postheadericon H3 - Halloween Horror Hostel

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SchwachPerfekt 

H3 – HALLOWEEN HORROR HOSTEL

D 2008 / O: „H3 – Halloween Horror Hostel“ / Prod.: Rat Pack Filmproduktion GmbH / Laufzeit: 67 Min. / FSK: k.A.

Regie: Michael Karen / Musik: Siggi Müller / Kamera: Jochen Stäblein / Ausf. Prod.: Mathias Lösel, Lena Olbrich / Prod.: Christian Becker, Anita Schneider / Buch: Stefan Barth

Darsteller: Christian Tramitz (Harry), Axel Stein (Acki), Mike Krüger (Michael Meier), Alfonso Losa (Nico), Jennifer Ulrich (Janin), Hendrik von Bültzingslöwen (Martin), Ivonne Schönherr (Ficki), Anni Wendler (Paris), Mirjam Weichselbraun (Sidney), Holger Gotha (Sidneys Vater) 

 Berühmte Filmgenres und -klischees auf die Schippe zu nehmen hat ja nun schon Tradition. Die britischen CARRY ON-Klamotten probierten sich, mal mehr, mal weniger erfolgreich, in diesem Metier aus, Mel Brooks steuerte mit HÖHENKOLLER, SPACEBALLS und vor allem dem umwerfenden FRANKENSTEIN JR. gar einige Klassiker bei, die den Originalen mehr als gerecht wurden. Die legendären ZAZ-Komödien leisteten mit Kultfilmen wie AIRPLANE, TOP SECRET! und DIE NACKTE KANONE erstaunliches auf diesem Gebiet und sorgten mit ihrer hohen Gag-Dichte für Lachsalven und volle Kinosäle. Später kamen noch die beiden HOT SHOTS!-Filme dazu, gefolgt von DAS SCHWEIGEN DER HAMMEL, der inzwischen vierteiligen SCARY MOVIE-Reihe und, als jüngstes Beispiel, MEINE FRAU, DIE SPARTANER UND ICH. Gerade bei letzterem Titel wird klar: Nicht alles ist lustig, was sich als lustig ausgibt. Erst recht nicht, wenn es aus deutschen Landen kommt.  

Humorlose Knallschoten, handwerklich miserabel umgesetzt, in miesen Billig-Sets von unfähigen Trottel-Mimen vorgeführt: das ist der „Funny Movie“. Schon die Bezeichnung dieser aus mehreren TV-Plotten bestehenden Reihe wirkt abschreckend. Laut Eigenwerbung: Die große PRO 7-Filmverarsche. Haha, diese Komiker. Jeder, der schon mindestens drei Tage aufrecht gehen kann, weiß doch: das gesamte PRO 7-Programm ist eine einzige Verarsche. „Unsere „Funny Movie“-Reihe ist extrem abgedreht. Wer SCARY MOVIE mag, wird uns lieben! Zwar sind unsere Filme nicht so teuer wie die US-Parodien, aber genauso witzig“, trötete Produzenten-Schnösel Mathias Lösel. Jeder will halt seine Scheiße irgendwie an den Mann bringen. Doch diese hier stinkt mächtig gewaltig. Und so lässt das planlos-konfuse Skript von Drehbuch-Dilettant Stefan Barth (dessen lahme Witzchen wirklich einen sehr, sehr langen Bart haben) vier Teeanger-Knallchargen im Wald verlaufen, wo sie von Christian Tramitz als Kettensägen-Harry aufgelesen und in dessen schäbiges Horror-Hostel untergebracht werden. Dort warten schon zwei blonde Tittenbomber namens Paris und Ficki (Witz, komm’ raus!), alberne Faschingszombies – und Mike Krüger als entflohener Serienkiller namens Michael Meier. Der reinste Horror! 

