Hills Have Eyes, the (2006)
The Hills Have Eyes
Hügel der blutigen Augen
USA 2006 / O: „The Hills Have Eyes / Prod.: 20th Century Fox / Laufzeit: 101 Min. (Kino) / FSK: ab 18
Regie + Buch: Alexandre Aja / Musik: tomandandy / Kamera: Maxime Alexandre / Schnitt: Baxter / Ausf. Produzent: Frank Hildebrand, Samy Layani / Prod.: Wes Craven, Marianne Maddalena, Peter Locke / basierend auf „The Hills Have Eyes” von Wes Craven
Darsteller: Aaron Stanford (Doug), Ted Levine (Bob Carter), Kathleen Quinlan (Ethel Carter), Vanessa Shaw (Lynne), Emilie de Ravin (Brenda), Dan Byrd (Bobby), Robert Joy (Lizard), Billy Drago (Papa Jupiter), Desmond Askew (Big Brain), Michael Bailey Smith (Pluto), Tom Bower (Tankstellenwart), Laura Ortiz (Ruby), Ezra Buzzington (Goggle), Maisie Camilleri Preziosi (Baby Catherine)
Beim fleißigen Wiederverfilmen populärer 70er-Jahre-Klassiker wird inzwischen deutlich, daß die Klassiker langsam zur Neige gehen und so muß man eben nehmen, was man kriegt – in diesem Falle HÜGEL DER BLUTIGEN AUGEN (1977), Craven's zweite Regiearbeit nach seinem umstrittenen LAST HOUSE ON THE LEFT (1972). Für die einen ein Kultobjekt, für die anderen der pure Schund. Den deutschen Zuschauern wollte man damals nicht zu viel zumuten und so wurde der Film erstens gekürzt und zweitens im groben Maße Sinn entstellt: die Synchronisation machte aus den radioaktiv verstrahlten Mutanten kurzerhand Außerirdische. Den größten Anteil am Kultstatus des ebenso ruppigen wie zwiespältigen Streifens dürfte wohl sein genialer Hauptdarsteller haben: Michael Berryman – einmal gesehen, nie mehr vergessen. Auch Rob Zombie nicht, der Berryman für eine Gastrolle in seiner Fortsetzung THE DEVIL REJECTÂ’S (2005) verpflichtete.
Wie John Carpenter ein Jahr zuvor bei seinem überflüssigen THE FOG-Neuaufguss so agiert auch hier Wes Craven als Produzent seines eigenen Remakes, auf dem Regiestuhl nimmt dagegen ein Filmemacher der jüngeren Generation Platz: Der 27jährige Franzose Alexandre Aja, der mit seinem Aufsehen erregendem Splatter-Knaller HIGH TENSION (2003) für Furore sorgte. Genau der richtige, um diesem alten Horror-Flick den nötigen Pfiff zu geben. Aja blieb der Vorlage treu, aber er machte viel mehr daraus als es Craven damals tat und so schaffte er es, was sonst nicht die Regel ist: Das Original zu toppen. Was in diesem Fall zugegebenermaßen auch keine große Kunst war. Sein HILLS HAVE EYES ist spannender, packender, blutiger und auch von den Charakteren und ihrem Hintergrund her besser ausgearbeitet. Hier schickt er die Familie Carter, die mit Geländewagen und Wohnklo hinten dran durch die Wüste von New Mexico zuckelt, vom Urlaubstrip in den Horrortrip. Bob (Ted Levine) und Ethel Carter (Kathleen Quinlan, BREAKDOWN; EVENT HORIZON, beide 1997) haben sich anlässlich ihrer Silberhochzeit was ganz besonderes ausgedacht: eine Familienreise nach Kalifornien. Mit an Bord sind außerdem ihre Kinder Brenda (Emilie De Ravin, Tess Harding in ROSWELL, 2000-2002; Claire Littletin in LOST, 2004-20??) und Bobby (Dan Byrd, FEUERTEUFEL - DIE RÜCKKEHR, 2002; SALEM'S LOT, 2004; MORTUARY, 2005) sowie Tochter Lynne (Vanessa Shaw, MELINDA UND MELINDA, 2004) mit Schwiegersohn Doug (Aaron Stanford, Pyro in X-MEN II & III, 2003/06) und Baby-Anhang. Mitten während der Fahrt platzt plötzlich ein Reifen und die Familienkutsche kracht gegen einen Felsbrocken. Sie ahnen nicht, daß ihr Unfall von kannibalischen Menschenjägern inszeniert wurde. Die Mutanten sind das Resultat von Atombombentests in den 50ern, die öde, trostlose Steinwüste ist ihr Zu Hause. Was folgt, kennt man aus anderen Filmen dieses Genres: Die kleine, sich ständig streitende Gruppe, die bald in alle Himmelsrichtungen verstreut zur leichten Beute wird, der einsame, zwielichtige Tankstellenwart als letzter Außenposten zur Zivilisation, deformierte, missgestaltete Kreaturen, die im Hintergrund lauern...
