postheadericon Day of the Dead (2008)

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SchwachPerfekt 

DAY OF THE DEAD

  

USA 2008 / O: „Day of the Dead“ / Prod.: Millennium Films, D.O.D. Productions, Emmett/Furla Films, Nu Image Entertainment GmbH 

  

Regie: Steve Miner / Musik: Tyler Bates / Kamera: Patrick Cady / Schnitt: Nathan Easterling / Ausf. Prod.: Danny Dimbort, Robert Franklin Dudelson, Avi Lerner, Paul Mason, Jordan Rush, Trevor Dimbort / Prod.: Boaz Davidson, James Glenn Dudelson, Randall Emmett, George Furla, M. Dalton III / Buch: Jeffrey Reddick / Make-up-Effekte: Dean Jones  

  

Darsteller: Mena Suvari (Sarah Bowman), Nick Cannon (Salazar), Stark Sands (Bud Crain), Ving Rhames (Captain Rhodes), Ian McNeice (DJ Paul), Michael Welch (Trevor Bowman), AnnaLynne McCord (Nina), Matt Rippy (Dr. Logan), Pat Kilbane (Dr. Engel), Christa Campbell (Mrs. Leitner), Robert Rais (Mr. Leitner), Michael McCoy (Mr. Noble), Laura Giosh (Mrs. Nobel) sowie Taylor Hoover, Vanessa Johansson, Mark Coolidge Johnson, David Pineda, Sergio Buenrosto, Milos Miroslav, Jeffrey Reddick [ungenannt] (Deputy) u.a.

 

 

Und wieder mal wird die Filmwelt um ein weiteres Meisterwerk der Zombiefilmkunst bereichert, in dessen Titel das obligatorische und vielversprechende „…of the Dead“ vorkommt. Um die Verwirrung etwas zu entwirren: DAY OF THE DEAD war 1985 George A. Romero’s dritter Beitrag zu seiner mittlerweile 5teiligen Zombie-Saga, die 1968 mit dem Klassiker NIGHT OF THE LIVING DEAD, einer der größten und wegweisendsten Horrorfilme aller Zeiten, ihren Anfang nahm. Man könnte es auch so formulieren: NIGHT OF THE LIVING DEAD war die Nacht [ein Häuflein Menschlein verbarrikadiert sich vor den Zombiescharen in einem einsamen Landhaus], DAWN OF THE DEAD (1978) der Morgen danach [Zombies im Kaufhaus!] und der eben erwähnte DAY OF THE DEAD der Tag [Zombies im Militärbunker]. Jahre später kam von Romero noch LAND OF THE DEAD (2005), die Antwort auf die 9/11-Ära, und jüngst der lang erwartete DIARY OF THE DEAD (2007), die Rückbesinnung auf die Low-Budget-Wurzeln, dazu.

  

Um die Verwirrung komplett zu machen, folgten im Laufe der Jahre diverse Remakes, Fortsetzungen und Neuauflagen, und da ist die ebenfalls 5teilige RETURN OF THE LIVING DEAD-Saga, die 1985 erstmals von Dan O’Bannon ins Leben gerufen wurde, noch nicht mal mit eingerechnet. 1990 inszenierte Make-up-Guru Tom Savini, der ja in DAWN… und DAY OF THE DEAD die ultrabrutalen Splattereffekte schuf, das sehenswerte Remake von NIGHT OF THE LIVING DEAD, zu dem es 2007 eine weitere Variation gab: NIGHT OF THE LIVING 3-D. 2003 ließ 300-Regisseur Zack Snyder die ebenfalls beachtliche Neuverfilmung von DAWN OF THE DEAD folgen, während DAY OF THE DEAD sogar in den Genuss einer offiziellen Fortsetzung kam (DAY OF THE DEAD 2: CONTAGIUM), die das infantile Regieduo James Glenn Dudelson  & Ana Clavell 2005 auf die Menschheit los ließ und komplett überflüssig war. Tja, und als ob das alles nicht noch genug wäre, kommt noch dieses Remake hinzu, bei dem wieder der umtriebige Dudelson zusammen mit den Nu-Image-Billigfilmfabrikanten um Boaz Davidson (SHARKMAN, ZOMBIES, LARVA, CREATURE etc.) die Finger als Mitproduzenten im Spiel hatten. Tatsächlich wurde dieses Projekt schon seit längerem angekündigt, mit einiger Verspätung erscheint es nun nicht im Kino, sondern startet gleich auf DVD. 

