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Klasse von 1984, die

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SchwachPerfekt 

DIE KLASSE VON 1984

 

 „"Im letzten Jahr wurden an amerikanischen High Schools 280 000 Gewalttaten von Schülern an ihren Lehrern verübt. Unglücklicherweise basiert dieser Film auf wahren Begebenheiten. Glücklicherweise gibt es nur wenige Schulen wie die - Lincoln High“ ... jedenfalls im Augenblick."“ 

 

CDN 1982 / O: "Class of 1984" / Prod.: American World Pictures

 

 Regie: Mark L. Lester / Musik: Lalo Schifrin, Titelsong: Alice Cooper / Kamera: Albert J. Dunk / Schnitt: Howard Kunin / Ausf. Prod.: Mark L. Lester, Merrie Lynn Rose / Prod.: Arthur Kent / Buch: Mark L. Lester, Tom Holland, John Saxton / Story: Tom Holland 

 

Darsteller: Perry King (Andy Norris), Roddy McDowall (Corrigan), Timothy Van Patten (Stegman), Michael J. Fox (Arthur), Merrie Lynn Rose (Diane Norris), Al Waxman (Detective Stewiski), Stefan Angrim (Drugstore), Lisa Langlois (Patsy), David Gardner (Morganthau), Keith Knight (Barnyard), Neil Clifford (Fallon), Erin Flannery (Deneen), Steve Pernie (Rejack) sowie Robert Reece, Joseph Kelly, Elva Mai Hoover, Vincent Abbatino, Evan Green, Linda Sorenson, Claude Rae u.a.

 

 

Andy Norris (Perry King), ein junger, idealistischer Musiklehrer, kommt neu an die Abraham Lincoln High School, wo er gleich mit dem rauen Schulalltag in der Großstadt konfrontiert wird: Waffenkontrolle am Eingangsbereich, Flure und Klassenzimmer, die von Videokameras überwacht werden, patrouillierende Sicherheitskräfte und Lehrer, die sich nur noch mit der Pistole im Aktenkoffer zum Unterricht trauen. Nützt alles nix: eine brutale Jugendgang unter der Führung des leicht psychopathischen Stegman (Timothy Van Patten) hält die Schule in Schach und das Drogengeschäft floriert auch ganz prächtig. „Der Unterricht ist etwas, was sie nebenbei erledigen müssen“, trichtert der hilflose Schuldirektor Norris ein. Dagegen wirken deutsche Schulen wie ein Hort des Friedens und der Harmonie. Alle Versuche von Norris, die Wogen zu glätten, schlagen fehl. Es kommt alles noch viel schlimmer, bis die Situation eskaliert: Biologielehrer Corrigan (hervorragend: Roddy McDowall) läuft Amok, während die Stegman-Gang Norris’ schwangere Frau kidnappt und vergewaltigt. Der Unterricht hat begonnen.

 