Vor ein paar Jahren probierte sich das großgermanische Reich schon einmal am parodistischem Horrorfilm aus, allerdings mit dem pubertären Blick auf eine jugendliche Zielgruppe hin. DIE NACHT DER LEBENDEN LOSER hieß das Glanzstück des humoristischen Rohrkrepierers. Bei H3 – HALLOWEEN HORROR HOSTEL wird deutlich: Hier waren ausschließlich Loser am Werk. Wenn der Originalitätsgehalt schon beim Titel aufhört – was soll man da noch erwarten? Der parodistisch gemeinte Versuch, den aktuellen Horrortrend von SAW über HOSTEL bis hin HALLOWEEN  auf die Schippe zu nehmen, ging jedenfalls gründlich in die Hose. Was wohl so beabsichtigt war: humoristische Tiefpunkte unterhalb der Gürtellinie auszuloten.

Nun ja, was soll man auch anderes erwarten, wenn man den Namen der wabbelig-schwabbeligen Comedy-Speckbulette Axel Stein auf der Besetzungsliste liest? Natürlich nichts anderes außer: Scheiße! Und so lässt Axelschweiß Stein schon in den ersten Filmminuten einen Furz nach dem anderen los. Mehr hat er ja nicht auf dem Kasten. Stottern, rülpsen, furzen – das ist das komödiantische Repertoire von diesem kalauernden Dickwanst. Ein Blähbauch geht auf Reisen. Und so feilt der Herr Stein in Adnan Köse’s Sportdrama LAUF UM DEIN LEBEN – VOM JUNKIE ZUM IRONMAN an seinem Imagewechsel… – was für ein Brüller! Muss wohl ein Akt der Selbstverzweiflung sein. Na dann: Toi, toi, toi! Früher, ja früher haben sie solche Leute an die Wand gestellt! Und zwar zum schämen! Heute lässt man sie an ihrem Imagewechsel arbeiten. Was ist der Unterschied zwischen mir und Axel Stein? Ich habe einen schlechten Geschmack – Axel Stein dagegen ist schlecht! Ich kann mir die Gags aussuchen, er muss sie sich suchen! Das ist der Unterschied!

                                                                                                                      

Eine Filmparodie ist dann am besten, wenn sie dem Original ihren Tribut zollt. So etwas ist in dieser talent- und pointenfreien Zone freilich nicht zu erwarten. Gerade Edgar Wright und Simon Pegg haben mit SHAUN OF THE DEAD und HOT FUZZ! gezeigt, mit wie viel Einfallsreichtum und Witz man große Vorbilder gekonnt und liebevoll durch den Kakao ziehen kann. Das Gleiche trifft auf die beiden WIXXER-Filme von dem Team um Oliver Kalkofe zu, was (Gott sei Dank!) darauf schließen lässt, dass es mit den Deutschen und ihrem Humor doch nicht ganz so schlimm bestellt ist. Aber da steckten ja auch kreative Köpfe dahinter. Bei der „Funny Movie“-Reihe dagegen nur Hohlköpfe. 

Bei H3 – HALLOWEEN HORROR HOSTEL kann man die vielen, hier unerreichten Vorbilder, denen Trottelfilmer Michael Karen in seiner schlichtweg miserablen Regiearbeit mühevoll hinterher hechelt, gar nicht oft genug erwähnen: Um zu unterstreichen, wie mies dieser ganze Mist hier ist. Tempo, Timing, Atmosphäre – das alles ist nicht so sein Ding. Da quält man sich nun durch fade Zoten-Quoten und sehnt in dieser grenzdebilen Aneinanderreihung platter Gags und misslungener Parodie-Versuche nur die Werbung herbei. Keine Frage: Hier waren mal wieder die Humor-Zombies am Werk. Im Film, da kann man Zombies mit einem gezielten Kopfschuss außer Gefecht setzen. Ob das hier auch klappt? Da wär’ endlich mal Schluss mit lustig.


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Aktualisiert (Montag, den 24. März 2008 um 16:41 Uhr)

 
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