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HATCHET

 

USA 2006 / O: „Hatchet“ / Prod.: Echo Bridge Entertainment; Ariescope Pictures; High Seas Entertainment; Radioaktive Film 

Regie + Buch: Adam Green / Musik: Andy Garfield / Kamera: Will Barratt / Schnitt: Christopher Roth / Ausf. Prod.: Andrew Mysko, Roman Kindrachuk / Co-Prod.: Adam Green, Will Barratt / Prod.: Sarah Elbert, Scott Altomare, Cory Neal / Special Make-Up Effects: John Carl Buechler & Magical Media Industries 

Darsteller: Joel Moore (Ben), Tamara Feldman (Marybeth), Deon Richmond (Marcus), Kane Hodder (Victor Crwoley / Mr. Crowley), Robert Englund (Sampson), Tony Todd (Clive Washington alias Rev. Zombie), Mercedes McNab (Misty), Joleigh Fioreavanti (Jenna), Parry Shen (Shawn), Joel Murray (Shapiro), Richard Riehle (Mr. Permatteo), Patrika Darbo (Mrs. Permatteo), Joshua Leonard (Ainlsey), John Carl Buechler (Jack Cracker), Rileah Vanderbilt (Victor Crowley als Kind) sowie Adam Green, Lance Kelly, John Gross, Brandon Gonsalves, Danielle Victor, Adam Weisman u.a.

 

                                                                                                                      

Na, was haben wir denn hier so schönes? Schon wieder so einen Backwood-Slasher, in dem ein irrer, bestialischer und missgebildeter Killer im dunklen Wald mit Axt und Säge Jagd auf junge, schöne Menschen macht. HATCHET nennt sich die zweite Arbeit von Jungregisseur Adam Green, der sechs Jahre zuvor mit seinem Debütfilm, die Independent-Komödie COFFEE & DONUTS, auf sich aufmerksam machte. Was er in all der Zeit gemacht hat, lässt sich jetzt nicht sagen, aber eines ist sicher: HATCHET sieht man an, dass er von jemanden gemacht wurde, der sich bestens in diesem Genre auskennt. Adam Green ist mit diesen Filmen groß geworden. Jetzt hat er auch so einen gemacht. Und da werden die Erwartungen an den Werbespruch ausnahmsweise zur vollen Zufriedenheit erfüllt: „Es ist kein Remake. Es ist keine Fortsetzung. Und es ist nicht nach einer japanischen Vorlage. Es ist Old School American Horror.“ Und genau das ist HATCHET.  

Schon der obligatorische Einstiegsschocker macht Laune, wenn Robert „Freddy Krueger“ Englund als knurriger Alligatorenjäger mir seinem debilen Sohn (Joshua Leonard aus BLAIR WITCH PROJECT) dem (noch) nicht sichtbaren Killer zum Opfer fällt. Englund überlebt nicht mal den Vorspann und liegt schon nach 5 Minuten ausgeweidet da. Ein Vorgeschmack auf das, was noch folgen wird.  

Zunächst aber erst mal „Mardi Gras“-Partyrummel in New Orleans, nur Ben (Joel Moore) ist nicht so recht nach feiern, saufen und Titten zumute, ist er doch, seitdem ihn seine Freundin verlassen hat, ziemlich depri drauf. Also seilt er sich mit seinem Freund Marcus (Deon Richmond, SCREAM 3) von den anderen ab, um in einem klapprigen Ausflugskahn an einer „Grusel-Sumpf-Tour“ teilzunehmen. Mit dabei sind außerdem ein Amateurfilmer (Joel Murray) mit zwei Darstellerinnen (Mercedes McNab und Joleigh Fioreavanti), ein dickes Rentnerpärchen (Richard Riehle und Patrika Darbo) und die in sich gekehrte Marybeth (Tamara Feldman): sie ist auf der Suche nach Vater und Bruder, die seit einer nächtlichen Alligatorenjagd als verschollen geltenÂ…

Natürlich macht der Klapperkahn die Mücke, man ist gezwungen, sich an Land zu retten und schon haben wir sie ja: die potentiellen Killer-Kandidaten, die durch den Wald irren, sich dauernd streiten und dabei immer weniger werden. Die Legende von Victor Crowley (Kane Hodder), die Marybeth zum Besten gibt, hebt da nicht unbedingt die Stimmung an: Es heißt, daß er vor vielen Jahren als kleiner Junge in den Sümpfen von New Orleans lebte. Da er missgebildet war, hielt ihn sein fürsorglicher Vater (ebenfalls Kane Hodder) in seiner Hütte von der Gesellschaft fern. Doch es war an einem Halloween-Abend, als ein paar böse Kinder (Kinder können nämlich wirklich böse seinÂ…) die marode Behausung in Brand steckten und Mr. Crowley bei dem Versuch, seinen Sohn mit einer Axt aus den Flammen zu retten, nicht nur die Tür, sondern auch den Kopf von Victor traf. Er stand hinter der Tür. Victor Crowley starb, sein Vater ebenfalls wenige Jahre später an gebrochenem Herzen. Natürlich wäre das kein Old School American Horror, wenn nicht der Geist von Victor Crowley durch New Orleans Wälder zieht, um an jedem Rache zu nehmen, der ihm über dem Weg läuft. Genau das macht Victor Crowley jetztÂ…  

