Hexenjagd in L.A.
HEXENJAGD IN L.A.
USA 1991 / O: Cast a Deadly Spell / Prod.: HBO; Pacific western / Laufzeit: 93 Min. / FSK: ab 16
Regie: Martin Campbell / Musik: Curt Sobel / Kamera: Alexander Gruszinsky / Schnitt: Dan Rae / Prod.: Gale Anne Hurd / Buch: Joseph Dougherty
Darsteller: Fred Ward (H. P. Lovecraft), David Warner (Amos Hackshaw), Julianne Moore (Connie Stone), Clany Brown (Harry Bordon), Charles Hallahan (Det. Bradbury), Alexandra Powers (Olivia Hackshaw), Raymond OConnor (Tugwell), Arnetia Walker (Hypolite Kropotkin), Lee Tergesen (Larry Willis / Lilly Sirwar) sowie Peter Allas, Ritch Brinkley, David Downing, Colin Drake, Ken Thorley, Curt Sobel, Jim Eusterman, George P. Wilbur u.a.
1948: Los Angeles ist eine Heimstätte für schwarze Magie und Zauberei, von dem Privatdetektiv H. P. Lovecraft (Fred Ward) nicht allzu viel hält. Alles Firlefanz, denkt er sich und knallt sich in seinem schäbigen Büro die Whiskyflasche rein, die immer griffbereit im Aktenschrank steht. Aus lauter Geldknappheit nimmt er alles an, was er nur kriegen kann. Doch sein nächster Auftrag hat es in sich. Er erhält von dem geheimnisvollen Millionär Hackshaw (David Warner) den Auftrag, dass teuflischste aller teuflischen Bücher wieder zu beschaffen: Das Necronomicon, welches von seinem Chauffeur gestohlen wurde. Hackshaw braucht es, denn mittels dieses Buches möchte er eine böse, dämonische Kraft heraufbeschwören: Cthulu höchstpersönlich.
Martin Campbell (FLUCHT AUS ABSOLOM; GOLDENEYE) bediente sich sehr frei bei H. P. Lovecraft und verbindet klassische Muster der schwarzen Magie zu einem kurzweiligen Fantasy-Horror-Spaß, dessen zahlreiche Effekte mal mehr, mal weniger gelungen sind. In der Stadt der Engel tummeln sich Vampire, Werwölfe, Monster und andere Kreaturen sogar die Gremlins wurden gesichtet. Schwarze Magie und Hexerei sind was selbstverständliches, jeder praktiziert Satanskult oder kennt sich mit Voodoo-Zauber aus. Fred Ward ist wunderbar: sein Lovecraft hat wenig mit dem von Ängsten und Neurosen geplagten Schriftsteller gemein, vielmehr ist er deutlich an Philip Marlowe angelehnt: Ein zynischer Griesgram, cool, gewitzt und raffiniert, der in den nächtlichen Straßen und schmuddeligen Kneipen L.A.s in allerlei verrückte Abenteuer gerät, diese aber gelassen hinnimmt.
· Clancy Brown, er glänzte u.a. in HIGHLANDER, MÖRDERISCHER VORSPRUNG und als Sgt. Zim in STARSHIP TROOPERS, spielt Lovecrafts ehemaligen Partner Harry Bordon, der inzwischen einen Nachtclub leitet und als Gangsterboss praktiziert. Julianne Moore, Lovecrafts frühere Geliebte, die inzwischen in Bordons Club arbeitet, sorgt für die nötigen Intrigen. In den Folgejahren etablierte sich Julianne Moore als wandlungsfähige Charakterdarstellerin: COOKIES FORTUNE, MAGNOLIA, SCHIFFSMELDUNGEN... In Ridley Scotts umstrittener SCHWEIGEN DER LÄMMER-Fortsetzung HANNIBAL übernahm sie die Rolle von Jodie Foster. Fred Ward (TREMORS; THE PLAYER) und Julianne Moore traf man 1994 auch in Robert Altmans abgründigem Gesellschaftsdrama SHORT CUTS an. Die Welt ist ein Dorf.
- Oldtimer David Warner zog es noch zwei Mal in Lovecrafts Universum des Schreckens: in THE UNNABLE RETURNS (1992) und im Episodenfilm H. P. LOVECRAFTS NECRONOMICON (1994).
· Ein langatmiger Film mit hölzernen Akteuren, der seine Möglichkeiten verschenkt. (Ronald M. Hahn & Rolf Giesen, DAS NEUE LEXIKON DES HORRORFILMS)
- Amüsante und einfallsreiche Monsterparodie. Das tricktechnisch nicht voll überzeugende Schlussmonster ist der bis heute wohl konsequentste Versuch, einen Großen Alten visuell umzusetzen. (Andreas Bertler; HÖLLE AUF ERDEN)
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Aktualisiert (Mittwoch, den 26. Oktober 2005 um 13:37 Uhr)

















