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Zu viele Köche verderben den Brei
 

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Veröffentlicht in : Der wahre Horror, Der wahre Horror

Auch das noch: „Jetzt redet Frau Koch.“ Was für eine Drohung. Unter dieser Überschrift platzte Anke Koch am 12. Januar in Springer’s Kampfpresse doch tatsächlich der Kragen: „Man kann aus meinem Mann keinen Verbrecher machen“, jammerte sie. Zu spät: das hat Rolli Koch, bei dem was er so auf dem Kerbholz hat, ganz alleine zu verantworten. Der Grund für ihr Wehklagen waren die Äußerungen von SPD-Fraktionschef Peter Struck, der auch schon so manchen Unsinn verzapfte („Deutschland muss am Hindukusch verteidigt werden“), aber in einem lichten Moment durchaus richtig erkannte, dass Roland Koch von Herzen froh war, dass dieser schreckliche Vorfall in der Münchner U-Bahn passierte. Nicht nur er fragte sich, „ob Herr Koch das Thema auch so hochgezogen hätte, wenn es zwei deutsche Jugendliche gewesen wären, die diesen Rentner da malträtiert haben.“ Und so hechelte und heuchelte Anke Koch so, wie sie es als brave, anständige und lernfähige Ehefrau von ihrem Gatten abgeschaut hat: „Ich habe schon einige Wahlkämpfe mitgemacht, aber was im Moment läuft, das tut mir wahnsinnig weh. Mein Mann hat doch nichts gegen Ausländer! Er hat so viel für die Integration getan.“ Seine eigene hat er aber verpasst. Manchmal sollten Politikergattinnen einfach nur die Fresse halten, es reicht schon, wenn ihre Männer uns mit ihrem Unsinnsgestammel belasten. Das ist doch schizophren, wenn ausgerechnet eine Anke Koch empört und erschüttert palavert, dass man so keinen Wahlkampf machen könne und dies alles unter der Gürtellinie liegt. Da hat sie aber die Wahlkampfmethoden ihres Mannes, dem ja nichts zu schade war, um an der Macht zu bleiben, gründlich vergrunzt. Und so mutierte Hessens First Lady zur Furz Lady, die ihre stinkigen Gehirnblähungen ins Kackblatt BILD hinein pupste, aber doch nur ein Fall für die Klärgrube politischer Ausscheidungen ist, wobei sie freilich aufpassen sollte, dass ihre giftigen Methan-Gase, die sie bei ihren abstrusen Denkvorgängen dampfend absondert, nicht zur eigenen Explosion führen. Was zumindest für die Allgemeinheit gar nicht mal so tragisch sein dürfte. Anstatt konstruktive Lösungen für das vorhandene und bestehende Problem jugendliche Gewalttäter und Kriminelle mit Migrationshintergrund anzubieten, nutzt ein Roland Koch, die Verkörperung des korrupten Politikers schlechthin, die Situation für seine  Wahlkampfzwecke schamlos aus. Die CSU geht sogar noch einen Schritt weiter: bei denen ziert sogar das Video-Abbild jener Überwachungskamera, die in der Münchner U-Bahn den schrecklichen Vorfall dokumentierte, ein Wahlkampfplakat – perverser geht’s kaum. Und dann stellt sich eine Frau Anke Koch hin und plustert sich im Namen ihres Mannes als Sprachrohr für schweigende Mehrheiten und Meinungsunterdrückte auf: „Mein Mann spricht doch nur aus, was die Menschen sich nicht mehr trauen zu sagen. Er tut eben etwas, was nicht mehr genehm ist: Er sagt, was Millionen Menschen denken.“ Das denkt sie, diese Schreckschraube, die in der BILD-Zeitung die richtige Plattform für ihre Plattheiten gefunden hat, denn nur dort konnte man in der Vergangenheit lesen, dass man in Deutschland nicht mehr seine Meinung sagen darf. Ehrlich gesagt: bei so mancher Meinung ist das auch besser so. Für all die Versäumnisse und Verfehlungen in der Politik müssen eben andere büßen; da wird nicht gefragt warum das alles passiert, geschweige denn Hintergründe und Ursachen, die erforscht werden. Anstatt bestehende Gesetze sinnvoll anzuwenden, haben die Innenminister (bzw. Biertischstrategen) von CDU/CSU nichts anderes im Sinn, als auf Kochs Schleimspur herum zu kriechen, was bedeutet: ausländische Straftäter, die schneller ausgewiesen werden sollen, Fahrverbote für jugendliche Gewalttäter (So ein Schwachsinn: als ob sie das daran hindert, Rentner in der U-Bahn zusammen zu schlagen), Warnschussarrest, höhere Strafen und, was natürlich nicht fehlen darf, ein Verbot menschenverachtender Killerspiele. Bei letzterem müssten sie sich glatt selbst verbieten: ein übles Spiel, was hier getrieben wird. Danke, Anke.        

