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C R O N O S
Mexiko 1993 / O: „Cronos“ / Prod.: Producciones Ignana / Laufzeit: 94 Min. / FSK: ab 16
Regie + Buch: Guillermo del Toro / Musik: Javier Àlvarez / Kamera: Guillermo Navarro / Schnitt: Rául Dávalos / Prod.: Arthur Gorson, Bertha Navarro Darsteller: Frederico Luppi (Jesus Gris), Ron Perlman (Angel), Claudio Brook (Dieter de la Guardia), Margarita Isabel (Mercedes Gris), Tamara Shanath (Aurora Gris), Daniel Giménez Cacho (Tito), Mario Iván Martínez (Alchemist), Juan Carlos Colombo (Funeral Director), Farnesio de Bernau (Manuelito) sowie Luis Rodríguez, Javier Álvarez, Gerardo Moscoso, Eugenio Lobo u.a. Vor einigen Jahrhunderten entwickelte ein Okkultist in Mexiko den Cronos, eine Apparatur, die seinem Besitzer ewiges Leben schenkt. Scheinbar zufällig fällt sie – in Form eines Scarabäuskäfers – dem Antiquitätenhändler Jesus Gris in die Hände. Als er einen bestimmten Mechanismus auslöst, fährt ihm ein Stachel in die Hand und injiziert ihm ein seltsames Sekret. Schon bald fühlt sich der alte Mann deutlich jünger und frischer, die Vitalität kehrt in sein Leben zurück. Mit dem Appetitsverlust kann er leben, als Ausgleich entwickelt er einen Blutdurst, den er sich nicht erklären kann. Der steinreiche, aber todkranke Industrieboss de la Guardia ist ebenfalls hinter diesem mysteriösen Cronos hinterher, natürlich mit der Aussicht, sein Leben zu verlängern. Als Gris den Cronos nicht freiwillig herausrückt, beauftragt de la Guardia seinen brutalen Neffen Angel (perfekt besetzt: Ron Perlman) mit der Beschaffung dieser seltsamen Apparatur. Angel läßt Gris in seinem Auto die steilen Klippen hinunter stürzen, wobei der Antiquitätenhändler den Tod findet – und ihn überlebt. So allein wie man nur sein kann, wenn man aus dem Reich der Toten zurückkehrt, so fühlt sich jetzt Jesus Gris, als er ohne jegliches Ziel durch die Straßen der Stadt streift. Seine Haut löst sich von seinem Körper, er steht vor seinem eigenen persönlichen Zerfall. In seiner Verzweiflung sucht Gris de la Guardia auf, der ihm erklärt, daß der Cronos solange Unsterblichkeit verleiht, wie man ihn mit Blut nährt. Es kommt zum Kampf, bei dem auch Angel den Raum betritt... Ein wirklich wunderschöner, atmosphärisch dichter Grusel-Beitrag aus dem sonnigen Mexiko, der dem klassischen Vampirfilm treu bleibt, ihm aber auch andere Facetten abgewinnt. Gefühlvoll und mit viel Liebe zum Detail wurde der visuell prächtige Horrorfilm nicht nur in deiner Heimat (wo sich Publikum und Kritik gleichermaßen begeistert zeigten), sondern auch über die Landesgrenzen hinaus euphorisch gefeiert und mit Preisen überhäuft. Logisch, daß nach so einem Grusel-Juwel Hollywood auf den sympathischen Mexikaner aufmerksam wurde, der sich als begeisterter Horrorfan und -sammler bekannte (angeblich befinden sich weit über 5000 DVD’s in seinem Besitz). Danach inszenierte er den Kakerlaken-Schocker MIMIC (1997), den packenden THE DEVIL’S BACKBONE (2001), die Vampirfilm-Fortsetzung BLADE II (2001) und die viel gepriesene Comicverfilmung HELLBOY (2004).
- Ron Perlman (keiner spielt den Typus des unterbelichteten Brutalinskis mit soviel Verve wie er) arbeitete in BLADE II und HELLBOY 1 + 2 erneut mit del Toro zusammen. Weitere Rollen hatte er u.a in DER NAME DER ROSE (1986), Stephen King’s SCHLAFWANDLER (1992), DIE STADT DER VERLORENEN KINDER (1995), MR. STITCH; DNA – DIE INSEL DES DR. MOREAU (beide 1996), ALIEN: DIE WIEDERGEBURT (1997), DOWN (2001), STAR TREK – NEMESIS (2002) und RATS (2003)
- „...ein absolut ernsthafter Versuch, klassischen Themen Aktualität abzugewinnen, und in seiner ruhigen, fast sachlichen, aber auch sehr poetischen Darstellungsweise eher den Highlights des europäischen Horrors eines Bava, Fisher oder Soavi verbunden, ohne daß er einer dieser Herren kopieren würde.“ (MOVIESTAR)
- „Dem hohen technischen Standard und einigen ungewöhnlichen Einfällen steht der Hang zu Brutalismen und eine Vielzahl von Ungereimtheiten gegenüber.“ (HEYNE FILMJAHRBUCH 1993)
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Cronos
Geschrieben von: Fynn am 09-04-2008 18:26