Schlechter Geschmack: Die Welt ist zu schlecht für gute Filme
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Down

D O W N

„Wenn man sich nicht mehr in Fahrstühlen sicher fühlen kann – wo dann?“

USA / NL 2001 / O: „Down“ / AT: „The Shaft“ / Prod.: Cine CV; First Look Features / Länge: 107 Min. / FSK: ab 16

Regie + Buch: Dick Maas / Musik: Paul M. van Brugge / Kamera: Marc Felperlaan / Schnitt: Bert Rijkelijkhuizen (kann kein Aas aussprechen) / Prod.: Lauren Geels, Dick Maas / Ausf. Prod.: Lauren Geels, William S. Gilmore, Heinz Thym

Darsteller: James Marshall (Marc Newman), Naomi Watts (Jennifer Evans), Eric Thal (Jeffrey), Ron Perlman (Mitchell), Michael Ironside (Günter Steinberg), Dan Hedaya (Lt. McBain), Edward Herrmann (Milligan), Kathryn Meisle (Mildred), Martin McDougall (Andy), John Cariani (Gary), David Gwillim (blinder Mann) sowie Peter Banks, William Vanderpuye, Wilke Durand, Todd Boyce, William Roberts, Greg Shore  u.a.

Nach dem Dänen Ole Bornedal, der 1997 mit FREEZE – ALPTRAUM NACHTWACHE das eigene Remake seines Hits NIGHTWATCH – NACHTWACHE (1994) Hollywood gerecht in den Sand setzte, zog der Niederländer Dick Maas (VERFLUCHTES AMSTERDAM) nach und inszenierte mit DOWN die amerikanisierte Variante seines Erfolgsfilms FAHRSTUHL DES GRAUENS (1983). Über Sinn und Unsinn solcher Vorhaben mag man sich streiten, zum einen konnten die beiden Regisseure Hollywoods profitablem Lockruf nicht widerstehen (die Sache mit der Kunst und dem Kommerz), zum anderen ist der durchschnittliche amerikanische Kinogänger dafür bekannt, dass er die einheimische Filmküche bevorzugt. Also anders ausgedrückt: Was der Bauer nicht kennt, das frisst er auch nicht. Und so lässt Maas im 400 m hohem New Yorker „Millennium Building“ hollywoodmäßig die Fahrstühle verrückt spielen. Mehrere Hochschwangere erleben eine heiße Geburt, ein Wachmann verliert den Kopf, einem Skater wird das Hobby zum Verhängnis – Sport ist Mord. Fahrstuhlmechaniker James Marshall und die quirlige Klatschreporterin Naomi Watts gehen der Sache auf den (Ab-) Grund. Ist es der Geist eines getöteten Fahrstuhlmechanikers, der rachsüchtig umher spukt? Nein. Dramaturgiekurve! Es ist ein Wissenschaftler namens Günter, der mit selbst reproduzierenden Computerchips herum bastelte...
Das Maß aller Dinge: Dick Maas möchte sich in Hollywood profilieren und von Hollywood profilieren. Ein aufgestocktes Budget, eine bessere Effektschmiede, eine vielversprechende Besetzung der Nebenrollen – Dan Hedaya als ermittelnder Detective, Ron Perlman als Marshalls Vorgesetzter, Michael Ironside als verrückter Forscher mit dem Namen Günter. Herausgekommen ist ein überflüssiger Aufguss, dem sein Entstehungsjahr zum Verhängnis wurde, denn 2001 galten filmische Horrorszenarien in Wolkenkratzern im höchsten Maße als politisch unkorrekt. Hier geht’s einfach nur abwärts. Im grobschlächtig-haarsträubendem Finale, in dem Marshall in STIRB LANGSAM-Manier durch den Wolkenkratzer wütet, ist der Film schließlich ganz unten angelangt. Gewiss, DOWN ist aufwendiger, blutiger und eleganter gefilmt als das 83er Original, was aber nichts nützt, wenn Maas, trotz solider Regiearbeit, alte Ideen von damals lediglich neu auftischt. So werden alle, die den FAHRSTUHL DES GRAUENS bereits kennen, förmlich in den Schacht gucken, denn inhaltlich gibt sich das Remake fast deckungsgleich mit dem Original. Selbst in Sachen „makabrer Humor“ werden nur die üblichen Witzchen wiederholt und was liegt da näher, als einen Blinden samt Hund den Fahrstuhlschacht hinunter stürzen zu lassen? 


  • Mit James Marshall und Naomi Watts tauchen zwei David-Lynch-Erfahrene auf: Marshall wohnte in TWIN PEAKS, Watts schlenderte den MULHOLLAND DRIVE entlang. Die Welt ist ein Dorf.

  • „Die Ami-Version nimmt sich dagegen peinlich ernst, zeigt Schauspieler wie James Marshall und Naomi Watts in Schwächstform und lässt den Adrenalinspiegel dort, wo er bereits während der Werbung war: down.“ (Gernot Gricksch, CINEMA 03/02)

Kommentar(e)
down
Geschrieben von xena250361 am 2007-09-01 22:19:44
hat den namen wirklich verdient

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