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Pig Hunt

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"Dreck, Blut und Schweine"  
 
USA 2008 / O: „Pig Hunt“ /
 
Regie: James Isaac / Musik: David E. Russo (Score), Les Caypool u.a. / Kamera: Adam Kane / Schnitt: Graham Willcox / Ausf. Prod.: Robert Mailer Anderson, Nicola Miner / Buch: Robert Mailer Anderson, Zack Anderson
 
Darsteller: Travis Aaron Walde (John Hickman), Tina Huang (Brooks), Howard Johnson Jr. (Ben), Trevor Bullock (Quincy), Rajiv Shah (Wayne), Jason Foster (Jake), Nick Tagas (Ricky), Les Claypool (Priester), Robert Mailer Anderson (Big Train), sowie Philip K. Torretto, Cimi Ahluwalia, Bryonn Bain, Vince Ballew, Max Barnett, Leanne Borghesi, Charlie Musselwhite u.a.
 
Im Wald ist mal wieder die Hölle los: Ein Monster-Keiler treibt da sein Unwesen, ein Mordsbiest mit entsprechendem Mordsappetit – und das wird im weiteren Verlauf gleichermaßen gefürchtet, gejagt und angebetet. Und ausgerechnet in diesen Wald zieht es Yuppie John, dessen Uschi und der übliche, dämliche Kumpel-Anhang. Mal raus aus San Francisco, ab ins Hillbilly Valley, bisschen ausspannen und das machen, was große Jungs eben machen, wenn sie im Wald spielen gehen dürfen: nämlich abwechselnd auf Verkehrsschilder und Tiere schießen. Auf dem Weg zur abseits gelegenen Waldhütte von Johns verstorbenem Onkel treffen die großmäuligen Großstädtler auf zwei zwielichtige Rednecks, doch man kennt sich, man grüßt sich, ist doch John gemeinsam mit ihnen aufgewachsen. Von einem Einheimischen erfährt man auch die Legende vom Ripper, das eingangs erwähnte Wildschweinchen, das aus irgendeinem Grund zum anderthalb Zentner schweren Killer-Keiler mutiert ist und schon diverse Waldspaziergänger auf dem Gewissen hat. Und so beschließt man gemeinsam auf Wildschweinjagd zu gehen. Doch wie das eben so ist, wenn die Großstadt auf die Landbevölkerung trifft: es kommt zu gewissen Differenzen, die einer der Rednecks mit dem Leben bezahlen muß. Wutschnaubend rennt der andere davon und trommelt den Rest seiner Sippe zusammen. Ausgestattet mit dem Fuhrpark aus MAD MAX und diversem Waffenarsenal begeben sich die Rednecks aus dem Hinterwald zum erbarmungslosen Rachefeldzug, die armen City Slickers sind fortan auf der Flucht. Und als ob das nicht genug wäre, treibt da auch noch so eine obskure, zugedröhnte Wald-Hippie-Kommune ihr Unwesen. Unter der Führung ihres Gurkenmesser schwingenden Hohepriesters sorgen die Amazonen (Mal mit, mal ohne Oben ohne) für menschliche Opfergaben, um so dem Ripper, den sie als Gottheit anbeten, die Ehre zu erweisen…
 
      alt
 
James Isaac, der Mann, der Jason im Weltall toben ließ, präsentiert uns in seinem 4. Film einen wüsten Genre-Mix, der vom Tier-Horror über’s Survival-Abenteuer bis zum Backwood-Horror gleich mehrere Genres und damit verbundene, potentielle Gefahren wild durcheinander wirft. Gut so, möchte man meinen, da wird’s wenigstens nicht langweilig. Leider nicht ganz. Denn dummerweise hat das konfuse Drehbuch es verpasst, die vielen Zutaten zu einem homogenen Ganzen zu verbinden. Gerade in dieser Hinsicht waren SEVERANCE (2006) und THE COTTAGE (2008) dramaturgisch ausgereifter und somit noch böser und bissiger. Hier hat man das Gefühl, als hätten die beiden Autoren Yuppies, Hippies, Hinterwald-Rednecks und Wildschweinmonster einfach mal so in den Wald gesteckt, um zu sehen was dabei herauskommt. In diesem Fall: ein blutiger, haarsträubender Partyfilm, der sein Potential nicht voll ausschöpft. Dabei ist es schon einmal zu begrüßen, wenn PIG HUNT die Genres so auf den Kopf stellt, denn eine weitere öde Tier-Angriff-Geschichte, in der ein mutiertes Riesenwildschwein für Ramba-Zamba im Wald sorgt, wäre nicht wirklich nötig gewesen. Zumindest da läßt sich PIG HUNT nicht so ohne weiteres in eine Schublade stecken, an Überraschungen mangelt es dem wilden Treiben jedenfalls nicht.
 
Großer Schwachpunkt ist die erste Hälfte, die nicht so richtig vorankommt und zäh, geschwätzig und manchmal auch langatmig ausfiel. Hat man die aber überwunden, erwartet einem in der 2. Hälfte ein knalliges Gore-Fest, das mit allerlei verrückten Einfällen, irren Verfolgungsjagden, brutalem Gemetzel und blutigen Effekten total über die Stränge schlägt. Damit offenbaren die Macher ihre Liebe zum dreckigen, ruppigen Genre-Kino der 70er und 80er Jahre, wobei neben MAD MAX (1979) auch John Boorman’s Wildnis-Überlebenskampf BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE (1972) und Russell Mulcahy’s RAZORBACK (1984, der Wildschweinfilm schlechthin) ganz herzlich grüßen lassen. Speziell hier kann James Isaac mit konsequenter, straffer Inszenierung und einer stimmigen Hinterwald-Atmosphäre punkten. Ein Trumpf ist der wirklich furiose Soundtrack, dem es gelingt, die diversen Genres entsprechend musikalisch zu untermalen.
 
  • James Isaac (geb. 1960) arbeite als SFX-Fachmann mehrmals mit David Cronenberg zusammen (DIE FLIEGE, 1986; eXistenZ, 1999) und war darüber hinaus an den Effekte zu GREMLINS (1984), DEEP STAR SIX (1989) und VIRTOUSITY (1995) beteiligt. Mit HOUSE III gab er 1989 sein Regiedebüt, später kamen noch JASON X (2001) und SKINWALKERS (2006) dazu.
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  • Als Redneck-Reverend mit dabei: Les Caypool, Ex-Frontmann bei Primus, der es sich nicht nehmen ließ, einige Songs mit beizusteuern
  • Anbieter Splendid bringt PIG HUNT als DVD und Blu-ray in jeweils 2 verschiedenen Versionen auf den Markt: einmal als gekürzte FSK: ab 18-Fassung und einmal als ungekürzte SPIO/JK-Fassung (mit dem Vermerk "Uncut" auf dem Cover)

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Aktualisiert ( Dienstag, den 29. September 2009 um 14:56 Uhr )

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