Views : 1528 |
Veröffentlicht in : Filme, C |
C Y B O R G 2: THE GLASS SHADOW „Hütet Euch vor der Zukunft!“ (Werbezeile)
USA 1993 / O: „Cyborg 2 - The Glass Shadow” / Prod.: Trimark; Anglo American / Laufzeit: 95 Min. / FSK: ab 16 Regie: Michael Schroeder / Musik: Peter Allen / Kamera: Jamie Thompson / Schnitt: David M. Richardson / Ausf. Prod.: Jeffrey Konvitz, Sharad Patel / Prod.: Raju Patel, Alain Silver / Buch + Story: Ron Yanover, Marc Geldman / SFX: KNB Darsteller: Elias Koteas (Colson „Colt“ Ricks), Angelina Jolie (Casella „Cash“ Reese), Jack Palance (Mercy), Billy Drago (Danny Bench), Karen Sheperd (Chen), Allen Garfield (Martin Dunn), Tracey Walter (Wild Card), Ric Young (Bobby Lin), Renee Griffin (Dreena) sowie Sven Thompson, Jim Youngs, Robert Dryer, John Durbin, Patrick O’Connell, Sheryl Mary Lewis, Alain Silver u.a. |
Da sich Albert Pyun’s Billig-Klopper-Spektakel CYBORG bei seiner Zielgruppe zum Verleih-Hit in den Videotheken entwickelte, wurde vier Jahre später diese überflüssige Fortsetzung hinterher geschoben, in der wir Van Damme in einigen Rückblenden noch mal ertragen müssen. Ächz. Ansonsten geht CYBORG II – THE GLASS SHADOW in eine andere Richtung, was schon mal gut ist, denn noch so`n Hau-drauf-Schinken hätt` ich nicht vertragen: Im Jahre 2074 wird die Erde von zwei Großkonzernen beherrscht. Beide konkurrieren um die neuesten Cyborg-Technologien: vom High-Tech-Soldaten bis zur Nutte wird der werten Kundschaft eine breite Palette geboten. Zur allerneusten Errungenschaft zählt ein eingebauter Selbstzerstörungsmechanismus, mit dem man die Cyborgs als ebenso lebende wie effektive Bomben missbrauchen kann. Die Berufsgattung „Selbstmordattentäter“ hätte damit ausgedient. „Glass Shadow“ nennt man diese neue Wahnsinnstechnologie, welche zu Beginn des Films demonstriert wird: eine Cyborg-Hure explodiert während des Orgasmus. Ein explosiver Höhepunkt kann man sagen, oder auch: es macht „Bums!“ beim bumsen. Cyborg-Lady Cash (Angelina Jolie) soll entsprechend aufgerüstet werden, doch die verknallt sich lieber in ihren Kampfsportlehrer Colt (langweilig: Elias Koteas), was natürlich total verpönt ist. Beide treten die Flucht an, wobei sie nicht nur von feindlichen Killermaschinen, sondern auch von einem psychopathischen Kopfgeldjäger (Totales Over-Acting: Billy Drago) gejagt werden... CYBORG 2 kommt wie die Aldi-Version von BLADE RUNNER daher. Okay, man sollte Regisseur Michael Schroeder zugute halten, daß er zumindest versucht hat, diesem ansonsten überflüssigen Sequel seinen eigenen Stempel aufzudrücken. Er nimmt Abstand vom Handkanten-Gehaue aus Teil 1 und taucht sein Werk in eine finstere (preiswerte) Dark-Future-Kulisse ein, die ganze Klassen billiger ist als im unerreichten Vorbild, aber immerhin von Schroeder einigermaßen stimmig umgesetzt wurde. Allerdings wird schon der Eindruck erweckt, dass Schroeder mit der hier vorherrschenden Dunkelheit auf Krampf eine besonders düstere Atmosphäre kreieren wollte, die aber letztendlich nur das mangelnde Budget übertünchen soll. Von der unglaublich flachen, konfusen Geschichte kann er damit jedenfalls kaum ablenken, zumal auch er nicht an einigen eher holprig inszenierten Matial-Acts-Einlagen vorbeikam. Auch wenn die Rückblenden mit Van Damme uns etwas anderes eintrichtern wollen: die hier geschilderten Ereignisse haben so gut wie kaum etwas mit dem brachialen Vorgänger zu tun, zumal Schroeder’s futuristisch angehauchter Billig-Action-Murks alles andere als spannend oder mitreißend ist. Im direkten Vergleich hatte der erste Teil vom albernen Albert sogar mehr Charme gehabt als dieses eher triste Kuddelmuddel – und das will schon was heißen. Die relativ unspektakulären Baller- und Kampfszenen durch die immergleichen Hinterhof-Gegenden und Fußgänger-Tunnel werden wohl kaum Begeisterungsstürme auslösen. Die Titten von Angelina vielleicht schon eher. Hüstel, hüstel. Lustig anzusehen sind dagegen die (spärlichen) Auftritte vom legendären „Narbengesicht“ Jack