Laughing Dead, the
The Laughing Dead
USA 1989 / O: „The Laughing Dead“ / Prod.: Archaeopteryx; Tercel / 91 Min. / FSK: --
Regie, Buch, Musik, Co-Ausf. Prod.: Somtow Sucharitkul [als S. P. Somtow] / Kamera: D. R. Boyd / Schnitt: Rose A. Weinstein / Prod.: Lex Nakashima
Darsteller: Tim Sullivan (Father O'Sullivan), Wendy Webb (Tessie), Somtow Sucharitkul [als S. P. Somtow] (Dr. Umtzec), Premika Eaton (Laurie) sowie Patrick Roskovich, Larry Kagan, Krista Keim, Gregory Froat, Raymond Ridenour und Forrest J. Ackerman, Bill Warren u.a.
Wie das halt so ist: auch ein Priestergewand schützt nicht immer vor einer Lebenskrise, wie Father O'Sullivan feststellen muss. Um genau diese zu überwinden und seinem unehelichen, von einer ehemaligen Nonne gezeugten Sohn näher zu sein, organisiert er kurzerhand mit einer bunt zusammen gewürfelten Reisegruppe eine Studienreise nach Mexiko, um dort die Maya-Tempel zu besuchen und am berühmt-berüchtigten „Festival der lachenden Toten“ teilzunehmen. Dort wartet schon der teuflische Dr. Umtzec, der mit Hilfe eines von ihm erweckten Totengottes nach der Weltherrschaft giert, wobei ihm das uneheliche Priesterkind als Opfergabe gerade recht ist...

Dämonen, Exorzismus, Basketball spielende Zombies, lachende Tote, blutige Opfergaben mit Kindern - bei so vielen Zutaten dürfte eigentlich keine Langeweile aufkommen, möchte man meinen. Doch brauch' der gebürtige Thailänder Somtow Sucharitkul, von Haus aus Komponist, Dirigent und Schriftsteller, insgesamt eine Dreiviertelstunde, um ... überhaupt nicht so recht in Fahrt zu kommen. Etwas mehr Tempo und Timing (und vielleicht auch Geld) hätte seiner ersten von bislang zwei Regiearbeiten nämlich sehr gut getan. Bis zur Minute 45 brauch es von Seiten des Zuschauers so einiges an Geduld, um das langatmige Geschehen innerhalb der Reisegruppe mit seinen nervigen Charakteren (u.a. ein Sprüche klopfender Fettsack und zwei New-Age-Spinner) ohne große Ermüdungserscheinungen über die Runden zu bekommen.
Ab der 2. Hälfte kommt zumindest die Splatterfraktion auf ihre Kosten - z.B. wenn ein enthaupteter Schädel im Basketballkorb landet, ein Bus über einen Kopf brettert, so das der Augapfel hervorquellt, ein Gesicht durchbohrt und ein abgerissener Arm in den Mund des Opfers gepflockt wird:
Den Körper an die Wand gekickt
Und dort platt gedrückt
Wahlweise auch komplett zerpflückt
Was die lachenden Toten entzückt
Das alles klingt ziemlich verrückt
Doch damit ist noch lange kein guter Film geglückt
Mit betont schrägen und skurrilen Einfällen gelingt Sucharitkul, der hier unter seinem Autoren-Pseudonym S. P. Somtow in Erscheinung tritt, die lange und plapprige Anlaufzeit größtenteils wieder wett zu machen: dem vom Leben gebeutelten Father wird während eines Exorzismus das Herz ausgetauscht, woraufhin er dämonische Züge annimmt und seinen Sohn als Opfergabe für die Götter anbietet, die überlebenden Reisenden dürfen zum antiken Basketballspiel gegen die grummeligen Maya-Zombies antreten, Besessene werden mit Kristallen beworfen, um ihnen so die Dämonen auszutreiben, ein Hobby-Azteke klimpert auf dem Klavier herum und nachdem eine Geisterwand durchschritten wurde, landet man im Finale in einem Höhlenlabyrinth, wo es zum Kampf der Götter kommt: zwei Urwelt-Echsen, die in GODZILLA-Manier aufeinander eindreschen. Doch gerade im unbeweglichen Fight der Gummimonster wird das niedrige Budget dieser semi-professionellen Billig-Produktion besonders sichtbar.
Ob das alles einen Sinn ergibt, spielt da schon lange keine Rolle mehr. Und wenn diese obskure Trash-Schabracke vielleicht als Verballhornung auf Plagen wie diesem Esoterik-Geschwafel und dem christlichen Glauben gedacht sein soll, dann ist dies nur bedingt gelungen. Besonders übel stößt hier die miese deutsche Synchro auf, die Porno-Charakter hat. Spannung in dem Sinne will auch nicht aufkommen, THE LAUGHING DEAD lebt einzig von seinen über die Laufzeit verteilten Trash- und Goreszenen.
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Der 1954 in Bangkok geborene S. P. Somtow (das Pseudonym lässt sich doch besser aussprechen als sein richtiger Name) ist in den USA ein bekannter Horrorautor; Priester-Darsteller Tim Sullivan ein Kollege von ihm. Als Autor war Somtow auch an Brian Yuzna's Monsterfilm-Posse AMPHIBIOUS 3D (2010) involviert. In einem seiner zahlreichen Cameo-Auftritte ist die Sci-Fi-Legende Forrest J. Ackerman kurz zu sehen: als Leiche.
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„Wahnwitziger schwarzer Humor, gepaart mit beinharten Gore-Sequenzen.“ (Andreas Bertler, HÖLLE AUF ERDEN)
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„Immens Aufgebot an blutrünstigen Special-effects.“ (Frank Trebbin, DIE ANGST SITZT NEBEN DIR)
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Aktualisiert (Samstag, den 26. November 2011 um 19:13 Uhr)

















