|
Nach der "Kultur des Hinsehens" mahnt unsere große Volkskanzlerin nun eine "Kultur des Erklärens" an. Was das angeht, ist sie so manche Erklärung schuldig; wie wäre es z.B. mal mit einer "Kultur des Nachdenkens"? Kann bestimmt nicht schaden. Offenbar hat das unheimliche Merkel nachgedacht (was ich für ein Gerücht halte; ich möchte ihr auch nichts unterstellen) und dabei festgestellt, dass die bisherige Annahme "Geht es dem Unternehmen gut, geht es dem Arbeitnehmer gut" so nicht mehr stimmen würde. Das hat es doch noch nie; darum ist es auch nur eine Annahme.
Sie verlangt von der Wirtschaft mehr Durchschaubarkeit in Sachen Globalisierung, doch das Wesen der Globalisierung ist doch nun einmal, dass sie undurchschaubar ist. Das einzig Durchschaubare daran ist lediglich, dass die, die wenig haben, immer weniger bekommen und die, die viel haben, immer mehr abkriegen. Aber das ist doch nichts neues: das hat doch jeder inzwischen mitbekommen, der das große Glück hat, arbeiten gehen zu müssen. Frau Merkel, genau das ist doch das durchschaubare Undurchschaubare: dass kaum ein Tag vergeht, an dem raffgierige Konzerne trotz Riesengewinnen ihre Mitarbeiter auf die Straße setzen und ins Ausland abzischen. Das ist das Wesen der Globalisierung! Und genau das verkauft man anhand von angeblich gesunkener, aber in Wahrheit geschönter Arbeitslosenzahlen als großen Erfolg der großen Koalition.
Und dann kommt der freilaufende Arbeitgeber-Hundt angedackelt und pisst uns allen ans Bein, in dem er mal wieder in Richtung Mindestlohn kläfft, da ja ein Einkommen, von dem die Menschen leben können, schädlich für dieses System ist. Kabarettist Volker Pispers erklärte dazu treffend: "Entweder ich bin für einen Mindestlohn - oder ich bin ein Arschloch." Dem ist nichts hinzuzufügen.
Dann ermahnte die Merkeln noch die Manager zur Besonnenheit. Der Fall Zumwinkel hat ja auch quer durch alle Parteien für Entsetzen gesorgt, als ob noch nie, aber wirklich noch nie in schwarze Kassen abgefülltes Geld über schwarze Konten nach Liechtenstein transferiert wurde. Das hat es wirklich noch nie gegeben. Was für schockierende Erkenntnisse, was für ein Aufschrei! Da stellte der Ackermann klar, dass Top-Manager eine Vorbildfunktion einnehmen müssen - sowohl was das Hinterziehen von Steuern anbelangt als auch in puncto Massenentlassungen, damit die Bilanzen stimmen. Die ewig schwadronierende, liberale Tucke Westerwelle regte sich noch empört darüber auf, dass man ja nicht alle Manager-Nullen über einen Kamm scheren dürfe, nur weil Einzelne sich ein bisschen bereichert haben. Irgendwie muss er ja seine Stammwählerschaft und Zielgruppe in Schutz nehmen. Als das mit dem Zumwinkel, der sich nun mit 90 000 EUR Rente begnügen muss, heraus kam, qualmte es in der FDP-Zentrale ziemlich heftig: vor lauter Akten, die geschreddert wurden...
Heißer Anwärter auf den Titel "Arschloch des Monats" war der arbeitsscheue SPD-Hinterbänkler Thilo Sarrazin, der sich die große Mühe machte und ausrechnete, dass 4,25 EUR pro Tag für einen HARTZ IV-Empfänger vollkommen ausreichen, um sich gesund zu ernähren - vorausgesetzt, dass er selber kocht. Da fragt man sich, was in dem Sarrazin so alles übergekocht ist. Als nächstes werden wieder Essensmarken ausgeteilt.
Doch dann kam Wolfgang Böhmer, der Ministerpräsident von Sachsen-Anstalt, mit der Feststellung, dass Kindstötung im Osten ein Mittel zur Familienplanung sei. Ich möchte nicht näher auf diesen geisteskranken Schwachsinn eingehen, nur soviel: wenn Böhmers Eltern ihn nach der Geburt weggeschmissen und stattdessen den Klapperstorch groß gezogen hätten, wäre uns dieses dümmliche Gesülze mit Sicherheit erspart geblieben.
Wenn man irgend einen Politiker, egal was für einen, mit dem Knüppel erschlagen würde - man würde nie den falschen treffen!
|
|
|