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ALIENS VS. PREDATOR 2
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USA 2007 / O: „AVPR: Aliens vs. Predator – Requiem“ / AT: „AvPR”; „AvP 2” / Prod.: 20th Century Fox; Davis Entertainment / Laufzeit: ca. 93 Min. (Kino) / FSK: keene Ahnung
Regie: The Strause Brothers / Musik: Brian Tyler / Kamera: Daniel C. Pearl / Schnitt: Dan Zimmerman / Ausf. Prod.: Paul Deason, David Giler, Walter Hill / Prod.: John Davis, Wyck Godfrey / Buch: Shane Salerno
Darsteller: Steven Pasquale (Dallas), Reiko Aylesworth (Kelly O’Brien), John Ortiz (Sheriff Eddie Morales), Johnny Lewis (Ricky), Kristen Hager (Jesse), Ariel Gade (Molly), Sam Trammell (Tim), David Paetkau (Dale), Robert Joy (Col. Stevens), Tom Woodruff Jr. (Alien), Ian Whyte (Predator), Chelah Horsdal (Darcy), Meshach Peters (Curtis), Ty Olsson (Nathan) sowie Matt Ward, Michál Suchanek, David Hornsby, Chris William Martin, James Chutter, Phil Uhler, Kevin Haaland, Gina Holden, Kurt Max Runte, Liam James, Tim Henry, Tom McBeath, Anthony Harrison u.a.
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Und hier mal wieder etwas aus der Rubrik: „Kinofilme, die wie verkappte Videopremieren aussehen“. Das wäre auch nicht weiter tragisch, wenn hier nicht unsere Lieblingsweltraummonster auf eine ziemlich infantile, törichte Weise recycelt würden. ALIEN VS. PREDATOR, Paul W. S. Anderson’s gründlich gescheitertes Crossover, stieß bei Fans und Kritikern auf so wenig Gegenliebe, das die angekündigte und angedrohte Fortsetzung einfach nur hätte besser werden können. Doch was wir nun mit ALIENS VS. PREDATOR 2 vorgesetzt bekommen, ist das, was man im Allgemeinen als riesengroße Scheiße bezeichnet. Wem also die erste Verhohnepiepelung, die Vergewaltigung zweier erfolgreicher SF-Hits, noch schwer im Magen liegt wie ein eingenisteter Alien-Parasit, der darf sich nun auf diesen komplett überflüssigen Aufguss freuen, welcher den brachialen Vorgänger wie eine cineastische Meisterleistung da stehen lässt.
Und es gibt noch weniger zu erzählen als im ersten Teil: der Absturz eines Predator-Raumschiffes in der Nähe einer amerikanischen Kleinstadt, garstige Aliens, die sich freilich mit an Bord befanden und sogleich einen Vater mitsamt seinem Steppke als Brutstätte missbrauchen, was anno dazumal bei John Hurt ein Weilchen länger dauerte… – tja, und den Rest kann man sich denken und schenken, ohne groß darüber zu nachzudenken. Ein weiterer Predator wird hinterher geschickt, um schlimmeres zu verhindern, doch wie das manchmal im Leben (und nicht nur in schlechten Filmen) so ist: manchmal kommt alles noch viel, viel schlimmer. Und dem versuchen diesmal Einhalt zu bieten: ein heimgekehrter Herumtreiber (Steven Pasquale) mitsamt seinem glücklosen Bruder (Johnny Lewis), welcher gerade seine ganz persönliche Teenie-Romanze zu einem doofen Paris-Hilton-Double (blond: Kristen Hager) aufzuwärmen versucht, eine ebenfalls heimgekehrte Soldatenmami (Reiko Aylesworth) und eine hilflose Sheriff-Type (John Ortitz). Klaro, dass hier nur Laiendarsteller-Gezappel geboten wird. Von den Dutzendfressen fallen hier nur die markanten Gesichtzüge von Genre-Veteran Robert Joy (RESURRECTION; THE HILLS HAVE EYES) auf, der als kerniger Colonel, welcher den entsprechenden Bombardierungsbefehl erteilt, leider nur sehr wenige Minuten Screentime hat. Den Rest kannste vergessen.