Richtig gelesen! HATCHET hat handlungsmäßig so gut wie gar nix neues zu bieten und trotzdem kann man ihn Fans des Genres (wohl aber nur die) uneingeschränkt empfehlen. Sogar die humoristischen Auflockerungen funktionieren ganz gut, zumal Adam Green versiert mit den Genre-Klischees spielt. So gibt es nicht nur eine amüsante „Was ist in dem Busch?“-Szene, es wird auch jener erhabene Moment zerstört, in dem das erlösende Feuer den Bösewicht samt seiner Hütte niederbrennen soll – weil es gerade in dem Moment zu regnen anfängt. Klaro, das Victor Crowley nicht nur einmal für tot befunden wird und trotzdem wieder aufsteht. Sein Kollege Jason Vorheers war ja auch so ein zäher Bursche. Der Spaß steht im Vordergrund, wobei Adam Green nicht denselben Fehler macht wie andere Kollegen, sondern Humor und Horror klar voneinander getrennt hält, so das die Bezeichnung „Fun Slasher“ hier nicht zutrifft. Es ist eben Old School American Horror und als solcher ist HATCHET recht spannend und packend ausgefallen, da Green eben auch die Mittel der Suspense beherrscht. Die zahlreichen, sehr harten Goreszenen sind noch mal ein Fest für diejenigen, die dorthin schauen, wo andere angewidert wegschauen. Mit der tatkräftigen Unterstützung von John Carl Buechler und seinem Team schlägt Adam Green hier derart genüsslich über die Stränge, das es eine wahre Freude ist. Schön zu wissen, daß  BuechlerÂ’s Firma Magical Media Industries, seit seligen RE-ANIMATOR-Tagen ein Garant für deftige Blutspritzereien und Make-up-Effekte, immer noch gut im Geschäft ist. Und sie sind sich treu geblieben: kein computeranimierter Splatter-Schnick-Schnack, sondern gute, alte und ehrliche Handarbeit. Gutes altes Gummi, gutes altes Latex. Während BuechlerÂ’s Arbeiten, speziell in den Charles-Band-Produktionen, wo er sein Handwerk lernte, unter einem offensichtlichen Mini-Budget litten, ist das, was es hier an maskenbildnerischem Talent und Körperzerstückelungskreativität zu Bestaunen gibt, umso verblüffender.  

Die Darsteller gehen diesmal auch in Ordnung, wobei die Highlights natürlich die Auftritte von „Freddy Krueger“ Robert Englund, „Candyman“ Tony Todd und „Jason Vorheers“ Kane Hodder sind. Alle versammelt in einem Film, das gabÂ’s schon 1997 in WISHMASTER und sollte sich knapp zehn Jahre später in HATCHET wiederholen. Während Englund und Todd, der als maskierter Voodoo-Mann eine Gruselgeschichte zum Besten gibt, „nur“ in Cameos zu sehen sind, bekommt Kane Hodder diesmal auch etwas mehr Screentime. Neben seiner üblichen Funktion als Stuntkoordinator spielt er dabei nicht nur den Schlächter Victor Crowley, sondern auch in Rückblenden dessen Vater, wo wir Hodder auch mal ohne fette Make-up-Montur erleben dürfen. Man fragt sich, warum das nicht öfter geschieht, denn auch ohne Maske hinterlässt Hodder Eindruck – wenn man ihn nur lässt. 

Adam Green lässt bewusst kein Klischee aus, so das man schon gar nicht mehr von „unoriginell“ reden möchte, denn obwohl (oder gerade) weil er sämtliche Slasher-Handlungsmuster, wie man sie bereits aus den 70ern und 80ern kennt, durchkämmt, macht seine Gore-Granate einfach nur Spaß. Es ist schon ein kleines Kunststück, im Prinzip nichts Neues zu bieten, aber den Film trotzdem so unterhaltsam zu gestalten. Innovation sieht zwar anders aus, aber für einen kurzweiligen Filmabend unter guten Freunden steht hier nichts Wege.




Kommentare (6)Add Comment
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geschrieben von Bulle, Juli 11, 2012
Einfach mal einen schlechten Film drehen, einen "Oldschool"-Aufkleber draufpappen und schon sind alle begeistert... Oje, was für ein Schwachsinn. Dem Film fehlt jegliche Spannung, schauspielerisches Talent sucht man ebenfalls vergebens. Den FIlm kann man getrost ignorieren.
künstliischer
geschrieben von iich, Mai 02, 2008
das it mega künstliich gmeacht, und mehr zum lachen als zum gruseln
wer lesen kann ist klar im vorteil
geschrieben von einherjer, Februar 24, 2008
old school american horror. steht drauf, ist drin. ein film der ein schönes genre fortsetzt. mir hat er sehr gut gefallen.
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geschrieben von thommilein, Februar 14, 2008
das übelste, was ich in den letzten monaten aus der videothek hatte...
grandios
geschrieben von selphratus666, November 30, 2007
erstmal zum ultradepp,hast du dir überhaupt gedanken gemacht um was für ein genres es sich hier handelt,das ist old school du idiot.leuten von so einem klasse film abzuraten nenne ich blasphemy,denn der streifen ist der oberhammer!!!!
er erfüllt alles was das oldschoolherz begehrt und zwar auf allerhöchstem niveau.ich für meinen teil hab lange darauf warten müssen mir mal wieder sowas gutes ansehen zu dürfen.hut ab 100 punkte
Verhätsched
geschrieben von UlturaSepp, November 26, 2007
Hmmmmm...
Ich hab den Film gesehen und ich muss sagen, das ist so ziemlich das mieseste was mir jemals untergekommen ist. Das einzige was mir daran Freude bereitet hat, sind die Szenen wenn der irre Psycho mal wieder wie auf Speed aus dem nichts daherkommt. Das war immer wieder nen Lacher wert. Aber ansonsten :Finger weg!!!

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Aktualisiert (Samstag, den 16. August 2008 um 22:22 Uhr)

 
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