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W R O N G T U R N „The West Virginia Axe Massacre“ (Moviestar)
USA 2003 / O: „Wrong Turn“ / Prod.: DCP Wrong Turn Prod.; Summit Ent.; Constantin Film GmbH; Stan Winston Studio; Media Cooperation One GmbH; Newmarket Capital Group LLC; Regency Enterprises / Laufzeit: 84 Min. / FSK: ab 16 Regie: Rob Schmidt / Musik: Elia Cmiral / Kamera: John S. Bartley / Schnitt: Michael Ross / Ausf. Prod.: Don Carmody, Erik Feig, Aaron Ryder, Patrick Wachsberger / Prod.: Brian J. Gilbert, Robert Kulzer, Stan Winston / Buch: Alan B. McElroy Darsteller: Desmond Harrington (Chris Finn), Eliza Dushku (Jessie Burlingame), Emmanuelle Chriqui (Carly), Jeremy Sisto (Scott), Linda Booth (Francine), Kevin Zegers (Evan), Julian Richings (Three Finger), Garry Robbins (Saw-Tooth), Ted Clark (One-Eye), Wayne Robson (alter Mann) sowie Yvonne Gaudry, David Huband, Joel Harris, James Downing Krach! hat’s gemacht und Yuppie Chris (Desmond Harrington) knallt mitten auf einer abseits gelegenen Straße in den Wäldern West Virginias in den Jeep von fünf jungen Campern. Da beide Wagen schrottreif sind, macht sich Chris zusammen mit Jessie und dem Pärchen Scott und Carly zu Fuß auf, um Hilfe zu holen. Die bekifften Turteltauben Evan (Kevin Zegers, TRANSAMERICA) und Francine (Linda Booth) bleiben zurück – für immer... Denn drei kannibalistisch veranlagte, durch Inzucht degenerierte Freak-Brüder machen mit Pfeil und Bogen bewaffnet Jagd auf harmlose Ausflügler. Auch Chris & Co. müssen bald um ihr Leben rennen – und immer mit dem wahnsinnigen Feixen ihrer entstellten Verfolger im Nacken... Es ist doch schon ein wenig verwunderlich und auch ein Zeichen der Zeit Szenen auf der Kinoleinwand zu sehen, welche die FSK seit den 80ern aus jeder 2. Videopremiere herausschnippelte. Sind wir denn alle so abgestumpft? Apropos Stumpf, für derlei Sachen war Oscar-Gewinner Stan Winston (ALIENS; TERMINATOR II; JURASSIC PARK) und sein Studio verantwortlich, die hier sprichwörtlich die Sau rausließen. Ebenso bei der Kreation der deformierten Hinterwald-Kannibalen, über die man nur im Vorspann an Hand von Zeitungsartikeln und ähnlichem erfährt, daß sie durch Inzucht geistig verkommen und äußerlich entstellt sind. Schon der Besuch der vier jungen Menschen in ihrer beschaulichen Waldhütte dürfte eine Belastungsprobe für sensible Mägen sein. Aber all die detaillierten Grausamkeiten können nicht leugnen, daß es sich bei WRONG TURN nur um einen modischen Abklatsch diverser Frühwerke von Wes Craven und Tobe Hooper handelt. Interessant dabei ist, daß Rob Schmidt in seiner Darstellung der Gewalt viel hemmungsloser ist als Hooper’s legendäres KETTENSÄGENMASSAKER, daß bis zuletzt mit Verboten und Kürzungen verflucht wurde, obwohl es im Gegensatz zu Schmidt’s Film zumindest in dieser Hinsicht relativ harmlos ist. Zwischen beiden Filmen liegen fast 30 Jahre, doch da wo Tobe Hooper mit seinem TEXAS CHAINSAW MASSACRE selbst heute noch provoziert (allein schon vom Titel her), geht Rob Schmidt trotz rasanter Inszenierung schnell unter. Leider haben er und sein Autor nichts neues zu erzählen, es nützt nämlich nichts wenn man immer weiß was als nächstes passiert oder wer gleich abkratzen muß. Zu offensichtlich ist die Reihenfolge der Todesopfer, da interessiert eigentlich nur das Wie des Ablebens: Ohr ab, Hand ab, Klappe zu, Camper tot. Zwischen diversen Handlungslücken, Genre bedingter Unlogik und Dialogen der Dumm-Dumm-Klasse 8 übertreiben Regie und Buch mit abenteuerlichen Klettertouren über Baumwipfel und Leichenteile, dabei zeigt die Realität, daß sie viel grausamer ist, wie etwa der Fall von Internet-Kannibalismus, der 2003 in Deutschland für entsetztes Aufsehen sorgte. Natürlich ist WRONG TURN technisch viel ausgereifter, trotzdem bleibt er weit hinter TCM & Co. zurück, denn es fehlt dem Streifen die fröhlich-ruppige Anarcho-Atmosphäre seiner (unerreichten) Vorbilder. Und die kann WRONG TURN, trotz anders lautender Bekundungen seiner Macher, keinesfalls erreichen.. Wieder einmal bestätigt sich, daß das Kino von gestern nichts anderes ist als das Kino von heute, da wurde lediglich für die jetzige Zielgruppe hier und dort so einiges modisch aufgepäppelt. Doch die Klischees blieben die selben, selbst die bis in den Abspann hinein gesetzte Ankündigung (Androhung..?), daß da noch was kommen könnte, natürlich nur wenn die Kasse stimmt.
- Desmond Harrington spielte im viel spannenderen Psychothriller THE HOLE mit, außerdem stellte er sich in GHOST SHIP zum Schluß als böser Bube heraus. Eliza Dushku (SOUL SORVIVORS) kennt man als Faith aus der Serie BUFFY und dem Spin-off ANGEL. Und auch im tiefsten Hinterwald zeigt sich, daß die Welt ein Dorf ist: Kannibale Julian Richings und Wayne Robson als sabbernder Tankstellen-Greis waren bereits im CUBE-Würfel gefangen.
- „Unorigineller Old-School-Horror mit einer Hand voll guter Splatterschocks.“ (Heiko Schneider, TV SPIELFILM)
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Lustig-blutiges Popcorn Kino
Geschrieben von: Marco am 10-09-2007 20:31