Náufragos - Gestrandet
N À U F R A G O S G E S T R A N D E T
F / E 2002 / O: Stranded: Náufragos / AT: Stranded; The Shelter / Prod.: Niggeman Indiefilm, Dolores Pictures, Guerilla Films / Laufzeit: 96 Min. / FSK: ab 12 Regie: Luna (aka María Lidón) / Musik: Javier Navarette / Kamera: Ricardo Aronovich / Schnitt: Luis De La Madrid / Prod.: José Magán / Buch: Juan Miguel Aguilera / SFX: Cine Effecto Darsteller: Vincent Gallo (Luca Baglioni), María de Medeiros (Jenny Johnson), Joaquim de Almeida (Fidel Rodrigo), María Lidón (Susana Sánchez), Danel Aser (Herbert Sagan), Johnny Ramone (Lowell), José Sancho (Andre Vishniac), Paul Gilbert (Nachrichtensprecher)
Das kommt nun dabei heraus, wenn man einer Frau die Regie in einem Science-fiction-Film überlässt: eine Art futuristisches Kammerspiel, in dem in einer scheinbar ausweglosen Situation mal wieder ums Überleben gekämpft wird. Und das wird lang und breit ausdiskutiert. Komm, lass uns reden drüber! Lass uns reden über diese nicht allzu ferne Zukunft, in welcher der Mensch beginnt auf Raumfahrt zu gehen. Sechs Astronauten, die mit ihrem kleinen Raumschiff auf dem Mars abgestürzt sind. Der Captain (Johnny Ramone? Johnny Ramone!!!) ist tot. Und wie weiter? Sauerstoff und Nahrung werden nicht ewig halten...
Hinter dem Pseudonym Luna steckt die Schauspielerin María Lídon, die hier auch als Astronautin zu sehen ist und, trotz aller Einwände, die gleich folgen werden, ein respektables Regiedebüt hinlegte. Die gelungene Einstiegssequenz und der faszinierende Vorspann, der den Absturz eines Raumschiffes in einer alternativen Variante darstellt, ließen auf viel mehr hoffen, als der redselige Film einem weismachen will. Die Raumkapsel scheint wie ein willkürlich gewählter Ort zu sein, der nur als Aufhänger dient, um menschliche Emotionen hoch zu kochen. Hoffen, beten, verzweifeln, bangen. Reden, schreien, heulen. Rausgehen oder nicht rausgehen. Den Captain beerdigen oder nicht beerdigen. Reparieren oder nicht reparieren. Wer darf überleben und wer muss sterben. Aufgeben oder weiter machen. Den Film weiter schauen oder ausmachen? So lobenswert es ist, Menschen und nicht Spezialeffekte in den Mittelpunkt eines Science-Fiction-Films zu rücken, so nervend und dialoglastig ist die plapprige erste Hälfte, in der die ewigen Meinungsverschiedenheiten und Streitereien unter der Crew den Film zu einer zähen Angelegenheit machen. Mehr oder weniger geschätzte Schauspieler wie der abgehobene Berufsexzentriker Vincent Gallo, die bezaubernde Maria de Medeiros und Joaquim de Almeida verlieren sich in einem Gewusel aus teilweise peinlichen Dialogen, da ist es fast schon egal, ob NÁUFRAGOS in einer Raumkapsel oder in einer Raststätte auf der A 14 spielt.
Erst in der zweiten Hälfte mit der Erkundung des Mars und einer mysteriösen Pyramide, die auf eine längst ausgestorbene außerirdische Zivilisation hinweist, gewinnt NÀUFRAGOS an Fahrt und wird gegen Ende doch noch spannend. Das aber nun wieder ausgerechnet mit den ausgelutschten Sci-Fi-Elementen. Bleibt also ein optisch anspruchvolles, aber letztendlich zwiespältiges Stück Sci-Fi-Unterhaltung. Das Thema Der Mensch in der Science-Fiction wurde verfehlt, dafür sind die Spezialeffekte umso mehr zu loben, da sie die Handlung auf sinnvolle Weise ergänzen und nicht dominieren.
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Aktualisiert (Donnerstag, den 17. Januar 2008 um 23:35 Uhr)


















