Schlechter Geschmack: Die Welt ist zu schlecht für gute Filme
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Black Zombies von Sugar Hill

BLACK ZOMBIES VON SUGAR HILL

oder: Zombie-Trash im Afro-Look

(USA 1974) / O: „Sugar Hill” / AT: „Die schwarzen Zombies von Sugar Hill”; „Sugar Hill – Eine mörderische Karriere“; ,,The Supernatural Girl: Black Zombies of Sugar Hill”; „Voodoo Girl“; „The Zombies of Sugar Hill“ / Produktion: American International Pictures / Länge: 89 Min. / FSK: ab 16

Regie: Paul Maslansky / Musik: Nick Zesses & Dino Fekaris / Kamera: Robert Jessur / Schnitt: Carl Cress / Ausf. Prod.: Samuel Z. Arkoff / Produzent: Elliot Schick / Buch: Tim Kelly

Darsteller: Marki Bey (Sugar Hill), Robert Quarry (Morgan), Don Pedro Kelly (Baron Samedi), Betty Anne Rees (Celeste), Richard Lawson (Lt. Valentine), Zara Cully (Mama Maitresse), Charles P. Robinson (Fabulana) sowie J. Randall Bell, Thomas C. Carroll, Rick Hagood, Albert J. Baker, Raymond F. Simpson III, Larry D. Johnson, Ed Geldart u.a. 

“So groß meine Liebe auch war, mein Haß ist stärker!” Das sagt jedenfalls Sugar Hill (Marki Bey) – ein schwarzes Vollblutweib mit allem, was dazu gehört. Eigentlich heißt sie ja Diana, aber alle nennen sie Sugar. Grund hat sie ja für ihren Hass: Ihr Freund, der Clubbesitzer Langston (Larry D. Johnson), mit dem sie kurz vor der Heirat stand, wurde von ein paar Killern brutal ermordet. Und die gehören zur Geldeintreiber-Bande des korrupten Morgan ... Trash-Legende Robert Quarry, der später seine zweite Heimat bei Fred Olen Ray fand, in einer für ihn perfekten Rolle: Als eiskalter Gangsterboss, der sich mit der üblichen Blondinen-Zicke an der Seite im Luxus aalt und anderen die Drecksarbeit überlässt. Diesen elenden Hund will Sugar Hill mitsamt seiner Schweinebande zur Strecke bringen, denn Rache ist Blutwurst. Der mit ihr befreundete Polizist Valentine (Richard Lawson) will die Mörder ausfindig machen und festnehmen, was Sugar freilich nicht reicht. Sie möchte einen nach dem anderen umbringen, ganz genüsslich! Sie besucht im Wald der Toten Mama Maitresse (Zara Cully), eine greise Voodoo-Priesterin, die in einer abgrundtief albernen Zeremonie Baron Samedi (grins-fehlgesteuert: Don Pedro Cully) heraufbeschwört ... Er ist Gott der Toten, eine Leiche auf Urlaub, die aussieht wie ein bekiffter Wandersmann, dem die Mittagssonne zu lange auf’m Nischel schien. Doch mit Baron Samedi ist nicht zu spaßen: Er hetzt seine Zombie-Armee auf Morgan’s Verbrechergesocks. Einer nach dem anderen bekommt seine gerechte Strafe, bis nur noch Oberschurke Morgan da ist... 
Anfang der 70er bevölkerten die Blaxploitation-Filme die Kinos – Filme für Schwarze, von Schwarzen und mit Schwarzen. Richard Roundtree als SHAFT und Pam Grier als FOXY BROWN wurden zu Kultstars der Pop-Kultur, schwarze Polizisten, Sportstars und Kampfes-Hyänen zeigten, wo’s langgeht. Mit der amüsanten Vampir-Klamotte BLACULA (1972) hielt die Blaxploitation-Welle auch Einzug ins Horrorgenre; Regisseur Paul Maslansky und sein Autor Tim Kelly schielten ebenfalls nach diesen Erfolgen, aber im Endeffekt ist’s nur einer dieser lumpigen AIP-Produktionen. Und das kam dabei heraus: Eine simple Rachegeschichte, sparsam und träge umgesetzt, mit schwülstigen Voodoo-Mythen, deplazierten Zombie-Elementen und üblen Klischees incl. Weiber-Faustkampf Schwarz gegen Weiß. Gerade letztere haben hier wenig zu lachen. Die Rache der Farbigen, für all das, was man ihnen angetan hat. Eigentlich viel zu wenig, aber trotzdem wirkungsvoll: Sie verhökern die Weißen als ulkige Karikaturen in lausigen Low-Budget-Filmchen.
 

 

Kommentar(e)
Geschrieben von am 2008-04-06 07:34:21
ja ist irre

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