Der blutig-brutale Reißer ist als sozial- und gesellschaftskritische Studie kaum zu gebrauchen und wenn doch, dann nur der Film an sich mit all seinen Auswirkungen. Geradezu dreist ist die vorangestellte Behauptung, das alles würde auf wahren Begebenheiten beruhen, womit es mal wieder auf eines hinausläuft: blanke Effekthascherei. Da hat es sich Regisseur und Co-Autor Mark Lester (Stephen King's DER FEUERTEUFEL, 1984) ziemlich einfach gemacht und bezeichnet alle bösen Jungs und Mädels als Punks, damit sie offenbar leicht auszumachen sind. Besondere Aufmerksamkeit verdient Bandenführer Stegman: auf der Straße und in der Schule gibt er die großmäulige Radautüte, während er zu Hause auf der Couch als Mamas Liebling alles in den Arsch gesteckt bekommt. Subtilität ist nicht unbedingt Lesters Stärke. Man kann DIE KLASSE VON 1984 ungeniert als hohl bezeichnen, aber noch hohler war die verkorkste Ansicht eines Schreiberlings im damaligen Kinomagazin „"Guckloch"“: "Wenn der vorher so gepeinigte Lehrer mit der Eisenstange, dem Schweißbrenner oder anderen Kleinigkeiten zurückdrischt, wird er mit Sicherheit vor der Leinwand stürmisch angefeuert, so „toll“ hat Lester hier sein Image aufgebaut. Und sind wir nach dem Kino wieder auf der Straße, kriegt der nächste Punk was auf die Fresse, denn so ein Aussehen können wir uns nicht bieten lassen. Der Film - als Anleitung zum Faschismus."“ [1] Der Vorwurf des Faschismus prallt auf den debilen Kritiker-Knecht, der diese unsinnigen Zeilen offenbar im Alkoholrausch verfasste, zurück. Es ist die verklärte Bestätigung eines eindimensionalen Weltbildes, die alte, plumpe Leier von schrecklichen Filmen, die für den schrecklichen Zustand dieser Welt verantwortlich sind... Die Filme, oh ja, diese Filme - man kann es nicht mehr hören. Der werte Kritiker soll doch froh sein, dass es sie gibt, kann er sie doch für all den Mist auf dieser Welt verantwortlich machen. Punks was auf die Fresse hauen - so ein Unsinn! Diejenigen, die nach DIE KLASSE VON 1984 tatsächlich gewillt sind, Punks zu verdreschen, haben schon vor dem Film ein Rad abgehabt, dazu brauchen sie keine Filme. Also, wenn der Herr Kritiker randalierende, vergewaltigende, mordende und Drogen konsumierende Jugendliche mit Punks gleichsetzt, kann man schon von einem beschränkten Weltbild sprechen. Andersrum könnte man auch Mark Lester diesen Vorwurf machen: warum bezeichnet er die jugendlichen Verbrecher und Gewalttäter als Punks? Wessen Weltbild ist nun beschränkter? Das des Kritikers oder das der Filmemacher? Oder das Weltbild des einen oder anderen Zuschauers, der nach Filmende eben diese randalierenden, vergewaltigenden, mordenden und Drogen konsumierenden Jugendliche tatsächlich mit Punks assoziiert? Ein Film kann sein Publikum nicht heraus suchen. Was ist, wenn ihn sich die falschen Leute ansehen? Das Problem, das jeder Film hat, wurde auch der Emotionsfalle DER UNTERGANG zum Verhängnis. Diskussionsträchtig bleibt DIE KLASSE VON 1984 ohne Frage, reiht er sich doch in die Liste der berühmt-berüchtigten Selbstjustizfilme á la EIN MANN SIEHT ROT oder ICH SPUCK’ AUF DEIN GRAB ein. Und wenn Perry King die Vergewaltigung seiner Frau rächt, offenbart sich DIE KLASSE VON 1984 als hohles Plagiat zu Peckinpah's STRAW DOGS. Sein ursprüngliches Ansinnen hat der Film da schon längst aus den Augen verloren: dieser plakative, dumpf-brutale Rache- und Gewalt-Exzess spielt rein zufällig an einer Schule. Wie ist das nun mit den Gewalt verherrlichenden Filmen? Diese Debatten werden wohl nie enden. Aber wenn ein Kino-Magazin von der Annahme ausgeht, dass die Zuschauer gewillt sind, nach dem Ende des Films Punks zu verdreschen, grenzt das an Nötigung und zeigt, wie einige anstudierte Journalisten die Kinobesucher unterschätzen. Ich weiß es nicht wirklich, aber ich bezweifle, dass nach dem Erscheinen von CLASS OF 1984 Punks verkloppt wurden. Kritiker sehen manchmal auch rot. Außerdem: Man kann den gepeinigten Lehrer auch anfeuern, ohne hinterher Punks auf der Straße eine auf die Fresse zu hauen. 

Ansonsten kann man dem Film eines attestieren: Pädagogisch wertlos. DIE KLASSE VON 1984 fand ich persönlich gar nicht so klasse. Als Zeichen seiner Zeit ist Lesters's Film nicht gänzlich uninteressant: Der Schrecken der Realität hat ihn längst eingeholt.

 

  • Stegman-Darsteller Timothy Van Patten, Halbbruder von Dick Van Patten, beschränkte sich auf die Regiearbeit und inszenierte u.a. mehrere Folgen von SEX AND THE CITY und THE SOPRANOS. Zur Jugendgang gehört auch Lisa Langlois an, die in DAS NEST (1988) eine rücksichtslose Forscherin verkörperte. In einer frühen Nebenrolle kann man den jungen Michael J. Fox entdecken – ganz der Milchbubi. Al Waxman, der den desinteressierten Detektiv spielt, kennen 80-Jahre-Krimiserienfans als Lt. Bert Samuels aus CAGNEY & LACEY (1981-88). Heimlicher Star aber ist der unvergessene Roddy McDowall als zynischer, resignierter Biologielehrer, der den alltäglichen Horror nur bewaffnet und mit einem kräftigen Schluck aus der Pulle übersteht – und daran scheitert. 

