Views : 11109 |
Veröffentlicht in : Filme, H |
HOUSE OF WAX
„See Paris die!“ (T-Shirt-Aufrduck)
USA 2005 / O: „House of Wax“ / Prod.: Warner Bros., Dark Castle Entertainment, Village Roadshow Pictures, Image Movers, Silver Pictures
Regie: Jaume Collet-Serra / Musik: John Ottman / Kamera: Stephen F. Windon / Schnitt: Joel Negron / Prod.: L. Levin, Susan Levin, Joel Silver, Robert Zemeckis / Ausf. Prod.: Bruce Berman, Polly Cohen, Herb Gains, Steve Richards / Buch: Chad Hayes, Carey W. Hayes / Story: Charles Belden
Darsteller: Elisha Cuthbert (Carly Jones), Chad Michael Murray (Nick Jones), Brian Van Holt (Bo / Vincent), Paris Hilton (Paige Edwards), Jared Padalecki (Wade), Robert Ri’chard (Blake), Jon Abrahams (Dalton Chapman), Dragicia Debert (Trudy Sinclair), Murray Smith (Dr. Sinclair), Damon Herriman (Roadkill Driver) sowie Thomas Adamson, Sam Harkess, Andy Anderson „Auf, auf zum Paris-Hilton-Verriss der Woche“, lautete das Motto zum Kinostart von HOUSE OF WAX. Paris Hilton als Parodie auf das gesamte weibliche Geschlecht: Von der obligatorischen Strip-Einlage bis hin zur blutigen Dessous-Jagd durch den Wald wird dem bleich-blonden Party-Luder, die Verkörperung des schlechten Blondinenwitzes, viel Raum zur Entfaltung ihres Untalents eingeräumt. Doch so dumm wie sie ist, hat sie sicherlich nicht einmal bemerkt, dass sie in ihrem furiosen Abgang komplett verarscht wurde. Doch wie schlimm kann es um einen Film geschehen sein, in dem der einzige Höhepunkt die Mordsszene von Paris Hilton ist? Warum soviel Trouble wegen diesem Kloakenschmetterling? Lenkt man da nicht das Interesse vom eigentlichen Film ab? Nun, die Antwort lautet: Weil der eigentliche Film, um dem es hier geht, HOUSE OF WAX heißt er, tatsächlich uninteressant ist. Nach den Remakes HAUNTED HILL (1999) und 13 GEISTER (2001) nahmen sich Joel Silver und Robert Zemeckis mit ihrer eigens gegründeten Horror-Fabrik Dark Castle Entertainment eines weiteren Grusel-Klassikers an: DAS KABINETT DES PROF. BONDI (1953) von André de Toth mit Vincent Price in seinem Durchbruch als Horror-Legende. Price spielt darin den furchtbar entstellten Prof. Henry Jarrod, der sich grausam dafür rächt, dass sein geliebtes Wachsfigurenkabinett von seinem Partner für einen Versicherungsbetrug in Flammen gesteckt wurde. Der für das Kino im 3D-Verfahren inszenierte Streifen war selbst ein Remake: Bereits 1933 inszenierte CASABLANCA-Regisseur Michael Curtiz DAS GEHEIMNIS DES WACHSFIGURENKABINETTS mit Lionel Atwill und King Kong’s Herzensdame Fay Wray, der aber mehr in Richtung Krimi geht, während de Toth’s Wiederverfilmung eindeutig dem Horror den Vorzug gibt. Damit hat dieses Pseudo-Remake aus dem Jahre 2005 nur noch sehr wenig gemein, erzählen uns Kinodebütant Jaume Collet-Serra mit seinen beiden Drehbuch-Azubis eine ganz andere Geschichte: nämlich gar keine. Das Teenager-in-Angst-Kino ist populärer denn je, siehe Rob Schmidt’s WRONG TURN (2003), Marcus Nispels Remake von TEXAS CHAINSAW MASSACRE (2003), Rob Zombie’s DAS HAUS DER 1000 LEICHEN (2002) und Eli Roth’s CABIN FEVER (2002). Die Ausgangssituation bleibt die gleiche: Wieder einmal kommt eine kleine Gruppe junger Leute vom rechten Weg ab und landet in einer unheimlichen Geisterstadt namens Ambrose, wo schon bald das letzte Stündlein schlägt. Hauptattraktion im Ort ist das „House of Wax“, deren Inhaber menschliche Exponate – vorzugsweise halb lebend – als Wachsfigur ausstellt. Der Ursprung für diesen kleinen Tick findet sich mal wieder in einer traumatischen Kindheit...Auch wenn der Herr Regisseur einige Erfahrungen aus der Videoclip-Branche