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Am
1. Dezember wetterte Florian Gerster, Chef des Verbandes der
Post-Wettbewerber und als solcher ein echtes Backpfeifengesicht, in der
kongenialen BILD-Zeitung, dass der Mindestlohn in der Postbranche 20
000 Arbeitsplätze kosten würde. Seiner ist leider nicht mit dabei. Aber
als Friede Springer's Laufbursche brauch' er sich freilich keinerlei
Gedanken machen und so hetzte er natürlich auch im Namen der PIN AG,
die ja mehrheitlich dem Springer-Konzern angehört. Und so konnte man in
den vergangenen Wochen jene seltsame Szenerie beobachten: streikende
Bahn-Mitarbeiter, die für mehr Geld demonstrierten, auf der einen
Seite, streikende Postdienstler, die gegen den Mindestlohn auf die
Strasse gingen, auf der anderen. Sie wollen freiwillig für weniger Geld
arbeiten, schlimmer kann man sich nicht prostituieren. Das ist der
ideale Arbeitnehmer, freuen sich deren Arbeitgeber und schüren noch ein
wenig die Angst vor dem Job-Verlust, sollte doch einer tatsächlich nur
ein bisschen mehr Lohn, als ihm ohnehin schon nicht zusteht, verlangen.
Die Betriebsräte der PIN AG setzen sich für die Interessen ihrer
Untertanen ebenfalls voll ein und fordern allen Ernstes niedrige Löhne,
da fragt man sich, inwieweit das Christkind ihnen das Weihnachtsfest
mit Lustreisen und Bordellbesuchen versüßt. Bordellbesucher? Solche
Betriebsräte sind Bordellbesitzer!
„Knurrt dir vor Hunger der Magen, vergisst du es beim Briefe austragen." (Georg Schramm)
BILD-Kommentator
Oliver Santen, dieser heran gezüchtete Springer-Schnösel, wütete denn
auch drauf los, dass die Einführung eines Mindestlohns für die
Postbranche gleich eine mehrfach falsche und schlechte politische
Entscheidung sei. Das schrieb er ganz im Sinne von Tante Friede, bei
der er sicher auch mal auf dem Schoss sitzen durfte, und wenn man
selbst nicht für 6 EUR die Stunde arbeiten gehen muss, kann man auch so
unflätig herum hetzen und wichsen. Oliver Santen, dem man ruhigen
Gewissens unterstellen könnte, dass er selbst noch nie im Leben
gearbeitet hat (sein Blow-Job beim Springer-Verlag kann man wohl kaum
als arbeiten bezeichnen), stöhnte: „Gesetzliche Mindestlöhne vernichten
Arbeitsplätze, statt neue zu schaffen." Eine Prophezeiung, die sich
auch erfüllen sollte, denn kaum dass der Mindestlohn für die
Postbranche eingeführt wurde, kündigte die Erpresser- und
Ausbeuterbande der PIN AG an, 1000 Mitarbeiter entlassen. Und das ganz
unabhängig und überparteilich. Das ist der Aufschwung unser großen
Volkskanzlerin, der sich nicht in Euro und Cent messen lässt. Merke(l):
Wo die Union regiert, geht es den Menschen besser.
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