 

  • Co-Autor Tom Holland machte sich später vor allem als Regisseur von FRIGHT NIGHT (1985, mit Roddy McDowall), CHUCKY – DIE MÖRDERPUPPE (1988) und den beiden Stephen-King-Verfilmungen THE LANGOLIERS (1995) und THINNER (1996) einen Namen.  

 

  • „Obwohl sich der Film in den ersten beiden Dritteln ganz klar auf dem Krimi- bzw. Actionsektor bewegt, schlägt er doch unversehens in eine Tour de Force des Terrors um, als Perry King in der Rolle des „Neuen“ die Vergewaltigung seiner Frau blutig rächt. Ab dem Moment geht es zu wie in einem ultra-harten Splatterfilm: Es wird verstümmelt und gemordet, was das Latex und Filmblut hergibt.“ (Frank Trebbin, DIE ANGST SITZT NEBEN DIR) 

 

  • „Exploitation, sowie Versatzstücke bekannter Genrebeiträge, bestimmen den Plot. (...) Höhepunkt bildet das Schlussdrittel, in dem viele blutige Szenen geboten werden.“ (Andreas Bertler, HÖLLE AUF ERDEN) 

 

  • „Der zynische Film, bar jeglichen moralischen Anspruchs, versucht seine Botschaft, daß auf Mord und Terror nur mit Mord und Terror geantwortet werden könne, auf besonders perfide Weise zu vermitteln.“ (LEXIKON DES INTERNATIONALEN FILMS) 

 

Unter den zahlreichen, oftmals gekürzten Video- und DVD-Veröffentlichungen sticht besonders die auf 3000 Stück limitierte, in der großen Buchbox erhältliche „Yaerbook Edition“ des österreichischen Anbieters XT Video hervor. Das Bild ist klar und vor allem: der Film selbst absolut ungeschnitten. 

 

Anbieter: XT Video / Laufzeit: 93 Min. / FSK: ungeprüft / Regionalcode: 2 / Bild: 1,85: 1 (anamorph 16:9) / Ton: deutsch + englisch jeweils in Dolby Digital 5.1 und 2.0 (Dolby Surround) / Untertitel: keine / Extras: Audiokommentar, Vorwort und Interview mit Mark L. Lester (Mailand 2003), „La Vie En Rose“ (Originalinterview mit Mark L. Lester), 3 Trailer, Slideshow, Kinoaushangfotos, japanisches Presseheft, Filmografien, Artwork & Promotion und ein 20seitiges Begleitheft



[1] Zitiert aus „Die schlechtesten Filme aller Zeiten“ von Rolf Giesen und Ronald M. Hahn