Bei den Amis war dieses zweite Crossover ein Reinfall in Reinform, doch hierzulande erwies sich diese ärgerliche Pseudo-Fortsetzung als so erfolgreich, dass man sie sogar noch 2 Wochen nach Kinostart in unserer sächsischen Kulturhochburg Riesa ins Kino hievte – das will schon was heißen. Kopfschüttelnd hing ich während des Abspanns, wo zugedröhnte Ramschstein-Epigonen herumbrüllten wie ein Hyänenrudel während der Paarungszeit, in meinem Kinosessel und wollte nicht so recht glauben, dass es tatsächlich möglich ist, Andersons unsäglichen Vorgänger zu unterbieten. Doch wie Tucholsky mal so schön sagte: Alles ist möglich, auch das Gegenteil.
Für das Fiasko hier verantwortlich sind Hollywoods Gebrüder Plattschuss: Colin und Greg Strause, zwei weitere Stümper aus der SFX-Branche, die sich auch mal im Regieführen ausprobieren wollten. Nach den Wachowski Brothers, den Coen Brothers, den Hughes Brothers, den Pang Brothers und den Butcher Brothers muss die Filmwelt nun auch mit den Strause Brothers zurecht kommen. Deren Mutti möchte man nahe legen, ihre beiden talentfreien Söhne zur Strafe barfuss und ohne Abendessen ins Bett zu schicken. Da, wo man Anderson seine Routine, Leinwände mit schlechten Filmen zuzukleistern, nicht absprechen kann, bzw. er durchaus in der Lage ist, Action und Spezialeffekte professionell umzusetzen, erweisen sich diese beiden Deppen als durch und durch unfähig. Gut, nach diversen Kurzfilmen ist das hier auch erst ihr erster Kinofilm, doch bei so einem schrecklich schlechten Einstand, kann man nur davon ausgehen, dass es gefälligst dabei bleibt. Rein handwerklich gesehen ist ALIENS VS. PREDATOR 2 eine Katastrophe; ein künstlerischer Fehlschlag auf ganzer Linie. Die Regie ist stümperhaft, dilettantisch und einfach nur mies, die Kameraführung orientierungslos und der Cutter? Der schien besoffen gewesen zu sein.
Es sagt doch schon viel aus, dass die zwei einzigen originellen Einfälle im Film selbst nicht einmal vorkommen. Da wäre zum einen der nett-ironische Trailer, der auf viel mehr hoffen ließ, und zum anderen die Wortklauberei, die auf eine neue Monsterrasse, die Kreuzung zwischen Alien und Predator, hinweisen sollte: Predalien. Das macht 50 Cent in die Wortspielkasse. Erinnern wir uns an die letzte Szene aus dem ersten Teil: da nistete ein Alien-Parasit in einem Predator, bis er schliesslich aus dessen Körper ausbrach.
Sowohl Predalien als auch die angekündigten Gore-Effekte bleiben im Dunkeln verborgen und das nicht nur in Bezug darauf, das es hier rein künstlerisch gesehen ziemlich finster aussieht. Denn schon sehr bald sorgt diese idiotische Anhäufung abgestandener Drehbuch-Klischees dafür, dass in dieser nicht sehr lange beschaulichen Kleinstadt der Strom ausgeknipst wird, so dass hier sehr, sehr vieles im Dunkeln abläuft. Das Spiel mit Dunkelheit und Helligkeit, Tag und Nacht und dem was man nicht sieht und dem, was man sieht zu glauben, ist einer der Vorzüge in diesem Genre, das die Strause Brothers zum Nachteil haben werden lassen. Während in allen vier ALIEN-Filmen der Horror langsam und schleichend Einzug hielt, sollen nun hektische Schnitte und nervöses Kameragewackel Action vortäuschen, wo Einfallslosigkeit und Untalent dominieren. Von der schlampigen Machart mal abgesehen, fragt man sich bei den vielen stümperhaften Szenenübergängen, ob nicht doch der Zensor hin und wieder die Schere angesetzt hat (was ja in Good Old Germany Tradition hat) bzw. diverse Schockeffekte mit Blick auf die DVD-Veröffentlichung aufgespart wurden. Zum ersten Teil wurde ja auch noch eine mit CGI-Blut angereicherte Unrated-Version hinterher geschmissen. Was bleibt ist nur ein weiterer plump-brachialer Monster-aus-dem-All-Schwurbel mit ranzigem B-Movie-Charme, hohem Trash-Faktor und jede Menge Ärgernis-Potantial.
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