mit gebracht hat, so bleibt sein glanzloses Hochglanzprodukt einfach nur langweilig und haarsträubend-schlecht. Ohne jegliche Ironie, aber voller unfreiwillig komischer Lacher (dafür sorgt das oben erwähnte Party-Luder) spult er seinen Klischeebrei ab, wie wir ihn schon dutzendfach gesehen haben. Die Frage ist angebracht, wie oft Hollywoods Profitgeier spätpubertierende Rotzlöffel, die alle gleich (doof) aussehen, durch perfekt ausgeleuchtete Wälder hetzen, immer ein paar durchgeknallte Hinterland-Psychopathen auf den Fersen. So gebührt mal wieder nur den Mitarbeitern aus der Special-effects-Abteilung Anerkennung, die sich bei der Kreation der über 100 Wachsfiguren und dem House of Wax selbst besonders viel Mühe gaben. Was auch für den Anteil an blutrünstigen Splatter-Effekten zutrifft, mit denen sich die Macher, wie in anderen Horrorfilmen der letzten Jahre, kaum zimperlich zeigen, obwohl viel ältere (und vergleichsweise harmlose) Genre-Kollegen immer noch im Indizierungs-Nirvana versteckt werden. Wer auf richtigen Trash steht, wird mit NIGHTMARE ON WAX (1969) und Cameron Mitchell in der Hauptrolle bestens bedient, ansonsten ist DAS KABINETT DES PROF. BONDI klar vorzuziehen, obwohl oder gerade weil er so vollkommen aus der Mode ist. - Elisha Cuthbert wurde vor allem als Serientochter von Kiefer Sutherland im TV-Hit 24 bekannt. Hier zankt sie sich mit Filmbruder Chad Michael Murray (FREAKY FRIDAY, 2003) im Wald herum. Wachsfiguren-Inhaber Brian Van Holt hatte Nebenrollen in den Kriegsfilmen BLACK HAWK DOWN (2001) und WINDTALKERS (2002) sowie im Actionkracher S.W.A.T. (2003).
- „Wenn man HOUSE OF WAX also etwas abgewinnen will, dürfte es wenig bringen, sich über stereotype Dialoge und Dramaturgie-Bausteine aus dem Slasher-Handbuch aufzuregen, denn dass der Film das Rad quasi neu erfinden würde, war ja wirklich nicht zu erwarten.“ (MOVIESTAR 04/2005)
- „...das Inferno in Wachs ist ordentlich und mit hübsch ironischen Untertönen inszeniert.“ (CINEMA 06/05)
Label: Warner Home Video / Ton: Deutsch, Englisch und Spanisch jeweils in DD 5.1 / Bild: 1,85:1 (anamorph, 16:9) / Untertitel: Deutsch, Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte, Dänisch, Finnisch, Norwegisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch / Laufzeit: 108 Min. (uncut) / Freigabe: keine Jugendfreigabe / Regionalcode: 2 / Verpackung: Keep Case (Amaray)
Extras: Kommentar von Elisha Cuthbert, Chad Michael Murray, Paris Hilton und Jared Padalecki zur B-Rolle und den verpatzten Szenen (26 Min.), in „Eingewachst“ (7 Min.) erfährt man interessantes über das Design des „House of Wax“ und wie mit Ambrose eine komplette Kleinstadt aus dem Nichts erschaffen wurde, in „Das Haus aus Wachs“ (10 Min.) gibts noch einen Überblick über die visuellen Effekte, die als solche im Film gar nicht zu sehen sind. Weiterhin finden sich verpatzte Szenen (3 Min.), ein alternativer Anfang („Jennifers Tod“) und der Original-Kinotrailer. Witzig fand ich „Am Set: Joel Silver hinter den Kulissen von House of Wax“, wo der Filmmogul bei den Dreharbeiten zu KISS KISS, BANG BANG kräftig die Werbetrommel rührt – auf höchst selbstironische Weise. Man hätte sich noch einige Interviews mehr mit den Schauspielern gewünscht, ansonsten kann man die DVD-Umsetzung als rundherum gelungen bezeichnen. Die Erstauflage gab’s übrigens im schicken Pappschuber mit Reliefdruck. Es gibt übrigens noch eine gekürzte 16er Vision des Films, aber die findet hier natürlich keine weitere Beachtung.
|
|
|
..
Geschrieben von: mAqua am 31-05-2008 11:23
mitgespielt hat. aber den film find ich schon cool!