Prodotti e trattamenti cosmetici
“Ich habe nie gesagt, dass Schauspieler Rindviecher sind. Ich sagte lediglich, man sollte sie wie Rindviecher behandeln.” (Alfred Hitchcock)
filme | a | b | c | d | e | f | g | h | i | j | k | l | m | n | o | p | q | r | s | t | u | v | w | x | y | z | 0-9
You are in: Home arrow Impressum arrow Filme arrow M 
Mother of Tears
(1 Stimme)
 

Views : 756

Veröffentlicht in : Filme, M

 

    MOTHER OF TEARS

 

"Die Produzenten haben mir einfach komplett freie Hand gelassen. Das hat mein Enthusiasmus geweckt, ich bin quasi zu meinen Wurzeln zurück gekehrt, zu einem blutigen Schlachtfest." (Dario Argento, zitiert nach Moviestar 05/2007)

                                                                                                                      

I/USA 2007 / O: „La Terza Madre“ 

Regie: Dario Argento / Musik: Claudio Simonetti / Kamera: Frederic Fasano / Schnitt: Walter Fasano / Ausf. Prod.: Kirk D’Amico / Prod.: Dario Argento, Claudio Argento, Giulia Marletta / Buch: Dario Argento, Walter Fasano, Simona Simonetti, Adam Gierasch, Jace Anderson / Make-Up-Effekte: Sergio Stivaletti 

Darsteller: Asia Argento (Sarah Mandy), Cristian Solimeno (Agente Enzo Marchie), Adam James (Prof. Michael Pierce), Udo Kier (Pater Johannes), Daria Nicolodi (Elisa Mandy), Philippe Leroy (Guglielmo De Witt), Moran Atias (Mater Lachrymarum), Valeria Cavalli (Marta Colussi), Coralina Cataldi-Tassoni (Giselle), Robert Madison (Agente Lissoni) sowie Jun Ichikawa, Tommaso Banfi, Paolo Stella, Massimo Sarchielli, Barbara Mautino u.a.

                                                                                                                      

27 Jahre hat es gedauert. 27 Jahre! Manchmal will die Zeit auch nicht vergehen. Aber so lange warten die Fans von Dario Argento nun schon, dass nach SUSPIRIA (1977) und HORROR INFERNAL (1980) die Trilogie der „Drei Mütter“ endlich ihren Abschluss findet. 

Bei Bauarbeiten in der unmittelbaren Nähe eines alten Friedhofes purzelt ein Minibagger kopfüber in das von ihm geschaufelte Loch, wodurch eine alte Urne entdeckt wird. Dem örtlichen Gemeindepfarrer trifft bei diesem Fund der Schlag und so landet das geheimnisvolle Ding in Rom bei zwei Kunststudentinnen. Doch nur eine von ihnen wird die nähere Untersuchung überleben: mit einem Mal tauchen schreckliche Gestalten auf, die Giselle regelrecht ausweiden, während Sarah, mit Hilfe einer ihr noch unbekannten Macht, entkommen kann. Mit dem Öffnen der geheimnisvollen Urne wurde eine schreckliche dämonische Macht frei gesetzt: der Geist der Mater Lachrimarum. Sie ist die dritte Mutter und neben Angela Merkel einer der mächtigsten Hexen der Welt. Fortan ist die Hölle los in Rom: Menschen laufen Amok und bringen sich gegenseitig um, eine Mutter schmeißt ihr Baby kurzerhand über die Brücke, während die Hexen der Welt eintrudeln und zum Halali blasen. Die Polizei bekommt wieder einmal von alledem nichts mit, stattdessen jagen sie Sarah durch Straßen und Zugabteile, halten sie sie doch für die Mörderin von Giselle. Dabei ist sie die einzige, die die Mächte des Bösen bekämpfen kann. Und so tritt Sarah an, um das Geheimnis der dritten Mutter zu lüften und sie zurück in die Verbannung zu schicken… 

In SUSPIRIA und HORROR INFERNAL kamen seine Heldinnen dem Bösen im Hexen-Horror-Labyrinth Stück für Stück näher, hier aber läßt Argento es brachial und konfus auf die Straßen hinaus, wo schon bald Mord und Totschlag, Raub und Vergewaltigung dominieren.

Es schleicht sich weder auf leisen Sohlen, noch sonst irgendwie bedrohlich heran, nein, bei Argento kracht es laut, plump und polternd mitten in den nachmittäglichen Berufsverkehr hinein, wo er diverse Komparsen im Hinter- oder auch mal Vordergrund platzierte, die sich an den Kragen gehen oder mit der Eisenstange auf Autoscheiben eindreschen, um damit zu demonstrieren, wie dämonisch das Dämonische zuschlagen kann, wenn es erst einmal die Oberhand gewinnt. Fragt sich nur, welche Dämonen Argento geritten haben. Selbst in einem (freiwillig) komischen Film wie SHAUN OF THE DEAD brachen Chaos und Anarchie überzeugender aus als in dieser wässrigen Okkult-Suppe und dieser Vergleich ist ernst gemeint, was nur beweist, wie schlimm es um MOTHER OF TEARS steht. 