 

 

                      alt

  

Hier geht alles ganz schnell: Eine Kleinstadt in Oklahoma steht unter Quarantäne! Die Army hat alles abgeriegelt! Ein Virus ist im Umlauf! Wissenschaftler experimentierten mal wieder herum! Leiden die Infizierten eben noch an Nasenbluten, verwandeln sie sich mit einem Mal in eine rasende Bestie! Zombiealarm! Beißwütige Fressattacken! Was dazu führt, dass Ving Rhames nach einer halben Stunden mit angenagten Beinstümpfen von den Toten wieder aufersteht, nach Frischfleisch lechzend durch den Lüftungsschacht robbt und sein baumelndes Auge herausreißt und kurzerhand verspeist. Da wissen wir in etwa, was uns hier erwartet.

Im Mittelpunkt steht jedoch die zierliche Mena Suvari, der man, auch wenn sie sich Mühe gibt, die heldenhafte Soldatin nicht ganz abnimmt, steht doch ihr Girlie-Image aus AMERICAN PIE und AMERICAN BEAUTY dazwischen. Ihren triebgesteuerten Bruder muss sie mitsamt seiner Uschi auch noch einsammeln, die Mutter muss leider mit dem HumVee platt gewalzt werden, da sie inzwischen zur Zombie-Furie mutiert ist. Das haben Mütter manchmal so an sich. Mit zwei jungen Soldaten-Bubis im Schlepptau macht man einen kurzen Zwischenstopp beim dicken Ian McNeice (WHITE NOISE), der Ketten rauchend mit einem Pärchen in einer Radiostation hockt, ehe man schließlich in diesem unterirdischen High-Tech-Militärbunker landet, wo es ebenfalls nur so von Zombie-Horden wimmelt...

 

Auch wenn die Figuren die selben Namen tragen: Mit Romeros DAY OF THE DEAD hat dies freilich kaum noch was zu tun, so das man sich mit recht fragt, warum man gerade diesen Titel gewählt hat, wird doch eine ganz andere Geschichte erzählt, die erst im Schlussdrittel im unterirdischen Militärbunker spielt. Etwaige Sozial- und Gesellschaftskritik, die Romero in seine Filme einfließen ließ, sucht man hier freilich vergebens. Auch andere Vertreter, wie 28 DAYS LATER und 28 WEEKS LATER, haben mit ihren vielen Seitenhieben, Anspielungen und dem politisch geprägten Hintergrund gezeigt, wie lebendig Untotenfilme sein können. Man denke zum Beispiel auch an den entzückenden FIDO (2007), der im Gewand einer 50er-Jahre-Gesellschaftssatire daher kam; da sage noch einer, es gäbe keine intelligenten Horrorfilme. Davon ist hier nichts zu spüren, was aber nicht heißen soll, das Miners Film dumm ist. Aber er gibt sich so trivial wie möglich, dass im Endeffekt nur anspruchsloser, aber unterhaltsamer Zombie-Fastfood-Trash übrigbleibt: herrlich stumpfsinnig und wunderbar sinnentleert, aber eben ohne die bedrückende Stimmung und dem ironischen, hintersinnigen Unterton der früheren Romero-Filme. 

  

Mit denen hat dieses in Bulgarien gedrehte Pseudo-Remake nicht mehr viel gemein, naja, stammen sie auch aus anderen Zeiten. Unserer Schnelllebigkeit entsprechend flitzen und fliegen die Zombies hier schon in Superheldenmanier durch die Kante, um ihren Opfern schnitzelgroße Fleischstücke aus den Körpern zu reißen. Wer sich schon in 28 DAYS LATER und dem DAWN OF THE DEAD-Remake daran störte, das Zombies in der Lage sind, kräftige Endspurts hinzulegen und nicht wie in den alten Romero- und Fulci-Streifen mühsam vor sich hintrotten, wird sich noch wundern (oder ärgern) zu welch sportlichen Höchstleistungen sie im Untotenzustand fähig sind, denn hier springen sie gleich mal 20 Meter durch die Lüfte und kommen blitzschnell die Decke entlang gekrabbelt.

Immerhin wurden diese Szenen so arrangiert, dass sie nicht unfreiwillig albern daher kommen, sondern die Aggressivität, die von den Zombies ausgeht, durchaus überzeugend zur Geltung bringen. Sicher mag der eine oder andere sich darüber mokieren, dass ein Wort wie „überzeugend“ hier nicht unbedingt angebracht ist, aber soll mich mal einer überzeugen, dass es keine Zombies gibt.  

