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INSEL DER UNGEHEUER
Von Riesenratten und Zwergenhirnen: Ganz normale
Haustierchen entwickeln eine Körpergröße von beängstigenden Dimensionen. Ein
Lachschlager aus der Bert-I.-Gordon-Factory
USA 1976 / O: „The Food of the Gods“ / Prod.: American
International Pictures; Cinema77 / Länge: 83 M. / FSK: ab 16
Regie/Buch/Produzent/Spezialeffekte:
Bert I. Gordon / Musik: Elliot Kaplan / Kamera: Reginald
Morris / Schnitt: Corky Ehlers / Ausf. Prod.: Samuel Z. Arkoff
Darsteller:
Marjoe Gortner (Morgan), Pamela Franklin (Lorna), Ida Lupino
(Mrs. Skinner), Ralph Meeker, Jon Cypher (Brian), John
McLiam (Mr. Skinner), Belinda Balaski (Rita), Tom Stovall
(Thomas Bensington), sowie Chuck Courtney, Reg Tunnicliffe u.a.
Oh, nein! Das hat der arme H. G. Wells nun wirklich nicht
verdient: Seine 1901 erschienene Novelle „Die Riesen kommen“ in der komplett
doofen, filmischen Verwurstung von Bert I. Gordon: Inselfarmer Skinner hat
direkt vor seinem Haus eine aus dem Boden quillende Substanz entdeckt, die er für ein Geschenk Gottes
hält – und es an seine Hühner verfüttert, die zu gackernden Riesenviechern
heranwachsen. Der egoistische Geschäftemacher Bensington (Ralph Meeker, DAS GEHEIMNIS DER FLIEGENDEN TEUFEL)wittert in dem Zeug eine Geldquelle
unerschöpflichen Ausmaßes, ohne jedoch die Nebenwirkungen zu beachten. Und die
stehen auf keiner Packungsbeilage... Zur gleichen Zeit besucht Footballspieler
Morgan (Marjoe Gortner, STAR CRASH) mit zwei Freunden die idyllische Insel, um
sich ein paar hübsche Tage Urlaub zu gönnen. Doch daraus wird wohl nichts,
spätestens als einer von ihnen von riesigen Wespen zu Tode gestochen wird. Auf
der Farm der Skinners kommt es schließlich zur Begegnung Mensch gegen
Riesenratte... Beruhigend zu wissen, daß der
selbst ernannte Regie-Gigant Bert I. Gordon auf seinem bewährtem Niveau
geblieben ist und sein besonderes Faible für Dramaturgie, Schauspielführung und
Spezialeffekte beibehalten hat – denn da gibt’s mal wieder was richtiges zu
lachen. Oder auch nicht. Bescheuert ist dieser unsägliche Beitrag zum populären
70er-Jahre-Öko-Horror auf jeden Fall, unabhängig davon, wie man an so eine
Granate von Film herangeht. Technisch gesehen hat sich Gordon seit seinen
Trash-Knallern DIE RACHE DER SCHWARZEN SPINNE (1958) und DER KOLOSS (1957) kaum
weiter entwickelt: Auch hier ist die ach so bedrohliche Begegnung zwischen Mensch
und Riesenratten, -Hühnern, -Würmern und -Wespen eine höchst unfreiwillig
komische Angelegenheit. Mal wurden echte Tiere in den bereits fertigen Film
neben die Schauspieler hineinkopiert bzw. ließ man sie in billigen Nachbauten
hin- und herrennen. Oder es wurden noch billigere Puppen (hauptsächlich für die
Kampfszenen) angefertigt, die eher als abschreckendes Beispiel für den Kölner Karneval
dienen – das Endresultat sieht in jeder Beziehung lächerlich aus. Der
ökokritische Anstrich geht somit auch flöten, gerade weil sich der Film trotz
aller Unzulänglichkeiten so furchtbar ernst und wichtig nimmt.
- „Eine neuerliche Schändung H. G. Wells’ durch das Zwergenhirn
Bert I. Gordon.“ (Rolf Giesen & Ronald M. Hahn, DIE SCHLECHTESTEN FILME
ALLER ZEITEN)
- „Gegen Ende begibt sich Gordon in die Fußstapfen
von Ruggero Deodato und legt massenhaft echte, quicklebendige Tiere
(hauptsächlich Ratten) mit Feuer, Wasser und Stricknadel um.“ (Thomas Abel,
HÖLLE AUF ERDEN)
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Insel der Ungeheuer
Geschrieben von: mario am 04-04-2006 09:09