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“Als Achtjähriger sah ich SINDBADS SIEBENTE REISE – und ich war hin und weg. Ich fragte meine Mama, wer solche Filme macht – und sie antwortete, dies sei der Regisseur. Von da an wollte ich Regisseur werden.” (John Landis)
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Eisige Tod, der
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DER EISIGE TOD

USA 2007 / O: „Wind Chill“ / Prod.: Blueprint Pictures, Section Aight; Vertrieb: Sony Pictures Home Entertainment / Laufzeit: 87 Min. / FSK: ab 16 

Regie: Gregory Jacobs / Musik: Clint Mansell / Kamera: Dan Laustsen / Schnitt: Lee Percy / Ausf. Prod.: Steven Soderbergh, George Clooney, Ben Cosgrove / Prod.: Peter Czernin / Buch: Joseph Gangemi, Steven Katz 

Darsteller: Emily Blunt (Girl), Ashton Holmes (Boy), Martin Donovan (Highway Patrolman), Ned Bellamy (Fahrer des Schneeschiebers), Ian Wallace (Priester), Donny Lucas (Stranger) sowie Chelan Simmons, Darren Moore, Linden Banks u.a.

                                                                                                                       

Eiskalt und frostig geht es her in dem Horrorthriller von Gregory Jacobs, einem langjährigen Mitstreiter aus der Clique um Steven Soderbergh, in dessen Filmen er bislang als Produzent und Regie-Assistent tätig war. Nach seiner Krimikomödie GAUNER UNTER SICH (2004, mit John C. Reilly und Diego Luna) ist dies Jacobs’ zweite Regiearbeit, mit freundlicher Unterstützung von Steven Soderbergh und, wie sollte es anders sein, Kumpel George Clooney. 

Im Mittelpunkt des Geschehens stehen zwei namenlose junge Menschen, die in den Credits nur als Girl und Boy bezeichnet werden. Es ist ein Tag vor Weihnachten, als sie, die Studentin, eine Mitfahrgelegenheit bei einem unscheinbaren jungen Mann von der Universität zu sich nach Hause ergattern konnte. Die Autofahrt durch immergleiche Winterlandschaften steht von Beginn an unter keinem guten Stern, denn nicht nur draußen, sondern auch in dem klapprigen Wagen herrscht eine frostige Stimmung zwischen den beiden ungleichen Kommilitonen. Nach einem kurzen Zwischenstopp an einer herunter gekommenen Tankstelle macht der Fahrer genau das, was den beiden später zum Verhängnis werden soll: wie zum Beispiel die Protagonisten aus einschlägig bekannten Filmen wie WRONG TURN oder THE HILLS HAVE EYES, so  wählt auch er eine Abkürzung, die sie vom sicheren Highway durch eine verschneite, abseits gelegene Straße durch den Winterwald führt. Wie wir wissen: wann immer die Leute in solchen Filmen eine Abkürzung wählen – sie werden nie an ihrem Ziel ankommen. Stattdessen stecken das Girl und der Boy nach einer Beinahe-Kollision mit einem entgegenkommenden Fahrzeug in einer Schneewehe fest. Der Beginn für eine unheimliche, schauderhafte Nacht… 

Wieder ein Film über Reisende, die nicht an ihr Ziel ankommen, sondern nur dem Tod begegnen. Das klingt vertraut und doch ist DER EISIGE TOD so völlig anders, als man denkt. Denn Regisseur Gregory Jacobs und seine beiden Autoren spielen gekonnt mit den Erwartungen des Zuschauers – und zwar so sehr, das sich die Geister hier scheiden werden. Und das haben sie auch, denn Jacobs’ Film wurde, zu Unrecht, eher zwiespältig aufgenommen. Und doch wiederum durchaus verständlich, denn der Zuschauer bekommt hier nie das zu sehen, womit er gerechnet hat. 

Gewöhnungsbedürftig mag sein, dass etwa zwei Drittel im Inneren des Autos spielen, verbunden mit der Tatsache, dass der Boy und das Girl zu einem großen Teil die einzigen Protagonisten des Films sind. Durchaus eine Herausforderung für junge Schauspieler, die hier die Last des Films ganz alleine tragen müssen. Emily Blunt (DER TEUFEL TRÄGT PRADA) und Ashton Holmes (Viggo Mortensen’s Filmsohn in A HISTORY OF VIOLENCE) überzeugen in ihren Rollen vollkommen und zwar in so einem Maße, das einem ihre Figuren, dank auch der bestens ausgearbeiteten Charaktereigenschaften von Seiten des Drehbuchs, eben nicht egal sind, was ja leider in diesem Genre nicht selbstverständlich ist. Erst zum Schluss wird deutlich, das nicht nur sie, sondern überhaupt alle Protagonisten im Film keinen Namen tragen, was mir auch erst auffiel, als der Abspann lief. 

Neben den scheidenden (Zuschauer-) Geistern ziehen am verunfallten Auto tatsächlich unheimliche Geistererscheinungen vorbei, fremde Personen, die wieder in der Nacht verschwinden, aus der sie gekommen sind. Und dann ist da noch ein schroffer Polizist (Martin Donovan), hier als Highway Patrolman bezeichnet, der nicht nur keine Hilfe ist, sondern sich auch noch als Gefahr für die beiden jungen Menschen im Auto entpuppt. Mit dessen Auftauchen werden die Absichten des Films immer deutlicher: ein schreckliches Ereignis und Verbrechen, das in der Vergangenheit (die 50er Jahre) liegt und nun, in dieser kalten, verschneiten Winternacht, zutage kommt. 

Jacobs’ präzise Inszenierung macht die eiskalte Stimmung und die ausweglose, im doppelten Sinne verfahrene Situation wirklich greifbar. Einmal mehr zeigt sich, das solche Filme ohne ein Übermaß an blutrünstigen Effekten am besten wirken und eine an sich prekäre Lage psychologisch durchaus glaubwürdig ausgelotet wird. Zusätzliche Aufwertung findet WIND CHILL durch die frostig-dunklen Bilder von Kameramann Dan Laustsen (MIMIC; DER PAKT DER WÖLFE; DER FLUCH VON DARKNESS FALL), einem gebürtigen Dänen, der auch schon SILENT HILL (2006) in eine düster-bedrohliche Aura packte, und den ausgezeichneten Score von Clint Mansell, dessen Kompositionen hier unverwechselbar den prägenden Stil seiner Arbeiten zu REQUIEM FOR A DREAM und THE FOUNTAIN, wo er mit dem Kronos Quartett kooperierte, trägt. 

  • Die DVD von Sony Pictures bringt als Extras einen wissenswerten Audiokommentar von Gregory Jacobs, Joe Gangemi und Steven Katz und ein ca. 17minütiges Making Of. 

  • „Gut geschrieben und inszeniert ist über weite Strecken, nur gegen Ende wird die Glaubwürdigkeit allzu strapaziert.“ (Tobias Kessler, DEADLINE 02/2008) 
   

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