Dorthin verschwand leider auch die eigentliche Message des Originals: die Monster, die von Menschenhand erschaffen worden sind. In seinem Remake geht Aja gleich mehrfach auf deren Herkunft hin, wodurch sie nicht wie tumb-trottelige Wüsten-Kannibalen wirken, was ja im 77er Original der Fall war, sondern ihr Tun und Handeln zumindest etwas verdeutlicht wird. Lizard, Jupiter, Pluto & Co. werden handeln, worauf man sich verlassen kann, und so schicken sie die CarterÂ’s durch ein sadistisches Martyrium an Folterungen und blutigen Mordattacken. „Die Glücklichen sterben zu erst“, heißt es in der Werbezeile. THE HILLS HAVE EYES ist ein Energie geladener, wilder, anarchistischer Splatter-Exzess, der einmal mehr zeigt, daß auch die großen Major-Studios die Hemmungen vor extremen Gewaltdarstellungen verloren haben. Die Rückkehr des Terrorkinos: Mit seinem rauem Stil und der 70er-Jahre-Optik reiht sich THE HILLS HAVE EYES neben DEVIL REJECTÂ’S, HOSTEL und WOLF CREEK in die Liste der schön dreckigen Filme ein, die seit einiger Zeit angesagt sind. Dank schwarzem Humor und galligen Seitenhieben gibt Aja der oft verwendeten Ausgangssituation die nötige Tiefe und Würze. Es wird gezeigt, daß sogar ein Ami-Fähnchen als Mordinstrument sehr nützlich sein kann und ein Hohelied auf (oder gegen?) die amerikanische Durchschnittsfamilie bleibt ebenfalls nicht aus: Waffengeil, betend und total verkracht rennen sie ihrem Verderben entgegen. „Du Schatz, bevor wir abgeschlachtet werden, sollten wir vorher beten.“ Mit dem Atomkrater, der inzwischen als Autofriedhof dient, und der von Schaufensterpuppen bewohnten Geisterstadt, die das Militär einst als Testobjekt errichtete, beschwört Aja eine geradezu zermürbende Endzeitatmosphäre herauf und liefert in finsteren Bildern einen grimmigen Kommentar zum realen Schrecken der atomaren Bedrohung ab. Bleibt noch zum Schluss ein kleiner, politischer Seitenhieb: Der Sieg der Demokraten. THE HILLS HAVE EYES ist effektives Anti-Bush-Kino.
- Ted Levine ist als schwer autoritäres Familienoberhaupt namens Big Bob Feuer und Flamme für seine Untergebenen. Den charismatischen Darsteller kennt man nicht nur als MONKs Vorgesetzten Captain Stottlemeyer, sondern vornehmlich durch weniger sympathische Rollen: er war "Buffallo Bill" in DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER (1991), ein Unhold im Van-Damme-Flop OHNE AUSWEG (1993), der kaputte Detective in der Stephen-King-Verfilmung THE MANGLER (1995), spielte wenig umgängliche Generals in WILD WILD WEST (1999) und EVOLUTION (2001) und glänzte darüber hinaus in HEAT (1995), MAD CITY, FLUBBER (beide 1997) und THE MANCHURIAN CANDIDATE (1994). In der Originalfassung von JOYRIDE (2001) lieh er dem dämonischen Truckerfahrer Rusty Nail, den man fast nur zu hören bekommt, seine dämonische Stimme.
- Unter den Kannibalendarstellern finden sich u.a. Robert Joy (RESURRECTION, 1999; LAND OF THE DEAD, 2005), Billy Drago (ASTROCOP, 1994), Desmond Askew (TURISTAS, 2006) sowie Michael Bailey Smith (MONSTER MAN, 2003), der als einziger der Darsteller in THE HILLS HAVE EYES II (2007) zu sehen war (wenn auch in einer anderen Rolle).