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Kommentare (14)Add Comment
Intensivpädagogische Praxis
geschrieben von René Zunk, Oktober 31, 2009
Und was hat das mit diesem Film zu tun? Nur weil ich bei DIE KLASSE VON 1984, was Inhalt und Aussage betrifft, anderer Meinung bin: Warum soll ich mir der gegenwärtigen Problematik der Jugendgewalt- und kriminalität sowie unserer Schul- und Bildungssystem-Misere nicht bewusst sein? Mir etwas anderes einreden zu wollen grenzt an dreister Arroganz. Wenn ich mir die beiden Kommentare von dem, der sich "Der Komtur" nennt, so durchlese... - das könnte einer von denen sein, dem wir unsere gegenwärtige Bundesregierung zu verdanken haben. Das örtliche Juso-Infoblättchen... fand ich lustig. Hier schwirrte schon mal einer rum, den die CDU eingeschmuggelt hat. Wenn dieser Komtur bei DIE KLASSE VON 1984 Assoziationen zu realen und aktuellen Ereignissen herzustellen vermag (zur Erinnerung: hier geht es, letzten Endes, um Selbstjustiz!), dann ist das sein Problem und völlig ok für ihn. Bei so einem gestörten Wahrnemungsverhältnis fragt man sich aber: Wo mag wohl seine intensivpädagogische Praxis liegen? An einer Baumschule? Oder trauert er nur jener Zeit nach, wo die Gewalt noch vom Lehrer ausging?
Ihm empfehle ich die Fortsetzung: DIE KLASSE VON 1999 von 1990. Allen anderen: Gus Van Sants beklemmender ELEPHANT aus dem Jahre 2003 - ein Film, der nachwirkt.
...
geschrieben von Der Komtur, Oktober 28, 2009
nun auf die pupertierenden Wortspiele werde ich jetzt mal nicht eingehen, ihre Polemik ist geradezu lächerlich, man kennt so etwas aus Mittelstufen-Schülerzeitungen und dem örtlichen Juso-Infoblättchen.
Mein lieber "Kritiker" es mag sein, daß dieser Film mit den überzogenen Stilmitteln der 80er Jahre arbeitet, in diesem Kontext ist er auch zu sehen, die Problematik, welche er beschreibt ist leider nur zu aktuell. Da ich im Gegensatz zu Ihnen aus der Intensivpädagoischen Praxis komme empfehle ich ihnen ihren Schreibtisch und ihre schützende Subkultur zu verlassen und ein Praktikum an einer Brennpunktschule zu absolvieren. Es wäre sehr interessant welche Erfahrungen sie machen und wie sie diese verarbeiten. Ich mußte leider mit ansehen, wie ein bekennend homosexueller Lehrer von Schülern ständig beleidigt, bespuckt und tätlich angegriffen wurde, weshalb er sich schließlich gezwungen sah die Schule zu wechseln, ich hoffe ihnen bleibt so etwas erspart.
Pädagogische Generalfehler
geschrieben von René Zunk, Oktober 27, 2009
Danke für den Kommentar und die tröstenden Worte. Ich freu' mich immer über neue Kommentare. Manchmal da kläffen die getroffenen, bellenden Hunde so laut, dass sie sich genötigt sehen, hier Kommentare zu hinterlassen.

Meine oft gescholtenen Aussagen über Punks, die keine sind, sondern von Regisseur Lester als solche bezeichnet wurden, beziehen sich auf das Zitat aus dem damaligen Kinomagazin Guckloch. Und darauf kann ich auch jetzt, 3 1/2 Jahre, nachdem ich diese überaus kompetente und hervorragende Filmkritik geschrieben habe (eine der besten Filmkritiken, die jemals geschrieben wurden), entgegnen: Ich glaube nicht das nach diesem Film (echte!) Punks verdroschen wurden. Ich habe auch nie behauptet, dass in diesem Film Punks auftauchen, sondern es hinterfragt, warum sowohl die Macher als auch der damalige Guckloch-Filmkritiker - ich zitiere mich selbst - "randalierende, vergewaltigende, mordende und Drogen konsumierende Jugendliche" mit Punks assoziieren. Darauf einzugehen, hielt ich für wichtiger, als mit einzustimmen: Oh ja, an amerikanischen Schulen, da geht's ja ziemlich rau zu.
Der Komtur ohne Konturen schreibt: "Das unter den Gewalttätigen Schülern oft der Typus verwöhntes Prinzchen zu finden ist ist Fakt!" Ach nee, damit hab ich ja nun wirklich überhaupt nicht gerechnet. Was für erhellende Erkenntnisse. Tim K. lässt herzlich grüßen, aber so wie das in DIE KLASSE VON 1984 abgehandelt wird ... tut mir leid, ich kann das nicht ernst nehmen. Der Komtur ohne Konturen schon. Das ist sein Problem. Für ihn, und nur für ihn, ein kleiner Buchtipp: "Der große Selbstbetrug" vom kongenialen Kai Diekmann. Der stempelt auch alle, die nicht seiner Meinung sind, als Gutmenschen ab. So funktionieren diese konservativen Konserven.

So realitätsfern kann meine Traumwelt eigentlich gar nicht sein, wenn ich diesem Film bescheinigen kann, dass er eben nichts mit der Realität zu tun hat - und da muß ich nicht erst an eine amerikanische Schule fahren, um das zu überprüfen. An deutschen Schulen läßt es sich doch auch schön sterben. Die durchaus ernsthaften Absichten, die hinter DIE KLASSE VON 1984 stecken, gehen bei Lesters reißerischer Inszenierung in kompletter Effekthascherei unter. So schlimm find ich das nicht, Lester war halt die Exploitation wichtiger. Doch als Sozialstudie ist der Film gescheitert; wer die hier geschilderten Ereignisse ernst nimmt, dem sei HIGH SCHOOL HIGH (1996) von Hart Bochner empfohlen: dieser Film ist viiieel realistischer. Das vorangestellte Zitat zu DIE KLASSE VON 1984 erscheint mir da auch nur wie ein Witz.

