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                 PANIK IN DER SIERRA NOVA

                                          

                                         Als die Tiere den Wald verließen...

                                                                                                                

USA 1977 / O: „Day of the Animals“ / AT: „Something Is Out There“ / FSK: ab 16 / Laufzeit: 93 Min. 

Regie: William Girdler / Musik: Lalo Schifrin / Kamera: Robert Sorrentino / Produktion & Story: Edward L. Montoro / Buch: William Norton, Eleanor E. Norton 

Darsteller: Christopher George (Steve Buckner), Leslie Nielsen (Paul Janson), Lynda Day George (Jerry), Richard Jaeckel (Prof. MacGregor), Michael Ansara (Daniel), Ruth Roman (Shirley), Paul Mantee (Ray Moore), Walter Barnes (Ranger Tucker), Andrew Stevens (Bob) sowie Jon Cedar, Bobby Portes, Susan Backlinie, Kathleen Bracken, Michelle Stacy u.a

                                                                                                                       

Inmitten des in den 70er Jahren angesagten Öko- und Tier-Horrors ließ der darauf spezialisierte William Girdler ein Jahr nach seinem bärigen Waldabenteuer GRIZZLY (1976) fast alles aufmarschieren, was vier Beine oder zwei Flügel hat. Seine damaligen Hauptdarsteller Christopher George und Richard Jaeckel (U 4000 – PANIK UNTER DEM OZEAN) hatte er gleich mit eingesackt: 

Hier spielt Christopher George (1929 – 1983), bestens bekannt aus Lucio Fulci’s Splatter-Klassiker EIN ZOMBIE HING AM GLOCKENSEIL (1980), den Reiseführer Steve Buckner, der eine bunt zusammen gewürfelte Wandergruppe durch den Nationalpark der Sierra Nova geleitet. Unterwegs wird der gesellige Haufen immer wieder von aggressiven Tieren angegriffen. Der harmlose Ausflug wird zum harten Überlebenstraining, spätestens wenn auch die Menschen dasselbe Verhalten an den Tag legen. Zum Glück nur ab 1500 Meter über dem Meeresspiegel. 

“Ich sage Ihnen, das hängt mit dieser Ozongeschichte zusammen. Ich kann es zwar nicht begründen, aber ich fühle es.“ 

PANIK IN DER SIERRA NOVA ist der ultimative Tier-Horror, denn hier gibt’s die ganze Palette: Wölfe, Vögel, Ratten, Hunde, Bären, Verheiratete... William Girdler lässt sie alle aufmarschieren und obwohl er einige Waldbewohner recht rabiat zuschnappen lässt,  ist sein tierischer Frontalangriff so harmlos wie ein Rundgang durch den Strehlaer Kleintierzoo. Tier-Horror-Freunde kommen zwar auf ihre Kosten, rein inhaltlich hangelt sich Girdler durch die biedere 70er-Jahre-Katastrophenfilm-Dramaturgie und lässt inmitten lauernder Gefahren eine bunte Protagonisten-Schar ihre nervigen Privatproblemchen austragen. 

Da haben die beiden Drehbuchautoren eine wirklich illustre Truppe zusammengetrommelt: u.a. einen eitlen Werbefuzzi (die spätere NACKTE KANONE Leslie Nielsen in einer ausgezeichneten Schurken-Rolle), einen kauzigen Professor (Richard Jaeckel), ein Indianer (Michael Ansara, UNTERNEHMEN FEUERGÜRTEL) mit weisen Ratschlägen, eine gestresste Großstadt-Mutti (Ruth Roman) samt Balg-Plage, ein frustriertes Ehepaar, frisch verliebte Teenies und eine hübsche Nachrichtensprecherin. Einen dicken Waldranger (Walter Barnes) gibt’s natürlich auch noch. Der ökokritische Aspekt, dass die Aggressionen durch die schwindende Ozonschicht hervorgerufen werden, ist nur der lahme Aufhänger für eine mäßige Tier-Angriff-Geschichte, der vor allem bei dem ärgerlichen Schluss seine Bestätigung findet. Für unfreiwillige Komik bürgen Dialog-Köstlichkeiten wie: 

„Oh, Kinder. Ihr setzt euch in den zweiten Hubschrauber.“

„Und welcher ist der zweite Hubschrauber?“

„Der da etwas weiter hinten steht.“

Unter den Darstellern kann nur Leslie Nielsen hervorstechen – 10 Jahre bevor er seinen großen Durchbruch als Frank Drebin (nicht Trebbin!) feierte. Klar ist seine Rolle total überzogen, doch spielt er als Bösewicht mit Riesenego und Tollwut-Charakter, der auch vor Mord und Vergewaltigung nicht zurückschreckt, seine vergleichsweise hölzernen Mitstreiter locker an die Wand (bzw. in den Wald). Sogar einen Ringkampf mit einem Grizzly hält das Drehbuch für ihn bereit. Die traumatischen Ereignisse konnte er dann in Filmen wie DIE UNGLAUBLICHE REISE IN EINEM VERRÜCKTEN FLUGZEUG und DIE NACKTE KANONE verarbeiten. 

  • Das Ehepaar Christopher und Linda Day George sah man auch im Billig-Slasher PIECES (1981) von Spaniens Trash-Regisseur Juan Piquer Simon. 

  • „In Verbindung mit einigen gut gelungenen Tricksequenzen werden hier imposante Tieraufnahmen geliefert, die für das Genre eher ungewöhnlich sind.“ (Frank Trebbin, DIE ANGST SITZT NEBEN DIR) 

  • „Tierhorrorfilm, dessen ökologischer Ansatz hinter blutigen, in ihrer dilettantischen Machart aber unfreiwillig komischen Effekten verschwindet.“ (LEXIKON DES INTERNATIONALEN FILMS) 

  • „Banaler Tierhorror, der nur selten Spannung bietet und deren dilettantische Effekte bestenfalls für unfreiwillige Erheiterung sorgen.“ (Harry Lieber, HÖLLE AUF ERDEN)

 

 


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Aktualisiert (Dienstag, den 14. April 2009 um 19:38 Uhr)

 
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