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SOLDIER
Krach! Bumm! Knall! Kurt Russell als ausrangierter
Weltraum-Söldner, der gegen eine bessere Kampfmaschine ersetzt wurde. Brachiale
Sci-Fi-Action von Paul Anderson (EVENT HORIZON; RESIDENT EVIL)
USA
1998 / O: „Star Force Soldier“ / Prod: Imakt Pictures; Morgan Creek; Warner
Bos. / Laufzeit: 93 Min. / FSK: ab 18
Regie:
Paul Anderson / Musik: Joel McNeely / Kamera: David Tattersall
/ Schnitt: Martin Hunter / Ausf. Prod.: James G. Robinson / Prod.: Jerry Weintraub /
Buch : David Webb Peoples
Darsteller: Kurt Russell
(Sergeant Todd), Jason Scott Lee (Caine 607), Jason Isaacs (Col.
Mekum), Gary Busey (Captain Church), Connie Nielsen (Sandra), Sean
Pertwee (Mace), Michael Chiklis (Jimmy Pig), Elizabeth Dennehy
(Jimmy Pig’s Frau), Mark Bringleson (Rubrick) sowie K. K. Dodds, James
Black, Mark De Alessandro, Vladimir Orlov, Paul Dillon,
Paul Sklar u.a.
Im Jahre 1996 wird die
Rekrutierung etwas strenger gehandhabt: Die freundlichen Mitarbeiter vom
Militär durchkämmen die Entbindungsstationen und wählen „aggressiv veranlagte
Babys“ für ihre Zwecke aus. Was für ein Leben: Noch nich mal ’ne Woche alt und
schon Soldat. Ein Leben lang. Nichts mehr mit dem Zivischeiß – Mamas Liebling
muß zum Bund! Von klein auf werden ihnen die
Army-Parolen regelecht eingehämmert:
„Ein Soldat spricht
nicht, bis er von einem Rang höheren Offizier angesprochen wird.!“ „Kein Mitleid! Denn
Mitleid ist Schwäche. Und Schwäche bedeutet Tod!“ „Ein Soldat gehorcht
seinen Befehlen. Die Armee ist seine Familie. Wenn er Befehle
ausführen kann, fühlt er sich am glücklichsten.“
Sie werden gedrillt zu perfekten Killer-Maschinen aus
Fleisch und Blut, die auf Befehl hin gnadenlos töten – der ultimative Krieger.
Einer von ihnen ist Sergeant Todd (Kurt Russell), einer der besten und
erfahrensten Kämpfern. Einer, der schon alles mit gemacht hat. Nun droht die
frühzeitige Pensionierung. Colonel Mekum (Jason Isaacs als glatt gebügeltes
Arschloch mit passendem Führer-Bart) platzt in die gute Army-Stube von Capt.
Church (immer wieder ein kleiner Lichtblick: Gary Busey) und stellt ihm die
nächste Generation vor: Genetische Prototypen, die mit Hilfe von DNS-Profilen
künstlich erzeugt worden. Und es wurde ein bisschen manipuliert: „Größere
Ausdauer, schnellere Reflexe, bessere Koordination...“ In einem Kampf mit Caine
607 (Jason Scott Lee als klobig glotzender Muskel-Klops) zieht Todd den
kürzeren und wird auf dem Müllbeseitigungsplaneten Arkadia 234 ausgemustert.
Dort trifft er auf gestrandete Siedler, die auf der Suche nach einem neuen zu
Hause auf dieser öden Müllkippe gelandet und vergessen worden sind. Den
Umständen entsprechend führen sie ein beschauliches, aber doch zufriedenes
Leben, bestehend aus einer Gemeinde von Familien. Todd wird von Mace (Sean
Pertwee, EQULIBRIUM) und Sandra (Connie Nielsen, MISSION TO MARS) aufgenommen,
und als er dem dicklichen Jimmy Pig (Michael Chicklis; FANTASTIC FOUR) das
Leben rettet, gewinnt er bald mehr Zutrauen von den Einsiedlern. Todd pflanzt
Salat an, Todd fängt an zu weinen, doch leider plagen ihm immer wieder üble
Flashbacks seiner früheren Einsätze. Als er durchdreht und die
Müllkippen-Gemeinde eine Gefahr in ihm sieht, wird er in die Verbannung
geschickt. Doch seine Hilfe wird noch gebraucht: Ausgerechnet die neue
Elitetruppe um Caine 607 landet zu ihrem ersten Einsatz auf den Planeten, der
arrogante Mekum gibt ihnen schließlich den Befehl zur Tötung der ahnungslosen
Zivilisten. Aber keiner hat mit Sergeant Todd gerechnet... Paul Anderson, bei dessen Namen die Kritikerzunft zu
heulen anfängt, ist ein Regisseur, der die Action und die Spezialeffekte liebt,
worin er ohne Zweifel ganz versiert ist, was er mit seinem effektvollen
SF-Horrormärchen EVENT HORIZON bewies. Bei SOLDIER, dem brachial-donnerndem
Weltraum-Klopper, ging die Rechnung nicht auf. Kritische Ansätze, wie etwa die
Beraubung der Individualität, daß, was eine gute Armee auszeichnet, oder der
blinde Befehls-Gehorsam werden platt gemacht in einer pausenlosen Abfolge an
Explosionen und Dauerballereien, die David Webb Peoples’ klischeehaftes
Drehbuch noch mehr zerlöcherten (wohl gemerkt zeichnet er als Co-Autor auch
für einen ganz großen Klassiker des Science-Fiction-Films verantwortlich: BLADE
RUNNER). Kurt Russell versucht seiner wortkargen Rolle emotionale Tiefe zu
verleihen – keine Chance! Was bleibt ist lautes, lärmendes und eintöniges
Krawallkino, das mit seinen vorhersehbaren Handlungsabläufen und den
zweitklassigen Computereffekten auf den sogenannten finalen Showdown zusteuert,
in dem sich Russell und Lee gegenseitig die Fresse eindreschen. Zum Schluß pullert Colonel Mekum
vor lauter Angst in die Hosen, Todd nimmt einen kleinen Jungen auf den Arm und
spätestens dann ist der Weltraum auch wieder in Ordnung.
- „Dumm-dreistes Pathos, Pappmaché-Kulissen und die schlechtesten
Computer-Effekte seit der Erfindung von Tetris.“ (Annette Kilzer, TIP)
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