   

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wer was alles so schreibt im web, jeder

Geschrieben von: teuerdank am 27-01-2008 23:06

die im schlimmsten Fall zu einem iuridischen Nachspiel führen könnten - und die Obrigkeit schläft nicht, wenn sie sich in ihrer Anständigkeit und ihren lauteren Motiven missverstanden oder verletzt fühlt.  
q.e.d.

 

...

Geschrieben von: Webmaster am 16-01-2008 00:55

Hallo epicath,  
 
vielen Dank für den aufschlussreichen Kommentar. Mir gefallen Deine langen, schön verschachtelten Satzbildungen.  
 
Was die Ausformulierungen im Einzelnen betrifft und gerade in Bezug auf Kochs Gattin, halte ich mich an Tucholsky: Satire darf alles!

 

...

Geschrieben von: epicath am 14-01-2008 10:50

Erst mal Hut ab vor der Idee, unter der Sigle "Wahrer Horror" Kommentare zu bieten, die auf den ersten Blick mit dem eigentlichen Thema der Seite wenig bis gar nichts zu tun haben. 
 
In Wahrheit reicht ja all die dumm, ungeschickt oder auch hintergründig-intelligent inszenierte Gewalt in all den Filmen, die hier (im Übrigen: informativ und kompetent) besprochen werden, nicht an das Maß an Brutalität heran, dem der sogenannte "Normalbürger", der über deratige Kunstprodukte vielleicht die Nase rümpft, jeden Tag von Seite öffentlicher Organe (Medien, Politik,...) ausgesetzt ist; diese Art von Brutalität wird freilich kaum hinterfragt, sondern über bunte Hochglanzbilder und Riesenlettern tagtäglich aufgenommen, um sich in den Köpfen anzustauen und im schlimmsten Fall zu Ausbrüchen zu führen, die vielleicht an Plakativität, nicht aber an Gefährlichkeit, jenen Gräueltaten in nichts nachstehen, die tatsächlich durch "Killerspiele" und gewaltverherrlichende Filme angeregt werden. 
 
Dass man sich mit Filmen, wie sie auf dieser Seite thematisiert werden, intensiv aus ästhetischen Gründen auseinandersetzt, ohne dabei ein Psychopath zu sein, ja dass sie gerade im Hinblick auf Themen wie (Inszenierung von) Gewalt, Destruktion von Körper und Gesellschaft, Krankheit und Tod als Anhaltspunkt für eine kritische Betrachtung und Diskussion der sogenannten Realität dienen können, braucht man in diesem Forum wohl nicht ausdrücklich festhalten, so notwendig es auch ist, dies immer und immer wieder nach außen hin zu tun und zu argumentieren. 
 
In dem Sinne: Meine Hochachtung. 
 
Allerdings würde ich, was die Ausformulierung im Einzelnen betrifft, sehr aufpassen, um nicht Ärger zu bekommen: Der Beitrag über Herrn Kochs Gattin etwa ist nur zu voll mit Wendungen, die im schlimmsten Fall zu einem iuridischen Nachspiel führen könnten - und die Obrigkeit schläft nicht, wenn sie sich in ihrer Anständigkeit und ihren lauteren Motiven missverstanden oder verletzt fühlt. 
 
Liebe Grüße aus Wien.

 

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