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MIT SCHIRM, CHARME UND MELONE

Mit Schirm, Scheiße und Melone

USA 1998 / O: „The Avengers“ / Prod.: Warner Bros. / Laufzeit: 89 Min. / FSK: ab 12

Regie: Jeremiah Chechik / Musik: Joel McNeely, The Avengers / Kamera: Roger Pratt / Schnitt: Mick Audsley / Ausf. Prod.: Susan Akins / Prod.: Jerry Weintraub / Buch: Don McPherson / SFX: Nick Davis / Digitale Effekte: Alex Bicknell

 

Darsteller: Ralph Fiennes (John Steed), Uma Thurman (Emma Peel), Sean Connery (Sir August de Wynter), Jim Broadbent (Mutter), Fiona Shaw (Vater), Eddie Izzard (Bailey), Shaun Ryder (Bully Boy), Patrick McNee (Unsichtbarer Jones) sowie Eileen Atkins, Carmen Ejogo, Keeley Hawes, Michael Gudley, Richard Lumsden u.a.

Alles mögliche wird heutzutage von der Matt(sch)scheibe auf die große Leinwand gebracht, da war natürlich eine Kino-Adaption der legendären britischen Agenten-Kultserie THE AVENGERS (oder MIT SCHIRM, CHARME UND MELONE, wie die phantasievolle Show hierzulande ausnahmsweise so treffend betitelt wurde) unvermeidlich. Hier nehmen es nun die beiden Top-Agenten John Steed (schrecklich fade und einfach kraß fehlbesetzt: Ralph Fiennes) und Emma Peel (im heißen Lack- und Leder-Outfit und trotzdem irgendwie doof: Uma Thurman) mit dem verbrecherischen Schotten Sir August de Wynter (Sean Connery) auf, der in der Lage ist, das Wetter nach Herzenslust zu manipulieren. Von jedem Land verlangt er nun, daß es für „sein“ Wetter bezahlt...

Böser Ärger: Hick-Hack mit dem Drehbuch, das mehrfach umgeschrieben wurde, der ursprüngliche Komponist wurde gefeuert, weil er die Serienmusik nicht übernehmen wollte und der Film selbst nach katastrophalen Testvorführungen noch bis kurz vor Kinostart von 131 Minuten auf 89(!) zurecht gestutzt. Ein böser 70-Mio.-Doller-Flop. So geht das.

Um es kurz zu machen: Dieses seltsam-sterile Leinwand-Remake ging sowohl bei Presse, als auch bei Publikum gründlich baden. Dabei wurde zumindest versucht, dem Original möglichst nahe zu kommen und so kreiert das Kino-Remake wie die Serie eine Welt für sich. Natürlich wurde alles ein bißchen aufgepeppt und den 90ern angepaßt .... eine eigenwillige, merkwürdige High-Tech-Märchenwelt irgendwo zwischen BATMAN und HUDSUCKER – Big-Budget-Trash mit surrealem Touch, aber ohne Geist und Seele: Rote Telefonzellen inmitten gepflegter Parkanlagen, heimgesucht von chaotisch-plötzlichen Wetterveränderungen, Bomben abwerfende Mini-Helikopter, Teddybärenkostüme, verschiedene Labyrinth-Gefängnisse in Form von Hecken und Schlößern sowie Ur-John-Steed Patrick MacNee in einem Gastauftritt als unsichtbarer Mann. Der Film suhlt sich in einer überaus verschwenderischen Luxus-Ausstattung. Alles ist vom Feinsten – da blitzt das Glas, da glänzt das Chrom. Klingt vielversprechend für Filmfreunde mit Sinn fürs Schräge, hat aber in dieser Form absolut nichts mit dem kultigen Serienoriginal, von dem nur die Namen übrig blieben, zu tun. Weder Regisseur Chechik (BENNY & JOON), der mit diesem hochbudgetiertem Projekt völlig überfordert ist, noch Autor McPherson gelang es, dies alles zu einem sinnlos-sinnvollen und unlogisch-logischem Ganzen zu verarbeiten. Wie in einem anderen Kino-Remake des Jahres 1998, nämlich LOST IN SPACE, geht’s von einem Abenteuer ins Nächste, ohne aber das die absurde, maue Handlung auch nur einen Schritt vorankommt. Nach katastrophalen Testvorführungen und schlimmen Vorabkritiken wurde der - trotz aller Action - manchmal merkwürdig sterile Streifen von 131 Minuten um fast eine Dreiviertelstunde (!) gekürzt - besser so, sonst wäre er noch langweiliger geworden (andernfalls erklärt das so manche Logik-Lücke). Immerhin darf Sean Connery in vielen Szenen seine schottische Vaterlandsliebe demonstrieren. Immerhin.

  • „Ralph Fiennes und Uma Thurman scheitern als Agentenpaar, Sean Connery als Schurke auch - da selbst ihm der übliche Charme abgeht.“ (CINEMA, 10/98)

  • „Ein trotz der akzeptablen Besetzung der Hauptrollen fehlinszenierter Film, dem es für eine Satire an Leichtigkeit und für einen Actionfilm an Einfällen mangelt.“ (ZOOM, 9/98)

  • „(...) Die durchaus tauglichen Einfälle des Drehbuchs werden vom Regisseur jedoch geradezu exemplarisch fehlinszeniert. Krampfhafte Übertreibungen statt absurd leichter Satire, uninspirierte Paraphrasen des BATMAN-Ambientes statt kreativem Understatement und das Fehlen des ironischen Charmes reduzieren die Geschichte zunehmend auf Comicformat, die zuletzt nicht einmal durch ihre eher läppisch wirkende Action punkten kann.“ (MULTIMEDIA)

  • „Es ist den Machern dank solider und gewissenhafter Arbeit gelungen, einen wirklich schönen Film abzuliefern. Action, Tempo und Humor mit Charme gepaart ergeben gute Unterhaltung, der man sich nur schwer entziehen kann.“ (Inken Ebinger, MOVIESTAR 9/98)


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Aktualisiert (Mittwoch, den 14. März 2007 um 19:51 Uhr)

 
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