Wo Argento in SUSPIRIA und HORROR INFERNAL mittels einer perfekt arrangierten Farbdramaturgie und der kongenialen Musik geradezu magische Horror-Momente schuf, klatschte er die Szenen hier lieb- und stillos aneinander, was durch die billig anmutende TV-Optik noch eine zusätzliche Abwertung findet. Dabei haut er mit  kruden und bizarren Einfällen nur so um sich, doch sind seine trashigen Staksereien alles andere als ein würdiger Abschluss seiner Trilogie; ein Abschluss, dem man es ansieht, dass er einfach zu spät kommt.

Das Reizvolle an SUSPIRIA und HORROR INFERNAL war, das sich die Hexen erst in einem wahrhaft fulminanten Finale zu erkennen gaben, vorher wusste man nicht, wer oder was sie waren und im Schilde führen. In MOTHER OF TEARS dagegen hat Mater Lachrimarum nicht mal Geisterbahn-Format, sehr früh offenbart sie sich, faucht ein wenig ihren Untertanen zu und steht zum Schluss nackich und ziemlich blöde da. Nicht weniger blöde kommen ihre Lakaien rüber, die Hexen der Welt, die nach Rom pilgern (das kennen wir von Ostern) und Argento wie ein paar Grufti-Punk-Schlampen aus einem billigen 80er-Jahre-Horrorfilm aussehen lässt: Rotzgören, die eine ordentliche Tracht Prügel verdient hätten. Besonders unangenehm fällt die bescheuerte Asiatin mit Silberzahn und Grinsfehlstellung auf. Das Böse war auch schon mal besser aufgestellt.  

Als Referenz zu SUSPIRIA engagierte er zwei der damaligen Mitwirkenden: Daria Nicolodi, die ja mit Argento gemeinsam das Drehbuch schrieb und in einigen seiner Filme prägnante Rolle hatte, huscht als Sarah’s tote Mutter und wenig überzeugender CGI-Geist umher, während Udo Kier (ARMAGEDDON; REVENANT; FEAR DOT COM; Rob Zombie's HALLOWEEN) in seinem 10-Minuten-Kurzauftritt als Exorzismus praktizierender Pater einige entscheidende Hinweise beisteuert. Bei Udo Kier ist es egal, was er spielt, er kann einfach alles und ist hier neben Phillipe Leroy als alternder Alchemist im Rollstuhl der einzige der Darsteller, der zumindest mit Charisma zu überzeugen weiß.

Der Rest spielt wie verhext, leider auch Dario’s Töchterchen Asia Argento, die desorientiert und blass durch das chaotische Szenario stolpert. Er scheucht sie hin und her, lässt sie Hinweise sammeln, Geheimnisse lüften und zum Schluss wie einst in PHENOMENA in ein Moder- und Morastbecken, prall gefüllt mit Leichenteilen, Maden und Ekel, plumpsen, aber wirkt gerade diese Szene wie ein hilfloses Selbstzitat, um zu verdeutlichen, dass wir uns hier überhaupt in einem Argento-Film befinden. Seine Handschrift ist, bis auf einige sporadisch auftretende Momente, nicht wirklich erkennbar, ebenso Spannung und Atmosphäre. Stattdessen eiert der mit einigen billigen Splatter-Effekten (die in der deutschen Fassung entsprechend bearbeitet wurden) zugekleisterte Film der Trash-Apokalypse und einem lustlos inszeniertem Finale entgegen und das sieht dann so aus, als wollte Argento die Sache so schnell wie möglich hinter sich bringen.

Der nett gestaltete Abspann hätte dabei noch ein kleines Schmankerl abgegeben, wenn, ja wenn nicht dieses Gefühl der Enttäuschung und des Ärgerns über das zuvor gesehene so dominieren würden.

                                                                                                                    

Das soll es nun gewesen sein, worauf so viele Fans 27 Jahre gewartet haben? Im Nachhinein wäre es besser gewesen, Argento hätte seine Trilogie der „Drei Mütter“ unvollendet gelassen. Das hätte dem Ganzen etwas mystisches verliehen und der künstlerische Bankrott wäre ihm damit sicherlich erspart geblieben.

 

   

Benutzerkommentare  RSS feed Kommentar
 

Durschnittliche Benutzerbewertung

   (0 Stimme)

 


Fügen Sie Ihren Kommentar hinzu
Name
E-mail
Titel  
Kommentar
   Benachrichtige mich über nachfolgende Kommentare
  This image contains a scrambled text, it is using a combination of colors, font size, background, angle in order to disallow computer to automate reading. You will have to reproduce it to post on my homepage
Enter what you see:

   
   

Keine Kommentare vorhanden



mXcomment 1.0.9 © 2007-2008 - visualclinic.fr
License Creative Commons - Some rights reserved
< zurück   weiter >

Richtig schlechten Geschmack hatten:

Heute222
Gestern479
Woche222
Monat222

Login

Neue Kritiken

26. November 2008
30. Oktober 2008
29. Oktober 2008
16. Oktober 2008
14. Oktober 2008
12. Oktober 2008
11. Oktober 2008
09. Oktober 2008
29. September 2008
26. September 2008
21. September 2008
20. September 2008
03. September 2008
30. August 2008

  rss20.gif