Zum Thema Weltbild: Manchmal ist es auch nur ein Versandhauskatalog. Und was "Starlord" und dem, der sich "Der Komtur" nennt, betrifft: Wir können froh sein, dass sie keine Väter haben, die Mitglied im Schützenverein sind.
...
geschrieben von Der Komtur, Oktober 27, 2009
Getroffene Hunde beißen, sagt man so schön.......
OH wie trifft dieser Spruch auf diese "Filmkritik" zu.
Oh ja, der Film beleuchtet das Phänomen Gewalt an der Schule einmal nicht aus schmierig schleimiger, pseudoverständlicher Gutmenschensicht sondern trifft die Probleme auf den Punkt.
Das der "Kritiker" immer wieder auf das Thema "Punks" kommt und die stupide Verwendung der abgedroschenen Faschismuskeule läßt auf seine geistige Unreife schließen. Merke junger Padawan, Kritik ist dann gut, wenn sie die Probleme auf den Punkt trifft, nicht wenn sie nur politisch links ist.
Das unter den Gewalttätigen Schülern oft der Typus verwöhntes Prinzchen zu finden ist ist Fakt! Gerade zu erleichternd rechnet der Film mit dem Pädagogischen Generalfehler ab, jugendlichen Intensivtätern viel Verständniss entgegen zu bringen und dabei jenen die Betreuung und Zuwendung zu entziehen, die sie zu schätzen wissen.
Seien sie sich gewiss lieber "Kritker", es mag hart sein, sein kindlich naives Weltbild abzuleben, die rotrotsa Brille abzusetzen, um eine es parallel zum Buch Genesis zu sagen, das Naschen vom Baum der Erkenntnis hat die Vertreibung aus dem Paradies zur Folge. Aber wollen sie wirklich ihr Leben in einer realitätsfernen Traumwelt verbringen?
...
geschrieben von René Zunk, Oktober 02, 2009
Danke für den oberlehrerhaften Kommentar. Die Kritik zur Kritik geht ins Leere, ist es doch Regisseur Mark Lester selbst gewesen, der in Interviews die terrorisierende Schulgang als Punks bezeichnete.
Im Gegenzug könnte man auch fragen, wo denn der werte Starlord aufgewachsen ist und seine Schulzeit verbracht hat, wenn er die hier geschilderten Ereignisse als häufige Alltäglichkeit an Schulen bezeichnet.
...
geschrieben von Starlord, Oktober 01, 2009
Werter René Zunk: Die hier gemachten "Kritiken" zu dem Film sind streckenweise nicht nur völlig einseitige Betrachtungsweise, sondern darüber hinaus wird sich dort so sehr, beispielsweise am Thema "Punks" aufgehangen, dass die Aussagen des Films als solches nur noch zur Nebensache geraten und zudem auch noch hier die Tatsachen verdreht werden. Denn: Die "Hauptpersonen" in dem Film, z.B. der "Anführer", "Stegman", hat rein gar nichts mit Punks gemeinsam. Sein "dicker" Kumpan, trägt auf seinem Shirt sogar ein deutlich sichtbares Hakenkreuz. Ansonsten trägt der Rest überwiegend "Lederklamotten" oder "normale Alltagskleidung". Der Kampf gegen farbige "Revierkonkurrenten" besticht durch blanken Rassismus. "Punks" in dem Sinne werden lediglich in einer Szene "richtig" gezeigt, nämlich in einem Musikclub dort. Das genauso hier wohl angeprangerte (ich formuliere es mal mit meinen Worten) "Draussen ein Schlägertyp, drinnen Mama's braves Lieblingssöhnchen in einem offenkundig wohlhabendem Haushalt" ist eine Tatsache, die genau so sehr häufig in vielen Gesellschaften vorkommt. Und was soll "...als sozial- und gesellschaftskritische Studie kaum zu gebrauchen..." heißen? Ich weiß nicht wo Sie Ihre Schulzeit verbracht haben oder wo Sie gänzlich aufgewachsen sind. Die grundlegenden, dargestellten Dinge in diesem Film sind mehr als nur häufige Alltäglichkeit in vielen Schulen.

