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Geisterschloss, das
 

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Veröffentlicht in : Filme, G

DAS GEISTERSCHLOSS

 

USA 1999 / O: „The Haunting“ / Prod.: Dreamworks / Laufzeit: 108 Min. / FSK: ab 16  

Regie + Ausf. Prod.: Jan de Bont / Musik: Jerry Goldsmith / Kamera: Karl Walter Lindenlaub  / Schnitt: Michael Kahn / Ausf. Prod. [ungenannt]: Steven Spielberg, Samuel Z. Arkoff / Prod.: Susan Arnold, Donna Arkoff Roth, Colin Wilson / Buch: David Self nach dem Roman „The Haunting of Hill House“ von Shirley Jackson / SFX: KNB EFX Group, ILM, Phil Tippett 

Darsteller: Liam Neeson (Dr. David Morrow), Lily Taylor (Eleanor „Nell“ Eleanor), Catherine Zeta-Jones (Theo), Owen Wilson (Luke), Bruce Dern (Mr. Dudley), Marian Seldes (Mrs. Dudley), Alix Koromzay (Mary Lambetta), Todd Field (Todd Hackett), Virginia Madsen (Jane), Michael Cavanaugh (Dr. Keogh), Tom Irvin (Lou) sowie Charles Gunning, M. C. Gainey, Hadley Eure, Kadina Halliday, Alessandra Benjamin, Karen Gregan u.a.

                                                                                                                      

Mit DAS GEISTERSCHLOSS inszenierte TWISTER-Regisseur Jan de Bont (nach seinem Schrott-Flop SPEED 2) das Remake des 63er Horrorklassikers BIS DAS BLUT GEFRIERT von Robert Wise und zugleich die zweite Verfilmung von Shirley Jackson´s Schauerroman „The Haunting of Hill House“. Und das ist sie dann auch: trotz aufgestocktem Budget eine zweitklassige Verfilmung. 

Nach dem Tod ihrer Mutter folgt die depressiv-verwirrte Eleanor (Lily Taylor, ARIZONA DREAM; SHORT CUTS) einer Einladung des Hirnforschers Dr. Marrow (Liam Neeson) mit ihm und weiteren Patienten, darunter die bisexuelle Theo (Catherine Zeta-Jones) und der zynische Luke (Owen Wilson, ARMAGEDDON), das berüchtigte „Hill House“ eine Zeit lang zu bewohnen. Mit Hilfe einiger Tests will Marrow die jeweiligen Ursachen für die Schlafkrankheiten dieser Personen herausfinden. Doch schon wenig später mehren sich mysteriöse Vorfälle, die darauf hindeuten, daß „Hill House“ verflucht ist. Und ausgerechnet die empfindsame Eleanor scheint dabei im Zentrum der Geschehnisse zu stehen... 

Kein Geheimnis, dass de Bont mit seinem Remake gescheitert ist, obwohl die Zutaten an und für sich stimmen, denn die großzügige Ausstattung, die Kamera, die atemberaubenden Kulissen und Jerry Goldsmith’s stimmige Musik sind vom allerfeinsten. Darstellerisch am überzeugendsten agieren die großartige Lily Taylor sowie der immer wieder sehenswerte Bruce Dern (LAUTLOS IM WELTRAUM; MEINE TEUFLISCHEN NACHBARN; THE GLASS HOUSE), der hier zusammen mit Marian Seldes in einer kleinen, aber feinen Nebenrolle als grimmiges Hausmeister-Ehepaar Dudley zu sehen ist. Liam Neeson hat nach seiner schnarchigen Vorstellung in der furchtbaren STAR WARS-EPISODE 1 hier wieder etwas mehr zu tun, was allerdings nebensächlicher Natur ist. Wie das eben so ist, wenn man mal wieder nur den Stichwortgeber abgeben muss. Wilson und Zeta-Jones sehen dagegen nur schön aus – nämlich schön blöd. 

Die Frage, die hier im Raum steht, ist: Lassen sich Angst und Schrecken nur noch mit einem tiefen Griff in die Klischee- und Trickkiste erzielen? Die Antworten darauf lieferten Alejandro Amenábar (THE OTHERS, 2001) und Juan Antonio Bayona (DAS WAISENHAUS, 2007), die zum Glück gezeigt haben, dass es auch anders geht. Schon bezeichnend, dass dieses teure Remake im Kino eine glatte Bruchlandung hinlegte und sich von einer kleinen Low-Budget-Produktion namens BLAIR WITCH PROJECT geschlagen geben musste.

Subtileren Grusel bringt de Bont nicht zu Stande, ihn interessieren nur optische Schauwerte. In erster Linie ist DAS GEISTERSCHLOSS „nur“ eine Demonstration aktueller SFX-Möglichkeiten, bei dem der Inhalt in den Hintergrund rückt, was auch dem oberflächlichen Drehbuch von David Self, der 2002 mit ROAD TO PERDITION groß auftrumpfen sollte, zu verschulden ist. Robert Wise kam damals fast ohne Effekte aus, was ihn zu einem Favoriten in diesem Genre macht. Bei ihm spielte sich der Schrecken im Kopf ab, bei de Bont dagegen nur vor dem Kopf. Das schlimme daran ist noch, dass das heutige Popcorn-Publikum seinen Film allemal vorziehen wird als eben diesen Schwarz/Weiß-Grusler aus den 60ern. Hier ist zum Beispiel das überzogene Finale ganz und gar mit pompösen Effekten zugekleistert, so, als ob den Machern nichts anderes einfällt, während der selten dämliche, kitschig-dümmliche Schluss mit den golden davon schwebenden Kinderseelen ganz und gar Spielberg-typisch ist, eben voll daneben. Da hätte mir das ursprüngliche, pessimistischere Ende, in dem es (angeblich) keine Überlebenden gab, schon mehr interessiert (die letzten 10 Minuten mussten nach dem Missfallen von Dreamworks-Boss Spielberg bekanntlich neu gedreht werden).

Der größte Nachteil, den de Bont gegenüber Wise hat, ist der, daß bei ihm jeder weiß, daß „Hill House“ verflucht ist, während man bei BIS DAS BLUT GEFRIERT bis zum Schluss nicht wusste, ob Eleanor nun verrückt ist oder nicht. Ein Reiz des Originals, der dem Remake verloren geht. 

   

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