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Gefangen in Raum und Zeit

USA 1989 / O: „Moontrap“ / Produktion: Shapiro Glickenhaus Entertainmet; Magic Films / Länge: 83 Min. / FSK: ab 12 

Regie + Produzent: Robert Dyke / Musik: Joseph LoDuca / Kamera: Peter Klein / Ausf. Prod.: James A. Courtney, Brian C. Manoogian, Alan M. Solomon / Buch: Tex Ragsdale 

Darsteller: Walter Koenig (Jason Grant), Bruce Campbell (Ray Tanner), Leigh Lombardi (Mera), Robert Kurcz (Koreman), John J. Saunders (Barnes) sowie Reavis Graham, Tom Case, Judy Levitt u.a.

 

MOONTRAP – das gigantische Science-Fiction Abenteuer, das die Grenzen des Universums sprengt.

Eine verhängnisvolle Mond-Expedition, eine 14 000 Jahre alte Zivilisation, angriffslustige Killerroboter, die menschliche Körper als Ersatzteillager missbrauchen, ein feindlich gesinntes Raumschiff, das mit seiner Invasionsarmee Kurs Richtung Erde nimmt – und mittendrin: Walter „Chekov“ Koenig und Bruce „Ash“ Campbell als befreundetes Astronautenpaar. Der Stoff, aus dem jugendliche Science-fiction-Träumereien sind – zumindest in den frühen 90ern, als man im pubertierenden Alter und mit großen, staunenden Augen das phantastische Genre für sich entdeckte. Und sich dabei wunderte, was doch für krasse Sachen im Vormittagsprogramm von RTL und RTL II laufen – wohl gemerkt: damals konnte man noch Filme im Privatfernsehen schauen.  Wo es doch um außerirdische Roboter und Maschinen geht, wird MOONTRAP dem TRANSFORMERS-Publikum ein müdes Lächeln abgewinnen, aber das sind sie halt gewesen, die Filme, mit denen man so groß geworden ist:  

Alles beginnt mit der Mondlandung von Neil Armstrong, der damals, als er einen großen Schritt für sich, aber einen kleinen für die Menschheit tat, nicht wusste, das er heimlich von lauernden Killerrobotern beobachtet wurde. 20 Jahre später eiern die altgedienten Astronauten-Recken Grant (Koenig) und Tanner (Campbell) während einer Weltraummission um die Erde, wo sie auf eine schrottreife UFO-Büchse stoßen. Grant zischt mal eben rüber und findet dort eine Weltraum-Mumie, die sich die Macher von Tobe Hooper’s LIFEFORCE ausgeborgt haben, sowie einen Basketball ähnlichen Gegenstand, der sich bei näheren Untersuchungen auf der Erde als äußerst biestig erweist. Da entwickelt das komische Ding aus dem Weltraum doch tatsächlich ein mörderisches Eigenleben und rüstet sich blitzschnell zur Amok laufenden Kampfmaschine auf! Nachdem der Killerroboter erfolgreich über den Haufen geballert wurde, werden Grant und Tanner auf den Mond geschossen, denn es werden dort oben noch mehr von den Dingern vermutet. Der eine oder andere hätte es vielleicht gern gesehen, wenn man den Drehbuchautoren auf den Mond geschossen hätte …– hat man aber nicht und so kommt alles noch schlimmer: Grant und Tanner stoßen auf die Überreste einer längst untergegangenen Zivilisation – und Milva … nein, Mera (Leigh Lombardi), die als einzige Überlebende 14 000 Jahre im Tiefschlaf verbracht hat. Und schon tauchen die ersten außerirdischen Kampfroboter auf, vor denen Mera damals auf der Flucht war...  

14.000 Jahre haben die Kaaliun – mörderische Robot-Aliens – auf diesen Moment gewartet... die Mondfalle schnappt zu.  

Robert Dyke’s Weltraum-Roboter-Trash aus den ausklingenden 80ern hat wie so viele andere Billigfilm-Vertreter mit seinem sichtbar niedrigen Budget zu kämpfen: die Ausstattung ist spartanisch, die Raumschiffe haben Modellbaukasten-Niveau, die Roboter machen das Beste aus ihrer Situation und sorgen für etwas Action und Aufregung. Besonders putzig sind die Szenen, in denen die Astronauten Grant und Tanner mit ihrem Golf-Mobil über die Mondoberfläche, die sich schnell als Modellbau-Sandkasten herausstellt, zuckeln. Die Geschichte ist von ALIEN über TERMINATOR bis hin zu LIFEFORCE geklaut und teilweise so haarsträubend unlogisch, dass der Mann im Mond in Tränen ausbricht. 

Walter Koenig schien sich nicht daran gestört zu haben: nicht immer nur den Parade-Russen von der Enterprise spielen, sondern endlich mal eine Hauptrolle! Sicher musste er die eigenen Ansprüche  etwas herunter schrauben, aber das ist  egal, bekam er doch endlich die Szenen, die sonst immer Captain Kirk vorbehalten waren – incl. der ausserirdischen Schönheit an die Titten grapschen. Die sagt bis zum Schluss kein Wort, was auch nicht verkehrt ist, und schon gar nicht bei einer Frau: ein paar dumme Dialoge weniger. Bruce Campbell muss sich mit der zweiten Geige zufrieden geben, darf aber wenigstens einen netten Tod sterben. Phrasenweise zuckt kurz der typische Campbell-Humor auf, etwa wenn er mit den Tücken eines Kaffeeautoamten in Konflikt gerät.

                                                                         

  • Das herrlich klimpernde Soundtrack-Gedudel stammt von Joseph LoDuca, der auch die Musik zur TANZ DER TEUFEL-Trilogie komponierte. In den 90ern war immer mal wieder von einer Fortsetzung von MOONTRAP die Rede, doch dazu ist es nie gekommen. 

  • Weitere bislang besprochene Filme mit Bruce Campbell: 

    DARKMAN (1990)

    FLUCHT AUS L.A. (1996)

    DOME 4 (1996)

    TERMINAL INVASION (2002)

    BUBBA HO-TEP (2002)

  • „Walter Koenig bekommt für seine stille Größe einen Enterprise-Gedächtnispunkt.“ (TV SPIELFILM)  

  • „Die Krankheit, an der all diese SF-Drehbuchautoren leiden, ist Analphabetismus. Statt das für SF zu halten, was sich vor ihnen schon hundert andere SF-Drehbuchautoren gegenseitig geklaut haben, sollten sie lieber Romane von SF-Autoren lesen, die etwas von ihrem Handwerk verstehen.“ (Ronald M. Hahn & Volker Jansen, LEXIKON DES SCIENCE FICTION FILMS) 

  • „Selbst wenn man die paar billige Trickeffekte dazu benutzt, etwas naiven Charme in Robert Dykes MOONTRAP zu finden, so kommt man nicht umhin, diesen neuerlichen Versuch, den Erfolg von ALIEN zu wiederholen, als zutiefst beschämend anzusehen.“ (Frank Trebbin, DIE ANGST SITZT NEBEN DIR) 

  • „Durchschnittlicher Science-Fiction-Film, der trotz des wenig einfallsreichen Drehbuchs für kurzweilige Unterhaltung mit einigen Action-Intermezzi sorgt.“ (Andreas Bertler, HÖLLE AUF ERDEN) 

  • „Wenig einfallsreiche Science-fiction-Standardware mit ausgedehnten Mondwanderungen und einigen Weltraum-Scharmützeln.“ (LEXIKON DES INTERNATIONALEN FILMS) 

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Aktualisiert (Freitag, den 31. Oktober 2008 um 00:36 Uhr)

 
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