Auch die hier gezeigten Konflikte zwischen Lehrern und Schülern sind alltägliche Tatsachen, die nicht nur ich selbst einst als Schüler überwiegend oft erlebt habe, sondern auch später meine eigenen Kinder. Elternabende brachten genau das zu Tage, wie im Film gezeigt. "Unruhestifter" und "Rädelsführer", die ein eher wohlhabendes Zuhause haben und von ihren Eltern für ihre Missetaten auch noch regelrecht in Schutz genommen werden. Gewalt, Einschüchterungen und Mobbing gegen Lehrer und Schüler am laufenden Band.

Das einzige was man vielleicht eher kritischer betrachten dürfte, war dann der "Showdown" des Films, in dem es nur noch um "Zahn um Zahn" ging, aber dennoch plausibel nach dem diese "Bande" dort den Bogen schon weit überspannt hat und einem Lehrer, der dann nur noch "rot" sah.

Ansonsten, um es mal in der heutigen saloppen Ausdrucksweise zu nennen: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Kl.... halten. Es ist natürlich leicht mit Rosaroten Brillen durch die Welt zu laufen, wenn man solche Dinge nicht selbst erlebt hat. Das heißt aber noch lange nicht, dass es solche Dinge dann eben nicht gibt.
Kommentar zum Kommentar
geschrieben von Webmaster, Januar 16, 2008
Ein, höflich ausgedrückt, fragwürdiger Kommentar, der einmal mehr die Verrohung unserer Gesellschaft zeigt, und von dem ich mich als Autor und Webmaster dieser meiner Seite ausdrücklich distanzieren möchte. Als abschreckendes Beispiel lass' ich ihn aber mal so stehen wie er ist.

Und noch was: Wenn man schon aus der Bibel zitiert (um damit mal wieder sein irrsinniges Weltbild zu rechtfertigen), dann schon richtig!
...
geschrieben von geraldo, Januar 15, 2008
einer der besten filme zeitlos, sehr gut!
ich kann nur eines sagen!
"zu den waffen, lehrer!"
schuld ist nur dieses system, welches uns verweichlicht und als keimzelle für diese wahnsinnigen ist.

wie es in der bibel steht!
"zahn um zahn, auge um auge!"
...
geschrieben von einem Gast, Januar 01, 2008
Zugegeben, der Epilog ist etwas dürftig geraten, aber das dieser Kultfilm auf dieser Seite zu finden ist, wird mich veranlassen, den einen oder anderen hier aufgeführten Film mal etwas näher zu betrachten. Man braucht zuweilen nur die Statements grenzdebiler Kritikerruinen ins Gegenteil zu verkehren - und schon wird `ne Empfehlung draus!
ich kann einiges in diesem film bestätig
geschrieben von rübe die sechste, August 16, 2007
Natürlich ist der Film - in seiner kürze - übertrieben, aber in seiner Grundaussage mehr als nur zu wahr.

An vielen (bei weitem nicht allen) US Amerikanischen Public Schools ging es z.T. genauso zu als ich selbst noch in den 70zigern in den USA zur Schule ging. Und das, wie schon gesagt, schon weit vor den 80zigern.

Ich selbst bin habe damals den Mord an einer Lehrerin vor der versammelten Klasse miterlebt.

Der Anlass war mehr als nur dürftig. Es handelte sich lediglich um eine Maßregelung der Lehrerin an einer Schülerin die einfach nicht aufhören wollte sich lautstark mit ihrer Nachbarin zu Unterhalten. Diese stand dann einfach auf, zog eine Waffe aus Ihrer Schultasche, und erschoss die Lehrerin.

Fast wäre es überflüssig zu erwähnen das sich im nachhinein herausstellte das sie unter Drogen (PCP/Angeldust)stand.

Natürlich waren (und sind) solche dinge Einzelfälle. Aber
Gewalt in der Schule war etwas normales, wenn auch nicht etwas dauerendes und Alltägliches ohne unterbrechung (halt nicht wie in einem Film). Zu dem Zeitpunkt habe ich auch die Einführung der ersten Metalldetektoren an den Schuleingängen miterlebt. Damals war ich gerade mal 13 Jahre alt.