 

                      alt

 

Wo Zombies sind, da geht es auch entsprechend hart zur Sache und in dieser Hinsicht werden Splatter-Fans gut bedient, wenn diverse Körperteile abgesäbelt werden und das Blut entsprechend spritzt. Auch wenn hier und da mal wieder der Computer nachgeholfen haben mag, es sieht bei weitem nicht so schlimm aus, wie in manch anderen Filmen. Hat sich das für eine derartige Produktion ansehnliche Budget von 18 Millionen Dollar doch irgendwie bezahlt gemacht. Scheiߒ drauf: selbst die brennende Zombie-Horde kann man noch verschmerzen.   

 

Freilich ist dieser DAY OF THE DEAD alles andere als originell, aber für den Film spricht wiederum, dass man mit Steve Miner einen Regisseur gefunden hat, der sich bestens in diesem Metier auskennt, was schon der Blick auf seine Filmografie beweist: FREITAG, DER 13. II (1981), FREITAG, DER 13. III (1982), HOUSE (1986), WARLOCK (1989), HALLOWEEN H20 (1998) und LAKE PLACID (1999).

Hierbei fällt besonders das hohe Tempo auf, das Miner an den Tag legt, insbesondere wenn die Epidemie und mit ihr das reinste Zombie-Chaos ausbricht. Die Szenen in und um das Krankenhaus könnten sogar die Vorlage zu Robert Rodriguez’ PLANET TERROR gewesen sein. Alles läuft aus dem Ruder und die Invasion der Zombies ist einfach nicht mehr aufzuhalten. 

 

Sicher, der Originalitätsgehalt hält sich dabei in Grenzen, was wohl eher die Schuld von Drehbuchautor Jeffrey Reddick (FINAL DESTINATION) ist. Man kann auch kritisieren, dass Miners Film eigentlich gar nix mit dem von Romero zu tun hat, man kann es ihm und Reddick aber auch anrechnen, dass sie ihr eigenes Ding machen, anstatt nur einen altbekannten Stoff neu aufzuwärmen und krampfhaft mit sozialkritischen Geplapper vollzustopfen.

Miners rasante, coole Inszenierung macht Spass und Laune; auf alle Fälle ist sein Film um Längen besser als Dudelson’s unsagbar mieser DAY OF THE DEAD 2: CONTAGIUM.  Man merkt dem Film an, dass er von jemandem inszeniert wurde, der sich allerbestens in diesem Genre auskennt. Steve Miner will einfach nur unterhalten und das gelingt ihm vortrefflich. Auch wenn man dem Film sein Teenie-Horror-Feeling anmerkt, es nervt nicht so wie in anderen Genre-Vertretern. Dabei werden bekannte Versatzstücke humoristisch-parodistisch aufgegriffen und entsprechend verarbeitet, so das der Film im Endeffekt doch nicht ganz so dumm ist, wie einem die mäßig bis schlechten Reviews bei ofdb weismachen wollen. Wie damals beim guten, alten George, so gibt es hier auch einen jungen Soldaten namens Bud, der seine ganz persönliche Wandlung zum Zombie mit einem Rest Menschlichkeit und einigen Gedächtnisfetzen durchmacht. Mit ihm folgt auch eine Premiere in diesem Genre: der Auftritt des Zombie-Vegetariers.  

 

                                 

 

DVD-Anbieter:         e-m-s 

 

Bildformat:              1,85:1 (anamorph; 16:9)

Tonformat:             Deutsch (DD 5.1 und DTS 5.1)

                            Englisch (DD 5.1)

Untertitel:               Deutsch

TV-Norm:                PAL

DVD-Format:           DVD-9

Regionalcode:          2

Verpackung:           Keep Case (Amaray)

Laufzeit:                82 Min. (uncut)

Fassung indiziert:    nein

Freigabe:               k.J.

 

Extras (ohne Untertitel):              

 

Behind the Scenes (14 Min.), Deutscher und Original-Trailer (je ca. 2 Min.), Interviews mit Steve Miner, Mena Suvari, Nick Cannon, AnneLynne McCord, Stark Sands, Michael Welch, Dean Jones

  

 

 


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Aktualisiert (Montag, den 27. Juli 2009 um 01:19 Uhr)

 
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