Palance (Oscar für CITY SLICKERS!): Er selbst ist nur in den letzten 10 Minuten zu sehen, ansonsten präsentiert er seinen diabolisch grinsenden Schmunzelmund während der gesamten Laufzeit auf irgendwelchen flimmernden Bildschirmen, wo er Angelina-Baby Anweisungen zur Flucht erteilt. Bei der Flucht aus diesem Film hat sie sich aber vollkommen verirrt. Elias Koteas, hier noch ausgesprochen ausdruckslos (und zuvor noch in TURTLES III zu sehen), feierte ein Jahr darauf seinen Durchbruch als Detective und Ex-Priesteranwärter im Überraschungserfolg GODS ARMY (1994) von HIGHLANDER-Autor Gregory Widen. Mit guten Nebenrollen in großen und kleinen A-Produktionen blieb er gut im Geschäft, z.B. als irrer Perversling in David Cronenbergs verstörendem Auto-Sex-Schocker CRASH (1996), als der Küsser im Beziehungsreigen WACHGEKÜSST (1998, mit Holly Hunter und Danny DeVito), und natürlich als griechischer Offizier Staros in Terence Mallicks hochgelobtem Kriegs-Drama DER SCHMALE GRAT (1998). Weitere Auftritte absolvierte er u.a. in Bryan Singers umstrittener Stephen-King-Verfilmung DER MUSTERSCHÜLER, Gregory Hoblits teuflischem DÄMON (beide ebenfalls von 1998), Andrew Niccols düsterer Zukunftsvision GATTACA (1997), in LOST SOULS (2000), als zwielichtiger Agent im fürchterlichen COLLATERAL DAMAGE (2001) oder als Sergeant in David Fincher’s ZODIAC (2007).
Angelina Jolie spielte je einmal an der Seite der AKTE X-Stars: Mit David Duchovny im geflopptem Medizin-Thriller PLAYING GOD (1997) und neben Gillian Anderson (und weiteren Stars wie Sean Connery, Gena Rowlands und Dennis Quaid) im ebenfalls wenig erfolgreichen, aber sehenswerten Episoden-Drama LEBEN UND LIEBEN IN L.A. (1998). Weitere Rollen hatte die Tochter des Schauspielers Jon Voight im CyberThriller HACKERS (1995), im düsteren Serienkiller-Thriller DER KNOCHENJÄGER (1998), im Auto-Crash-Remake NUR NOCH 60 SEKUNDEN (1999), im Psycho-Drama DURCHGEKNALLT (1999), wo sie als ausgeflippte Patientin einen Oscar als beste Nebendarstellerin bekam, im aufregenden SKY CAPTAIN AND THE WORLD OF TOMORROW (2004), Oliver Stone’s eigenwilliger Geschichtsaufarbeitung ALEXANDER (2004), an der Seite von Britt Patt in MR. & MRS. SMITH (2005), DER GUTE HIRTE (2007) sowie dem Zemeckis-Totalflop DIE LEGENDE VON BEOWULF (2007). Weltbekannt dürfte sie aber als fleischgewordene Verkörperung von Lara Croft in Simon West’s Videospiel-Verfilmung TOMB RAIDER (2001) sein, der Jan de Bont 2003 ein Sequel (LARA CROFT TOMB RAIDER: DIE WIEGE DES SCHRECKENS) folgen ließ.
Zweitligisten-Schurke Billy Drago blieb dem B-Movie treu und stolperte durch allerlei zweit- und drittklassige Genre-Heuler, was die Titel seiner Filme schnell vermuten lassen: ASTROCOP (1994), SCI-FIGHTER (1996), ATTACK ON THE DEVILS ISLAND (1997), CONVICT 762 (1998). 2006 mutierte er zu einem der Wüstenkannibalen in Alexandre Aja’s Remake THE HILLS HAVE EYES.
Tracey Walter stand in vielen unterschiedlichen Filmen vor der Kamera, u.a. neben CONAN – DER ZERSTÖRER (1984), auch BATMAN (1989) und CITY SLICKERS (1991), in denen ebenfalls Jack Palance mitwirkte. Jonathan Demme engagierte Walter in einigen seiner Werke: GEFÄHRLICHE FREUNDIN (1986), DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER (1991) und PHILADELPHIA (1993).
Michael Schroeder inszenierte Ende der 80er einige schräge Produktionen für und mit Paul Bartel: die makabre Slapstick-Posse BEI UNS LIEGEN SIE RICHTIG (1988) und den Telefon-Sex-Thriller MÄCHTE DES GRAUENS (1989), der mit Bud Cort, Karen Black, Tracey Walter und dem unvergessenen Travestie-Star und John-Waters-Weggefährten Divine hübsch besetzt ist. Weitere Regiearbeiten waren das Schlauchboot-Naturwildnis-Abenteuer DAMNED RIVER (1989) und der Rotlichtmilieu-Thriller COVER GIRL MURDER (1995) mit Paul Sorvino, Elliott Gould und Corbin Bernsen. Leider hat es Schroeder für so notwendig gehalten, noch ein CYBORG-Sequel (1993) zu drehen.
DELTA III (1979) DAS GEHEIMNIS DER FLIEGENDEN TEUFEL (1980) STARFIRE (1991)
|
|
|