Views : 10202 |
Veröffentlicht in : Filme, A |
A S S A U L T ANSCHLAG BEI NACHT USA 1976 / O: „Assault on Precinct 13“ / AT: „Das Ende“ / Laufzeit: 91 Min. / FSK: ab 18 Regie + Buch + Musik: John Carpenter / Kamera: Douglas Knapp / Schnitt: John T. Chance / Prod.: J. S. Kaplan / Ausf. Prod.: Joseph Kaufman Darsteller: Austin Stoker (Bishop), Darwin Joston (Wilson), Laurie Zimmer (Leigh), Martin West (Lawson), Tony Burton (Wells), Charles Cyphers (Starker), Nancy Loomis (Julie), Kim Richards (Kathy) sowie Peter Bruni, John J. Fox, Mark Ross, Alan Koss, Henry Brandon, Frank Doubleday u.a. Los Angeles – ein Moloch der Gewalt und Brutalität. Als die Polizei Mitglieder einer Jugendgang erschießt, läuft diese Amok. Ohne jegliche Skrupel töten die restlichen Bandenmitglieder alles und jeden, was ihnen ins Visier kommt - so auch ein kleines Mädchen, das sich doch nur ein Eis kaufen wollte. Dessen Vater dreht selbst durch und rennt unter Schock stehend auf das 13. Polizeirevier der Stadt. Das allerdings steht kurz vor der Schließung, Lt. Bishop (Austin Stoker) ist mit zwei Sekretärinnen (Laurie Zimmer, Nancy Loomis) gerade dabei, die letzten Kartons zu packen. Schließlich trifft auch noch ein Gefangenentransport zum Zwischenstop auf dem Revier ein. Und plötzlich überschlagen sich die Ereignisse: die skrupellose Mördergang umzingelt das Gebäude und legt sämtliche Leitungen lahm. Auf sich allein gestellt und vom Rest der Welt abgeschnitten, rauft sich Bishop mit den Gefangenen, zu denen der Mörder Wilson (Darwin Joston) gehört, zusammen, um sich der Bande zur Wehr zu setzen... Der Wahnsinn sinnlosen Mordens und nackter Gewalt inspirierte das Filmgenie John Carpenter zu ASSAULT ON PRECINCT 13. Anlass war damals ein Zwischenfall in L. A., bei dem eine Mördergang wahllos Leute erschoss, die einen Bus verließen. O-Ton Carpenter: „Heute würde ich ASSAULT... nicht mehr drehen, denn die reale Gewalt hat meine Fiktion eingeholt." Seinen eigenen Aussagen zufolge fand sein Meisterwerk ausgerechnet in seinem Herkunftsland wenig Anklang, dabei gelang ihm einer der beklemmensten Beiträge zum Thema „innere Sicherheit“. Mit seinen rasanten Schnittfolgen und der rhythmisch pulsierenden Musik beschwört er eine düstere, apokalyptische Endzeitstimmung herauf, die zahlreiche Filmemacher nach ihm inspirieren sollte. Auch die langen Kamerafahrten durch die menschenleeren, viel zu breiten Strassen tragen viel zur Atmosphäre bei ... – lange Kamerafahrten in einem Actionfilm, ja, so was gab es 1976 noch. Carpenter leugnet seine Vorbilder nicht und bedient sich bei bekannten Western- und Horrormotiven, wie z.B. Howard Hawks' RIO BRAVO (1959) und George A. Romeros DIE NACHT DER LEBENDEN TOTEN (1968): eine Gruppe hilfloser, unterschiedlicher und auf sich allein gestellter Menschen, umzingelt von einer Horde gesichtsloser Gewalttäter. Der brutale, sinnlose Mord an dem Mädchen zu Beginn trifft den Zuschauer wie ein Faustschlag ins Gesicht ... es gibt keinerlei Kompromisse, niemand scheint mehr sicher zu sein. Fast 30 Jahre später (2005) inszenierte Jean-Francois Richet das starbesetzte Remake u.a. mit Laurence Fishburne, Gabriel Byrne, Brian Dennehy, John Leguizamo und Ethan Hawke
Mit der Collectors Edition von e-m-s fand das Meisterwerk auch hierzulande eine sehr empfehlenswerte DVD-Umsetzung auf 2 Scheiben. So gibt es eine komplett neue, sehr hörenswerte Synchronisation (DTS 5.1 & DD 5.1), daneben wahlweise die alte Synchro, die zusammen mit der Originalfassung in DD 2.0 mono erhältlich ist. Als Extras winken ein dummerweise nicht untertitelter Audiokommentar von John Carpenter, des weiteren ein Interview mit ihm und Austin Stoker, der Originaltrailer, Radiospots, eine Galerie, für Nostalgiker die alte deutsche VHS-Titelsequenz und ein hübsches 12seitiges Booklet. Auf der 2. Scheibe findet sich noch eine gelungene, 60 minütige Dokumentation über das Wirken und Schaffen von John Carpenter mit allerlei Interviews und Ausschnitten aus seinen Filmen.
„Unablässig, mit der Brachialgewalt eines Dampfhammers, schickt Carpenter sein Publikum auf eine Achterbahnfahrt der Emotionen.“ (Harry Lieber, HÖLLE AUF ERDEN)
|
|
|
...
Geschrieben von: Gast2 am 06-11-2007 17:44
viele davon mit recht!