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TODESLAGER S-11
Thailand 2006 / O: „Laa-thaa-phii“ / AT: „Ghost Game“ / Laufzeit: 104 Min. / Freigabe: k.J. Regie: Sarawuth Wichiensan Darsteller: Pachornpol Jantieng, Supatsiri Patomnupong, Thanyanan Mahapirun, Phongsak Rattanapong u.a. |
Mal wieder eine Prise Thai-Horror gefällig? Wem aber SCARED – ENDSTATION BLUTBAD zu albern und HELL – GEFANGENE DES JENSEITS schlichtweg zu doof war, darf sich mit TODESLAGER S-11 auf eine ganz besondere Gruselerfahrung freuen. Darin ziehen elf jugendliche Teilnehmer einer erfolgreichen Reality-TV-Show in das Todeslager S-11 ein, wo sie Tag und Nacht gemeinsam verbringen müssen und „ihre Not unter Beweis stellen“, wie der quotengeile Moderator verkündet. Wer es in diesen unheilvollen Spukhaus-Gemäuern am längsten aushält, geht als Millionär nach Hause. Das klingt wie nach einem Big-Brother-Dschungelcamp, doch der Vergleich mit dem hiesigen asozialen Unterschichten-TV wird dem Film keineswegs gerecht. Die Mechanismen bleiben jedoch die gleichen: Von Kameras umgeben müssen die Kandidaten auch hier diverse Aufgaben lösen und Prüfungen bestehen. Nun, das ganze Leben ist eine einzige Prüfung. Hier werden sie bis auf’s Äußerste geprüft, zumal das Todeslager S-11 wegen seiner schrecklichen Vergangenheit nicht umsonst diesen Namen trägt. Es war im Jahr 1986, als der brutale Separatistenführer Jiam im Land Jedah das Lager S-11 besetzte, die Soldaten der Regierung massakrierte und 10 000 Inselbewohner als Geißeln gefangen nahm. Der diktatorische General und seine militärischen Schergen folterten ihre Opfer auf bestialische Weise zu Tode, als die Eingreiftruppen nahten, nahm er sich schließlich selbst das Leben. Später wurde dieser Ort des Schreckens als Gedenkstätte genutzt und schließlich als makabre Fernsehkulisse missbraucht. Laut Moderation tragen die auserwählten Kandidaten die Original Häftlingskleidung und sie schlafen in denselben Pritschen wie die damals getöteten Geißeln. Doch schon in der ersten Nacht wird klar, dass die Geister der Vergangenheit noch ziemlich präsent sind...
Magere 3.3 Pünktchen bekam dieser wahrhaft geistreiche Gruselschocker auf der Werteskala beim renommierten Filmportal imdb – was in diesem Fall für ihn spricht. Asiatische Genrefilme sind halt nicht jedermanns Sache, was wohl an dieser ganz speziellen Film- und Bildsprache liegt, die eben für viele doch relativ gewöhnungsbedürftig ist. Dass aber seit Jahren schon amerikanische Remakes asiatischer Horrorhits produziert werden, beweist, dass doch etwas an ihnen dran sein muss. TODESLAGER S-11 gehört für mich persönlich zu den unheimlichsten und wirklich grusligsten Horrorfilm-Erfahrungen der letzten Jahre. So dürftig die Story auf den ersten Blick auch sein mag, so überzeugend ist die Umsetzung. Von der ersten Minute an geht eine geradezu bedrohliche und unheimliche Atmosphäre aus, die im weiteren Verlauf immer zermürbender wird. Wer also den abendlichen Gruselkick sucht, sollte dem TODESLAGER S-11 ruhig einen Besuch abstatten…
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