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L E V I A T H A N

 

 USA 1989 / O: „Leviathan“ / Prod.: Gordon Company; MGM / 93 Minuten / ab 16 

Regie: George P. Cosmatos / Musik: Jerry Goldsmith / Kamera: Alex Thomson / Schnitt: Roberto Silvi, John F. Burnett / Prod.: Luigi De Laurentis, Aurelio De Laurentis / Buch: David Webb Peoples, Jeb Stuart 

Darsteller: Peter Weller (Beck), Richard Crenna (Doc), Hector Elizondo (Cobb), Amanda Pays (Willie), Daniel Stern (Sixpack), Ernie Hudson (Jones), Michael Carmine (DeJesus), Lisa Eilbacher (Bowman), Meg Foster (Martin) sowie Eugene Lipinsky, Larry Dolgin, Pascal Druant, Steve Pelot

 

LEVIATHAN ist ein weiterer Beitrag zu den zahlreichen Unterwasser-Filmen, die Ende der 80er kurzzeitig angesagt waren und mit James Cameron’s ABYSS ihren Höhepunkt fanden: In einer Bergwerkanlage tief unter dem Meeresboden sucht eine achtköpfige Arbeiter-Crew unter dem Kommando des erfahrenen Beck (ROBOCOP Peter Weller) nach wertvollen Mineralien. Zufälligerweise entdeckt das Geologenteam auf dem Meeresboden den gesunkenen russischen Frachters „Leviathan“. Nachdem das Wrack untersucht und der Schiffstresor auf die Forschungsstation gebracht wurde, reißt sich das Großmaul Sixpack (Daniel Stern) heimlich eine Pulle Wodka unter den Nagel, die er später mit einem weiblichen Besatzungsmitglied sichtlich genießt. Tag darauf leiden die zwei Trunkenbolde unter Fieber, Schüttelfrost und grässlichen Hautveränderungen (was auch passiert, wenn man zu viel RTL schaut). Als beide schließlich qualvoll sterben, beginnen ihre Körper aufs grausamste zu mutieren. Die verunstalteten, wieder zum Leben erweckten Leichen werden einfach ins Meer geworfen (!), doch leider bleibt unbemerkt ein deformiertes Bein zurück und das Grauen geht weiter. Der Bordmediziner (Richard Crenna, RAMBO 1-3) entdeckt bei seinen Untersuchungen, daß die Russen in der vermeintlichen Flasche Wodka eine genetisch manipulierende Substanz versteckt haben. Damit das Tod bringende Serum nicht an die Oberfläche gelangt, sprengt er alle Rettungskapseln...

 

Eine neue Definition von Ekel oder so was schwebte Regisseur George P. Cosmatos (RAMBO 2) in seinem wüsten Genremix vor, der sich freilich mal wieder nur hinlänglich bekannter Vorbilder bedient. Auf Anhieb fallen ein: ALIEN (1979), DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT (1982), ABYSS (1989). Neuartige Ideen sucht man, abgesehen von der Darstellung diverser Mutationen und Monster-Tötungspraktiken, vergebens, wobei vor allem die Anleihen aus ALIEN auffallen: Da wäre zum einen die Charakterisierung der übellaunigen Arbeiter-Crew und zum anderen die Kreatur selbst, die seelenruhig im Körper vor sich dahinschlummert, ausbricht und einen nach dem anderen abmurkst. Und besonders ab der zweiten Hälfte fährt Cosmatos ein beachtliches Geschütz an blutrünstigen Ekel-, Schleim- und Schockeffekten auf, doch können damit die mangelnde Atmosphäre, die Logik-Löcher und dramaturgischen Schwächen nur unzureichend gedeckt werden. Das versierte Schauspieler-Ensemble schafft es doch noch, den stereotypen Charakteren etwas Leben einzuhauchen (jedenfalls bis die komplette Nebendarstellercrew dahingerafft wurde...). Ungeachtet dessen macht der Monsterfilm-Jux echt Laune, mit viel weniger Geld wär’ in etwa das herausgekommen, was J. P. Simon im selben Jahr verbockte: THE RIFT.

 

  • Auch mit an Bord: Hector Elizondo (CHICAGO HOPE; TURBULENCE) und Ernie Hudson (GHOSTBUSTERS 1&2; THE CROW). Meg Foster (SIE LEBEN!; OBLIVION 1&2) spielt vom Bildschirm aus die hinterhältige Konzernchefin, die mehr weiß, als sie zugibt. 
  • „Teuer, holprig inszeniert und von keinerlei Qualität getragen. LEVIATHAN bietet außer ekligen Schock- und Blutspritzeffekten nicht viel.“ (LEXIKON DES SCIENCE-FICTION-FILMS)

  • „Kurzweilige, aber wenig innovative Mixtur.“ (HÖLLE AUF ERDEN) 

  • „Trotz aller bekannten Elemente bleibt LEVIATHAN letztendlich ein unterhaltsamer Cinemascope-Rip-Off.“ (DIE SCIENCE-FICTION-ENZYKLOPÄDIE)

  • ,,Und wenn sich kein neuer Drehbuchautor erbarmt, dann beißt und sabbert das Biest bis in alle Ewigkeit.“ (AZ)  

  • „Katastrophenspezialist George Pan Cosmatos inszenierte seinen Alien-Abyss-Verschnitt solide, aber ohne Inspiration. Spannung entsteht vor allem durch Schockeffekte.“ (FISCHER FILM ALMANACH 1991)



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Aktualisiert (Freitag, den 04. Mai 2007 um 03:08 Uhr)

 
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