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HENRY: PORTRAIT OF A SERIAL KILLER
USA 1986 / O: Henry: Prtrait of a Serial Killer / Prod.: Maljack Productions / Laufzeit: 81 Min. / FSK: ab 18 Regie: John McNaughton / Musik: Robert McNaughton, Ken Hale, Steven A. Jones / Kamera: Charlie Lieberman / Schnitt: Elena Maganini / Prod.: Waleed B. Ali & Malik B. Ali, John McNaughton, Lisa Dedmond, Steven A. Jones / Buch: Richard Fire, John McNaughton / SFX: Jeffrey Lyle Segal Darsteller: Michael Rooker (Henry), Tracy Arnold (Becky), Tom Towles (Otis), Ray Atherton (Hehler) sowie David Katz, Eric Young, Rick Paul, Mary Demas, Waleed B. Ali u.a. |
Wenn ein Serienkiller im Mittelpunkt der Handlung steht...
In einem schäbigen, viel zu kleinen Appartment lebt Henry (Michael Rooker) mit seinem Kumpel Otis (Tom Towles). Während Otis sich mit kleinen Gaunereien über Wasser hält, bringt Henry immer wieder Gegenstände mit nach Hause, Dinge, die ihm nicht gehören. Was Otis nicht ahnt: es sind die Sachen von Henry´s Opfern - er ist ein Mörder. Als Otis schließlich dahinter kommt, was für ein Mensch Henry ist, weiht dieser ihn in die Geheimnisse des Tötens ein... Auch als Henry in seinem Leben so etwas wie Wärme, Zuneigung und Geborgenheit erfährt, nämlich in Gestalt von Otis’ Schwester Becky (Tracy Arnold), kann er von seiner Zerstörungswut nicht ablassen. Das Schicksal nimmt seinen Lauf... Düsterer, deprimierender und kompromißloser True-Crime-Schocker, der einen finsteren Blick auf die Gesellschaft wirft. Mit seinem kontroversen und immer noch umstrittenen Erstlingswerk erregte der damalige Newcomer John McNaughton viel Aufsehen – auch weil seine Studie eines gescheiterten Lebens so gar nicht in die heile Welt Amerikas passen will. Gerade weil McNaughton eben nicht mit herkömmlichen Spannungsmitteln arbeitet, dürfte er für einige ungoutierbar sein. Er legte sein provozierendes Serienkiller-Porträt im halbdokumentarischen Stil an, wodurch Henry´s Leben, dessen „Vorbild“ der reale Massenmörder Henry Lee Lucas ist, umso realistischer und beklemmender wird. Der Zuschauer erlebt Henry´s grausige Mordtaten hautnah: roh und drastisch, doch blutige Splatter-Effekte (wie in William Lustig's ähnlich gelagertem MANIAC geschehen) stehen weniger im Vordergrund, vielmehr ist es bereits die klirrende Gefühlskälte des Films, die für einige ungemütlich werden dürfte. Es gibt kein Motiv: er tötet um des Tötens wegen. Unheimlich gut: Michael Rooker gibt ein intensives Porträt des Massenmörders ab, das unter die Haut geht, gerade weil er so in sich gekehrt und ruhig agiert. Der Schluß raubt einem sämtliche Illusionen. Aber die waren hier von Anfang an fehl am Platz.
· Als kleinen Ausgleich spielte Michael Rooker in TAGE DES DONNERS (1990) und CLIFFHANGER (1992) deutlich gemäßigtere Rollen, desweiteren sah man ihn u.a. in STEPHEN KINGS STARK (1990), JFK (1991), TOMBSTONE (1993), SLITHER (2006), WHISPER (2007) und JUMPER (2008), folgten. · John McNaughton setzte Tom Towles noch desöfteren ein: so z.B. als Kopfloser in ALIENKILLER (1988) oder als brutaler Polizisten-Gatte in SEIN NAME IST MAD DOG (1992). Außerdem war er auch noch in Tom Savini´s Horror-Remake NIGHT OF THE LIVING DEAD (1990) und den Filmen von Stuart Gordon (MEISTER DES GRAUENS, 1990; FORTRESS, 1992) und Rob Zombie (DAS HAUS DER 1000 LEICHEN; THE DEVILS REJECT’S; HALLOWEEN) mit dabei. · „Provozierend, hart und mit eisiger Distanz porträtiert John McNaughton einen Massenmörder (...). Der irritierende, unbequeme und rigorose Film basiert auf den Geständnissen des Massenmörders Henry Lee Lucas.“ (Angie Dullinger, AZ) · „John McNaughtons düstere Darstellung eines Serienkillers basiert auf den Fall Henry Lee Lucas, der 600 Morde für sich reklamierte. Sein authentisch, mitunter dokumentarisch wirkender Film ist so brutal und aggressiv wie sein Protagonist.“ (FISCHER FILMALMANACH 1994) · „Ein Film, der Dir mitten ins Gesicht spuckt.“ (Frank Trebbin, DIE ANGST SITZT NEBEN DIR) · „John McNaughton’s True-Crime-Studie zählt zu den meistüberschätzten Filmen der letzten Jahre. Weil das grausame Schicksal des Massenmörders äußerst realistisch und hautnah dokumentiert wird, büßt der Film entscheidend an Spannung ein.“ (Andreas Bertler, HÖLLE AUF ERDEN)
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