Schlechter Geschmack: Die Welt ist zu schlecht für gute Filme
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Shrooms

S H R O O M S

Im Rausch des Todes

 

Irland 2006 / O: „Shrooms“ / Prod.: Capitol Films, Ingenious Film Partners, Bórd Scannán na hÉireann, Nordisk Film, Northern Ireland Film and Television Commission, Nepenthe Film, Treasure Entertainment Ltd., Potboiler Productions / Laufzeit: 80 Min. / FSK: ab 16 

   

Regie: Paddy Breathnach / Musik: Dario Marianelli / Kamera: Nanu Segal / Schnitt: Dermot Diskin / Ausf. Prod.: Simon Channing-Williams, Gail Egan, Kim Magnusson / Prod.: Paddy MacDonald, Robert Walpole / Buch: Pearse Elliott 

Darsteller: Lindsey Haun (Tara), Jack Huston (Jake), Max Kasch (Troy), Maya Hazen (Lisa), Alice Greczyn (Holly), Rob Hoffman (Bluto), Don Wycherley (Ernie), Sean McGinley (Bernie) u.a. 

Und wieder ein Genre-Beitrag, in dem sich eine Handvoll Ami-Jugendlicher auf einen Urlaubstrip begibt, wobei die Betonung hier ganz besonders auf „Trip“ liegt. So reisen die College-Freunde Tara, Troy, Lisa, Holly und Bluto ins alte Europa, wo sie auf ihren Kumpel Jake treffen und sich in irländischen Wäldern von der Wirkung halluzinogener Pilze, in Fachkreisen auch Magic Mushrooms genannt, berauschen möchten. Psilos-Experte Jake führt sie in die geheimnisvolle Pilz-Welt ein, in der schon bald Wahn und Wirklichkeit verschwimmen. Bluto ist auf einmal spurlos verschwunden und in dem Wald, in dem sie campieren und sich eine leerstehende Jugendstrafanstalt befindet, treffen sie nicht nur auf bewusstseinserweiternde Pilze, sondern auch auf zwei seltsame, wenig Vertrauen erweckende Einheimische, die ein bisschen um ihre Privatsphäre besorgt sind. Tara hat immer wieder Visionen, in denen sie ihre Freunde sterben sieht. Angst und Paranoia machen sich breit – ist da etwa eine schwarze Gestalt, von der sie verfolgt werden? Oder ist alles doch nur Halluzination? 

„Mir gefiel die Idee von Halluzinationen und psychologischen Momenten, die die Pilze mit in die Geschichte brachten“, so Regisseur Paddy Breathnach, der SHROOMS als einen Zwitter zwischen klassischem Teenie-Horrorfilm und den aktuellen asiatischen Horrorfilmen sieht. Nun ja. Die Idee mit den Pilzen mag ein durchaus netter Einfall sein, aber eine grenzüberschreitende, bewusstseinserweiternde Filmerfahrung ist das hier nicht gerade, denn letztendlich sind die Magic Mushrooms auch nur ein begleitender Umstand, um ein paar Ami-Jugendliche mächtig Angst einzujagen und in Extremsituationen mit genregerechter Dezimierung zu bringen. Unter den Drogenrausch-Szenen sticht besonders die skurrile Begegnung mit einer sprechenden Kuh hervor:   

„Du kannst reden?“

„Nur weil Du nicht bei Verstand bist.“

„Du bist doch nur ’ne dumme Kuh!“

„’Ne dumme Kuh, die reden kann!“

Letztendlich ist SHROOMS auch nur ein weiterer Durchschnitts-Teenie-Slasher, in dem es zu den üblichen Klischees und Verwicklungen kommt. So verbringt man einige Zeit mit Pilze sammeln und Pilze konsumieren, dazu gibt’s noch Prolltum, Zickenalarm, Konkurrenzkämpfe, verschwundene Handys, die nächtliche Ruhestörung am Zelt und eine gruselige Lagerfeuergeschichte, an der doch etwas mehr dran zu sein scheint. Neben zwei verlotterten, offensichtlich durch Inzucht gezeugte Hinterland-Rednecks namens Ernie und Bernie huschen noch allerlei mystische Schreckensgestalten durch den Wald: der in der schwarzen Mönchs-Kutte eingehüllte Schwipp-Schwager von Gevatter Tod, der degenerierte Bastard, der im Hundezwinger großgezogen wurde und schließlich noch der lustige Typ, der gerne mit Steinen um sich schmeißt und ’nen Sack überm Kopf hat – die üblichen Horrorfilm-Sackgesichter also, die für einige mehr oder weniger spannende Momente sorgen. Dazu noch schreiende, streitende, junge Leute, die durch’s Geäst stolpern, einmal zu oft auf die Fresse fallen und unsanft aus dem Leben scheiden.

Die Handlung erfährt zum Schluss einen Schauplatzwechsel und wird vom Wald in das ehemalige, nun leerstehende Jugendgefängnis verlegt, tritt aber trotz vielerlei Gerenne und Gehetze manchmal ziemlich auf der Stelle. Nichts desto trotz wurde das Horrorfilm-Debüt von Paddy Breathnach, der bislang einige kommerziell wenig erfolgreiche Komödien und Dramen inszenierte, handwerklich versiert und routiniert über die Bühne gebracht, so das auch bei einer angenehmen Laufzeit von 80 Minuten keinerlei Langeweile aufkommt, zumal auch einige nette Einfälle mit dabei sind. Die überraschende Auflösung ist zwar nicht vollkommen neu und aus anderen Filmen nur allzu vertraut, wurde aber so geschickt eingelenkt, dass SHROOMS zum Schluss einen durchaus soliden Eindruck hinterlässt.

 

 

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