- „Rau, hart und dreckig. Diese Neuauflage bildet eine Ausnahme von der Regel: Hier ist nicht das Remake, sondern das Original zu vernachlässigen.“ (Christian Paul, CINEMA 04/06)
· „Alexandre Aja hat das geschafft, was Wes Craven 1977 nicht gelungen ist: Er hat einen Film geschaffen, der sich mit TEXAS CHAINSAW MASSACRE (dem Remake wohlgemerkt!) messen kann. AjaÂ’s THE HILLS HAVE EYES ist ein atmosphärischer und derber Horror-Film und mit Sicherheit ein heißer Anwärter auf das Splatter-Fest des Jahres.“ (VIRUS # 10)
- „... stellt nicht nur einen weiteren Beitrag zur Horrorwelle dar, sondern knüpft auch an ein klassisches Genremotiv an. Empfindsamen Gemütern kann der Streifen allerdings nicht empfohlen werden.“ (Michael Peinkofer, MOVIESTAR 02/06)

geschrieben von Mir, Februar 07, 2008
geschrieben von einem Gast, Dezember 15, 2007
Kennst du den Unterschied zwischen Kunst und Scheiße? Ich hoffe es.
geschrieben von Martina, Dezember 15, 2007
Ein solch durchdachtes, intelligentes Handlungsgeflecht wie bei Saw war nicht ansatzweise bei The Hills Have Eyes zu finden.
Saw ist ein absolut gelungenes Kunstwerk und um das zu erkennen muss man nicht pervers sein. Ein Mensch der Filmahnung hat würde Saw nicht in den Dreck ziehen und mit Hostel oder gar The Hills have Eyes vergleichen, niemals.
Und zum Thema pervers...
Welche Perversion hat DICH denn dazu getrieben, dir The Hills Have Eyes anzuschauen?
(ich denke damit hätte sich das erledigt)
geschrieben von Martina, Dezember 15, 2007
Nun, ich denke die meisten haben den Film verlassen, weil er so von grundauf schlecht war.
Schnell mal eine Handlung zusammengebaut, Hauptsache man hat genügend Möglichkeiten rumzuschlachten, aber naja.
Also ich musste lachen, der Film hat einfach sämtliche Klischées in sich vereinbart, am besten fand ich den "gaaanz schaurigen" Zombie, der selbst nach 10 mal Brustschuss noch rumkrackselt... und dann noch diese Zombielaute, ohje ohje...
Schlechte Story, schlechter Film, absolut nicht sehenswert, aber lustig isser...
Für mich eindeutig in den Top 5 der schlechtesten "Horrorfilme", ist ne Beleidigung für das komplette Genre!
geschrieben von tjodalf, Dezember 07, 2007
geschrieben von Webmaster, Dezember 03, 2007
Was einem die Leute so unterstellen...
geschrieben von Marius, Dezember 03, 2007
geschrieben von Fentanyl, November 30, 2007
Einem Mutanten dabei zuzusehen, wie er die Teeny-Tochter vergewaltigt, während sein Kumpane der offensichtlich noch säugenden Mutter die Milch direkt aus der Brust trinkt, geht allerdings weit über mein Verständnis vom Genre des Horrorfilms hinaus.
geschrieben von bucklige brotspinne, Oktober 06, 2007
ein familienvater der vor seiner familie bei lebendigem leibe an einem baum gefesselt verbrannt wird,eine schwangere die erschossen wird und ein junges mädchen,das von ein paar "mutanten" vergewaltigt wird....und zum abschluss noch ein schäferhund in der hauptrolle(er ist der einzige lichtblick in dem film)......
und sowas nennt hier jmd ernsthaft"klasse film"...."mit einer richtigen handlung"....oder besser noch"geiler film" ????
was zur hölle ist bloss los mit euch???
geschrieben von einem Gast, September 22, 2007
wetten es gibt einen zweiten teil?
geschrieben von Chris, September 19, 2007
geschrieben von The Hill have eyes, September 16, 2007
geschrieben von Ich, April 22, 2007
geschrieben von Nightmare on Friday, Dezember 29, 2006
Alexandre Aja
ist momentan einer der besten Regisseure seines Genres!!!! Seine Technik ist einfach meisterhaft!!!!
er kommt bei mir in Katigorie
Quentin Tarantino, Takashi Miike, Eli Roth oda auch Rob Zombie!!!!
dies ist ja nun schon sein 2. sehr guter Horrorfilm den er gemacht hat
natürlich nicht zu vergleichen mit High Tension!!!!
den man aba auch gesehen haben sollte!!!!!!!!!!
also bis dann
geschrieben von Caputo, Dezember 27, 2006
geschrieben von hulla, Dezember 16, 2006
geschrieben von bexx, November 14, 2006
...
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Aktualisiert (Dienstag, den 09. Oktober 2007 um 06:19 Uhr)


















Wenn ich sowas lese wie kennst du den Unterschied zwischen Kunst und Scheisse... der das geschrieben hat wohl nicht...
Übre Geschmack lässt sich nicht streiten oder doch?? ;)