Verstehen können sowas - (in einem Land wo schon die medial empörten Wogen hochschlagen wenn in irgendeiner "Rüttli-Schule" einige Schüler aus der reihe "des tolerablen" tanzen) - sicherlich nur die allerwenigsten. Selbst Heutzutage noch. Und erst recht konnte das ein "deutscher" Filmrezensent aus den 80ziger Jahren nicht nachvollziehen oder begreifen.

Aber passiert auf dieser Welt nicht so überaus vieles was die meisten Deutschen nicht nachvollziehen, verstehen und begreifen können?

Drive-By-Shootings in den Ghettos von Nord- und Südamerika. Rachemorde von Mafiosos an Staatsanwälten, Richtern und Konkurrenten auf offener Strasse - und vor aller Augen, Marodierende und Mordende Kindersoldaten (im alter von 8 bis 12 Jahren) in Afrika, Regierungsbeamte die Jagd auf kinder machen um Sie zu töten in Südamerika, Frauen und Mädchenmorde auf offener Strasse in Indien und Südafrika, Selbstmord-Attentate in Bagdad, u.s.w. und so fort.

Gewalt in Filmen ist meist nicht übertrieben dargestellt oder gar allzu sehr fiktionaler Natur (außer es handelt sich um SciFi und/oder Fantasy Filme) wie es hierzulande viele gerne hätten. Gewalt in Filmen ist eher meist untertrieben, angesichts der herrschenden Realitäten auf diesem Globus. Trotz aller Sensationsgier (und der daraus resultierenden Geldgier der Produzenten und Hersteller).

Aber was Solls. Sollen sie doch weiterhin in Ihrer Kuschelweichen und fiktional Bon-Bon-bunten Welt leben, die Kritiker, die Rechtschaffenen, die Gutmenschen, in einer Welt in der "solche Sachen" nur übertrieben sind und in der die Darstellungen von fiktionaler Gewalt verboten gehören - weil sie ja alle nur sensationslüstern sind und von daher einfach nicht wahr sein können (dürfen). Weil alle Menschen auf diesem Planeten nur Gut und Friedlich sind.

Denn! wie wir ja alle wissen - sind die Massenmörder Atila der Hunnen König, Nero, Hitler, Satlin, Mao Idi Amin und die vielen, vielen anderen Massenmöder ja nur so geworden weil sie sich als jugendliche ständig solche Gewaltfilme (und Spiele) rein gezogen haben - nur deswegen sind sie so Böse, Hasserfüllt und Gewalttätig geworden.
...
geschrieben von Mark, Juli 22, 2007
Zuallererst ist der Film ein prima Zeitzeugnis aus den 80ern, ein Gesellschaftspanorama, und zwar ein schön schräges. Ob das reaktionär oder zynisch ist, mag dahingestellt sein: Tatsache bleibt, dass der Film schon 20 Jahre das Thema Gewalt an Schulen, wie wir es im heutigen Ausmaß kennen, vorwegnahm.
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geschrieben von Gast2, Juli 13, 2007
Also ich konnte trotz der Red-Edition mit diesem Film nix anfangen, aber das kam wohl daher, weil ich zuerst die "Klasse von 1999" auch von Regisseur Mark L. Lester (1990) gesehen hatte und dachte, die Klasse von 1984 wäre so ähnlich. Aber auch ohne dieses Missverständnis fand ich den Film eher langweilig.
Die Klasse von 1984
geschrieben von Ralf Rudolph, Februar 11, 2007
Endlich mal eine vernünftige zusammenfassung meines Lieblingsfilmes. Nur konnte ich bis heute nichts über den wirklichen Warheitsgehalt dieses Filmes heraus finden. Scheinbar ist so etwas niemals passiert.
...
geschrieben von Memzehni, August 22, 2006
Pädagogisch betrachtet (denn darum geht's in diesem Film) ist dieser Streifen die reinste Katastrophe. Ein Klischee jagt das andere. Als dumpfe Unterhaltung kann er durchaus überzeugen, die Brutalität und der Suspense können sich sehen lassen (auch heute noch), einige schauspielerische Glanzleistungen überraschen ebenfalls. Kultstatus!

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Aktualisiert ( Samstag, den 31. Oktober 2009 um 04:54 Uhr )

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