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U N D E R W O R L
D
„Wir machen hier
nicht « Bladette »!“ (Len Wiseman)
USA
2003 / O: „Underworld“ / Prod.: Lakeshore Entertainment, Subterranean
Productions, Laurinfilm Ltd. / Laufzeit: 121 Min. (Kino) / FSK: ab 16
Regie:
Len Wiseman / Musik: Paul Haslinger / Kamera: Tony
Pierce-Roberts / Schnitt: Martin Hunter / Prod.: Gary Lucchesi,
Tom Rosenberg, Richard S. Wright / Ausf. Prod.: Robert
Bernacchi, James McQuaide, Skip Williamson, Henry
Winterstern / Buch: Danny McBride / Story: Danny McBride, Len
Wiseman, Kevin Grevioux
Darsteller:
Kate Beckinsale (Selene), Scott Speedman (Michael Corvin), Michael
Sheen (Lucian), Shane Brolly (Kraven), Bill Nighy (Viktor), Erwin
Leder (Singe), Sophia Myles (Erika), Robbie Gee (Kahn), Wentworth
Miller (Dr. Adam Lockwood), Kevin Grevioux (Raze), Danny McBride
(Mason), Zita Görög (Amelia), Scott McElroy (Soren) sowie Dennis
Kozeluh, Todd Schneider, Sándor Bolla, Hank Amos, Rich
Cetrone u.a.
Vampire im Kampf gegen Werwölfe
– eine an sich reizvolle Ausgangsbasis.
Vor sechzig Jahren hätte so ein Aufeinandertreffen wohl DRACULA MEETS THE
WOLFMAN geheißen, doch im Zeitalter der Spaßgesellschaft und Handy-Generation
heißt so ein Ding UNDERWORLD und folgerichtig rennen da heiße Bräute und coole,
langhaarige Typen in schwarzen Leder-Mänteln durch die Kante und knallen sich
gegenseitig mit Waffen ab, von denen George W. Bush nur träumen kann. Nicht das
wir hier voreilige Schlüsse ziehen wollen, aber manchmal ist es auch so, daß
selbst die schlimmsten Erwartungen übertroffen werden... Seit Jahrhunderten tobt der Krieg
zwischen den aristokratisch-bleichen Vampiren und brutalen Werwölfen und der
wird, der Evolution und dem Fortschritt sei Dank, nicht mehr mit Holzpflöcken
und Knoblauch ausgetragen, sondern mit High-Tech-Waffen, die tödliche Kugeln
aus Silbernitrat oder ultraviolettem Licht abfeuern können. Selene (Kate
Beckinsale, VAN HELSING) ist ein Death Dealer, eine Vampir-Kriegerin, die unter
der Führung des machtgeilen Kraven (Shane Brolly) gegen die als „Lycans“
bezeichneten Werwölfe erbarmungslos zu Felde zieht. Als sie spitz kriegt, daß
sich die Lycans für einen gewöhnlichen Menschen namens Michael Corvin (Scott
Speedman) interessieren, horcht sie auf. Selene kann ihn in Sicherheit bringen,
nicht jedoch ohne einen Abschieds-Biss von Lycan-Anführer Lucian (Michael
Sheen), der den Wunsch nach Frieden weitaus mehr hegt, als es anfangs scheint.
Michael Corvin, der sich langsam in einen Werwolf verwandelt, entpuppt sich als
Schlüsselfigur im ewigen Konflikt der beiden Parteien, und während sich Selene,
die Kampf-Sirene, ungewollt in ihn verliebt, erwacht Vampirfürst Viktor (Bill
Nighy) aus seinem mumifizierten Koma-Stadium... Glaubten Wiseman und Konsorten
ernsthaft daran, wenn sie UNDERWORLD den selben dunklen Schmuddellook wie die
großen Vorbilder THE CROW, BLADE und MATRIX verpassen, daß da irgendwas Welt
bewegendes herauskommt? Wenn man jedem Werbefilm- und Musikclip-Fuzzi ein
kleines, aber feines Sümmchen (in diesem Falle 22 Mille) in die Hände drückt
und die Branche auch noch aufhorcht, weil dieses blöde Mainstream-Publikum auch
in jeden Scheißdreck rennen muß, dann mach ich mir Sorgen um die kommende
Generation der Filmemacher. UNDERWORLD kann man sich getrost von der Backe
putzen. Wiseman läßt’s regnen, donnern und blitzen, doch vermag er in dieser
aalglatten Musikclip-Ästhetik, trotz Bukarests düsterer Altbau-Kulisse, kaum
eine überzeugende Gruselstimmung heraufbeschwören. Dafür gibt’s ein
Nonstop-Action-Gepolter auf einem Lärmpegel, der dir den Schmalz aus den Ohren
tröpfeln läßt. Der kommt spätestens dann angekrochen, wenn die Liebesbeziehung
zwischen Beckinsale & Speedman, eine verkorkste „Romeo und Julia“-Variante
im Vampir- und Werwolf-Milieu, „vertieft“ wird. Wiseman scheitert ebenso wie
die Wachowski-Brüder mit ihren letzten beiden, unsäglichen MATRIX-Sequels
daran, sich selbst und das voran gegangene zu übertreffen, in dem er seine
K(r)ampfszenen unnötig breit walzt, was auf die Dauer äußerst ermüdend und langatmig ist. Viel zu
erzählen hat er jedenfalls nicht und wer wen und warum erschießt, ist auch
nicht weiter wichtig. Hauptsache es rummst mal wieder so richtig! Lässt man den
ganzen Rummel mit den geilen Knarren und Kanonen weg, was bleibt da noch übrig?
Was hat Wiseman, der ja so hoch gelobt wurde, weil er ja mit so wenig Geld so
viel zustande gebracht hat, sonst noch zu bieten? Mag ja sein, daß UNDERWORLD
gemessen an seinen günstigen Produktionskosten einen ordentlichen Reibach an
der Kinokasse machte, aber sollten die Herrschaften bei ihrem schon sehr früh
geplanten Sequel und Prequel nicht vergessen, daß auch das anspruchloseste
Popcorn-Publikum den immer selben Effekt-Bombardements irgendwann einmal
überdrüssig wird.
- Bill Nighy spielte den verhassten, zum Zombie
mutierenden Steifvater in SHAUN OF THE DEAD (2004) und Slartibartfast in
PER ANHALTER DURCH DIE GALAXIS (2005).
- „Statt die durchaus reizvolle Idee auszukosten,
Vampir- und Werwolfbanden ins Gemetzel zu schicken, wird die Wirkung der
mythischen Kreaturen egalisiert, indem man ihnen ein absurdes Arsenal an
Feuerwaffen aufdrückt. Und so beschießen sich nun jede Menge schwer
identifizierbare Langhaarige von Früh bis Spät – bis der Hörsturz völlig
eingesetzt hat.“ (Roland
Huschke, CINEMA 02/04)
- „Eine gute Figur macht sie ja, die schnuckelige
Kate Beckinsale als Vampirin in Lack und Leder. Das ist aber auch schon
das Positivste an diesem Vampire-gegen-Werwölfe-Actionhorrorschmonzes. Der
Rest ist gleich in mehrfacher Hinsicht unterirdisch.“ (TV SPIELFILM)
- „...ist nicht perfekt, aber ein durchaus beeindruckender Debütfilm.“ (Peter Osterried, MOVIESTAR # 83; 01/04)
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Geschrieben von: point am 11-01-2008 05:51