johnson) in den Kampf, wird aber vom skrupellosen Alexander gnadenlos fertig gemacht. Doch Achilles wäre kein strahlender Held, wenn er nicht rechtzeitig wieder zu Sinnenkommen würde. Der letzte Kampf führt beide Kontrahenten schließlich bis in den Weltraum...

Stuart Gordon, eine einflussreiche Hand im Horrorgenre der 80er, verzichtete völlig auf die von ihm gewöhnten Blutrünstigkeiten, die seine Splatterklassiker RE-ANIMATOR (1984), FROM BEYOND (1986) und DOLLS (1987) auszeichnete und inszenierte lupenreine Sci-Fi-Unterhaltung für die ganze Familie. Die Klischees, mit denen er spielt, wirken manchmal platt und einfallslos, wie etwa die Charakterisierung von Achilles und Alexander, ebenso das Holzhammer-Happy-End mit seiner aufgesetzten Moral. Doch so naiv Gordons donnerndes Riesenroboter-Kampfspektakel selbst zur damaligen Zeit schon war, so kann man im Kleinen durchaus zahlreiche Seitenhiebe, u.a. auf schwer gewichtete Themen wie Rassismus, Kapitalismus und Schwangerschaft, ausmachen. Gordon schien an dieser Art von Film Gefallen zu finden und drehte später mit Christopher Lambert die futuristische Knast-Action FORTRESS (1992) und mit Dennis Hopper die Sci-Fi-Komödie SPACE TRUCKERS (1996). Die auf ihre Art immer noch sehenswerten, aber leider deutlich sichtbaren Spezialeffekte mit den kämpfenden Riesenrobotern besorgte David Allen im Ray-Harryhausen-Stil; die übrigen, manchmal allzu spärlichen Dekors und Billigkulissen unterstreichen dafür die Dark-Future-Atmosphäre. Doch hier sieht man schon, daß gespart werden musste: Das für seine Maßstäbe groß angelegte Projekt (10 $ Dollar Budget!) stürzte Charles Band’s Empire-Pictures-Studios schließlich in den Ruin (woraufhin er geschwind Full Moon Entertainment aus der Taufe hob). 

  • Bekannt geworden ist Gary Graham vor allem als Detective Matthew Sikes im ALIEN NATION-Universum. Sowohl im Kinofilm von 1989, der bei uns unter SPACECOP L. A. 1991 lief, als auch in den zwischen 1995 und 1997 entstandenen TV-Filmen gab er die Rolle zum Besten. Auch im STAR TREK-Universum hatte er Gastauftritte: In der VOYAGER-Folge „Cold Fire“ aus der 2. Staffel sowie in ENTERPRISE als vulkanischer Botschafter Soval.

  • Der am 27.06.1944 in Deutschland geborene Paul Koslo ist spezialisiert auf Sci-Fi-Filme der zweiten und dritten Klasse: X-TRO II (1990), SHADOWCHASER (1992), DOWNDRAFT (1996) und INFERNO (1999, mit Klopper-Heini Van Damme). Koslo’s Kinokarriere begann mit einer kleinen Nebenrolle an der Seite von Charlton Heston im Endzeit-Drama DER OMEGA MANN (1971), viele Jahre später führte der Totalflop STARFIRE (1990) wieder beide auf eine Besetzungsliste zusammen.

  • Stuart Gordon setzte in den Nebenrollen auf bewährte Darsteller, die Fans vor allem aus den oben erwähnten Werken kennen: z.B. Robert Sampson (Dekan Halsey aus RE-ANIMATOR) als Commissioner Jameson sowie Ian Patrick Williams und Gattin Carolyn Purdy-Gordon, die in DOLLS ein dermaßen (herrlich) hässliches Elternpaar abgaben, daß sie hier ungleich sympathischer auftreten durften. Und in der Zuschauertribüne? Da sieht man, wenn man genau aufpasst, Everybody's-Darling Jeffrey Combs die „Robot-Jockeys“ anfeuern. 

  • Trotz Pleite kann man immer noch einen Cent rausholen, dachte sich Charles Band und recycelte Ideen und Effekte in seinem lustigen Quickie ROBOT WARS (1992), der von Papa Albert inszeniert wurde und hierzulande praktischerweise unter ROBOT JOX II erschien. Auch im fürchterlichen Endzeit-Trash KAMPF DER ROBOTER verwendete Filmfledderer Band in bekannter Manier diverses ROBOT JOX-Material. Nicht zu vertreten ist der üble Nachzieher ROBO WARRIORS (1996, mit James Remar u. James Tolkan), der sich als lose Fortsetzung an Gordon’s Film anlehnt. 
  • „Joe Haldeman, was schreibst du bloß für Sachen. Stuart Gordon, was inszenierst du bloß für Filme.“ (Ronald M. Hahn & Volker Jansen, LEXIKON DES SCIENCE FICTION FILMS)

  • „Gordon hat sich in seine blutrünstigen Effekten (...) sehr zurückgehalten und handhabt die subtilen, humorvollen Pulp-Science-Fiction-Elemente mit sicherer Hand und verleiht somit dem Film ein zusammenhängendes Comic-Flair in der Tradition von Bands TRANCERS und SWORDKILL (1984).“ (DIE SCIENCE FICTION FILMENZYKLOPÄDIE)

  • „Die kurzweilige und anspruchslose kost recycelt Westernversatzstücke und Anleihen aus der Antike für den umsatzträchtigen Teeniemarkt.“ (Andreas Bertler, HÖLLE AUF ERDEN)

  • „Der Film ist handwerklich recht ordentlich, wobei man bei der tricktechnischen Umsetzung der riesigen Roboter einige Abstriche machen muß.“ (Frank Trebbin, DIE ANGST SITZT NEBEN DIR)

  • „Mit recht durchsichtigen Modelltricks aufgemotzte Variante der „Transformers“-Geschichten, in der Regisseur Stuart Gordon rein gar nichts von jenem nachtschwarzen Humor beweist, der ihn nach RE-ANIMATOR und FROM BEYOND zum Hoffnungsträger des phantastischen Films gemacht hat. (HEYNE FILMJAHRBUCH 1991)

  • „Relativ solide inszeniertes Science-Fiction-Spektakel mit Anleihen beim Western und Motiven der antiken Tragödie.“ (LEXIKON DES INTERNATIONALEN FILMS)     

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Aktualisiert (Montag, den 07. Mai 2007 um 21:52 Uhr)

 
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