LD 50 Lethal Dose - Tödliche Dosis
LD 50 LETHAL DOSE – TÖDLICHE DOSIS
„Ich habe Angst um meinen Samen. Diese ganze Elektrizität, die Strahlen und die Mikrowellen – das macht einen steril.“
GB 2003 / O: „LD 50 Lethal Dose”
Regie: Simon De Salva / Musik: Michael Price / Kamera: Robin Vidgeon / Schnitt: Kant Pan / Ausf. Prod.: Simon De Salva, Carlo Dusi, Melvyn Singer, Tim Smith / Prod.: Alistair MacLean-Clark, Basil Stephens / Buch: Matthew McGuchan
Darsteller: Katharine Towne (Helen), Melanie Brown (Louise), Tom Hardy (Matt), Ross McCall (Gary), Toby Fisher (Justin), Leo Bill (Danny), Philip Winchester (Vaughn), Stephen Lord (Spook), Tania Emery (Jenny Wheeler) sowie Alan Talbot, Antony Zaki, Xanthe Elbrick
Wie schon in 28 DAYS LATER sind auch hier militante Tierschützer für den Horror, der folgen wird, verantwortlich. Nur leider ist eben Simon De Salva nicht Danny Boyle, auch wenn LD 50 LETHAL DOSE – TÖDLICHE DOSIS (was für ein Titel) ebenfalls englischer Herkunft ist. Und so ist der Horror in diesem Fall ganz anderer Natur. Schlechte Filme können auch purer Horror sein. Vor allem wenn ausgerechnet Melanie Brown, die quäkende Schreckschraube von den Scheiß-Girls, in der Rolle einer militanten Tierschützerin zu sehen ist. Vor hin, Urteil her – aber schon kann man den Film einfach nicht mehr ernst nehmen. Oh, Melanie Brown, deine missglückten Schauspielversuche machen einen völlig down! Und schaut euch diese Frisur an! Hoffentlich bleibt sie damit mal in der Fahrstuhltür hängen! Jetzt sind wir schon wieder beim Thema „Frisur“ angelangt, ich weiß, immer nur diese Äußerlichkeiten. Schon die Verfechter von Angela Merkel heulten immer wieder auf, dass man sich bei ihr nur auf Äußerlichkeiten (wie eben ihre Frisur) beschränkt, statt konstruktive Kritik zu üben. Nun, für Angela Merkel gilt dasselbe wie für Melanie Brown: befasst man sich erst einmal inhaltlich mit ihnen, stehen einem wirklich die Haare zu Berge. Manche Leute sind eben so unerträglich und nervig, das eine schreckliche Frisur die einzig wirklich konstruktive Kritik an ihnen ist. Viel mehr geben sie einfach nicht her. Und dieser Film hier... der gibt auch nicht viel her.
Es geht also um Tierschützer, die in einem Forschungsinstitut einbrechen, um Versuchskaninchen, Laborratten und anderen kleinen und großen Vierbeinern die Freiheit zu schenken. Einer muß natürlich wieder sein eigenes Ding machen, knackt ein Büro auf – und tappt mitten in eine Bärenfalle. Der Drehbuchautor hat gesagt, hinter der Bürotür müsse eine Bärenfalle stehen, also steht da auch eine! Der Typ wird zurück gelassen, weil die Bullen bereits alarmiert wurden. Im Knast sitzend willigt er einem ganz speziellen Therapieprogramm ein: sich freiwilligen Experimenten zu unterziehen, so kommt er schneller frei. Ein Jahr später bekommt der Rest der Truppe den Hinweis, daß ihr einstiger Kumpel und Umweltaktivist in einer Versuchsanstalt gefangen gehalten wird und die Experimente ihm gar nicht gut bekommen sind. Sie starten eine waghalsige Befreiungsaktion, die für die meisten ziemlich tödlich endet. Die Versuchsstation ist völlig menschenleer und auch sonst geht da einiges nicht mit rechten Dingen zu....
Grauenhaft, einfach nur grauenhaft, was einem hier zugemutet wird. In diesem Fall einen besonders dümmlichen, plakativen Billigreißer mit blutig-plumpen Schockmomenten und durchschaubaren Horroreffekten, die keiner sehen will. Spannung gibtÂ’s nicht, weil man immer weiß, was als nächstes passiert. Es gibt keinerlei Atmosphäre, nicht einen vernünftigen Einfall, kein Tempo, nichts, was man als unterhaltsam bezeichnen könnte. Die Optik ist reizlos, obwohl Kameramann Robin Vidgeon, der für die Qualität der Schreckensbilder in den ersten beiden HELLRAISER-Filmen verantwortlich war, eigentlich ein As auf seinem Gebiet ist. Der Soundtrack nervt, der Schnitt ist holprig und die Darsteller mit dem sprechenden Sumpfdotterhuhn Melanie Brown an der Spitze das Allerletzte. In einer Szene macht ein Joint die Runde. Diese talentlosen Trottelmimen können ja nicht mal glaubwürdig bekifft spielen. Ansonsten gehtÂ’s nur darum, wie dieses Pack durch endlose Gänge tapst und immer mehr dezimiert wird. Lauern etwa wütende Kritiker hinter den Studiokulissen? Schon lange hab ich nicht mehr so einen einfallslosen, grobschlächtigen Blödsinn zu sehen bekommen, der im weiteren Verlauf immer unerträglicher wird. Die Auflösung des Ganzen ist ein Witz. Oder hatten etwa Regisseur De Salva und sein inkompetenter Drehbuchautor so etwas ähnliches wie eine überraschende Wendung im Sinne gehabt? Die wäre eingetreten, wenn sie demütig vor die Kamera getreten wären und offen und ehrlich, wie erwachsene Männer, sich und dem Publikum eingestanden hätten, daß das alles nur ein übler Scherz und überhaupt nicht ernst gemeint war. Das dumme an der Sache ist: sie haben es ernst gemeint.
Verleih: Touchstone, Buena Vista / Ton: Deutsch, englisch, italienisch in DD 5.1 / Bild: 2,35:1 (anamorph, 16:1) / Untertitel: deutsch, englisch, italienisch, französisch, spanisch, russisch u.a. / TV-Norm: PAL / Regionalcode: 2 / Verpackung: Keep Case (Amaray) / Laufzeit: 94 Min. (uncut) / FSK: ab16 / Extras: keine
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Aktualisiert (Sonntag, den 23. März 2008 um 20:19 Uhr)

















